Frage von ender, 633

Vorsorge: wir würdet ihr ca. 1000 EUR monatlich anlegen?

ich weiss, dies klingt eher wie ein Luxusproblem, und manche fragen sich, wenn jemand so viel Geld monatlich übrig hat, dann hat die Person doch bestimmt schon Finanzberater oder Vermögensberater oder ähnliches.

Trotzdem, was ist, wenn diese Person niemanden hat, der bisher beraten hat? sondern das Geld erst kürzlich so monatlich zur Verfügung hat?

was würdet ihr ganz grob raten, wie man das Geld monatlich investieren sollte für Altersvorsorge etc?

danke.

Antwort
von Luscinia, 633

Das ist eine gute und auch berechtigte Frage! :)

Und das erinnert mich daran, dass ich mich um ähnliches auch mal intensiver kümmern sollte. :/ Ich habe es auch schon bedauert, dass keiner von den kompetenten Leuten hier aus meiner Gegend kommt. Gibt’s eigentlich irgendwo eine nette Community für solche Themen?

Zur Frage direkt: Eine weitere Immobilie kaufen zum Vermieten würde ich an seiner Stelle tatsächlich auch nicht. Erstens ist Vermieten ja immer aufwendig und man muss sich um vieles kümmern. Zweitens, er hat jetzt 1000 Euro im Monat übrig, aber wer weiß, ob das in 5 Jahren auch noch so ist? Er ist erst 35, vielleicht lernt er bald eine Frau kennen, gründet eine Familie und will doch noch ein größeres Haus bauen? (Außer, Du weißt, dass er sich nicht für Frauen interessiert und überhaupt keine Kinder mag, dann kann man diese Möglichkeit ja eher ausschließen. ;) )

Antwort
von FinanzberaterTF, 559

Hallo ender,

Leider gibt es für pauschale Fragen nicht immer sinnvolle pauschale Antworten.

Dass dein Bekannter nach deinen Aussagen bereits gut abgesichert ist (Zumindest Haftpflicht- und Berufsunfähigkeitsversicherung sind unerlässlich), ist schon einmal wichtig und erfreulich.

Für die Geldanlage als solche gibt es unzählige verschiedene Möglichkeiten. Das fängt mit Sparbuch und Girokonto an und führt über geförderten Varianten wie bspw. Riester- oder Basisrente oder einer freien Fondsanlage bis hin zu geschlossenen Beteiligungen, wobei Rendite und Risiko mit fortgeschrittener Aufzählung zunehmen und zumindest letztere für deinen Bekannten als Laien völlig ungeeignet sind, aber leider dennoch gelegentlich von "Beratern" mit fragwürdiger Einstellung verkauft würden. Diese Kategorien haben alle ihre Vor- und Nachteile und lassen sich selbst wiederum aufsplitten in Unterkategorien wie bspw. Aktien, Anleihen, Vermögensverwaltende Fonds, etc....

Eine sinnvolle Aufteilung lässt sich also nicht über einen Beitrag auf dieser Seite darstellen, weil zuviele Faktoren entscheidend sind. Welche Ziele möchte dein Bekannter mit der Anlage erreichen? Wie wahrscheinlich sind Änderungen seiner Situation? Altersvorsorge schön und gut, aber was passiert, wenn er eine Frau findet, Kinder in die Welt setzt und sich dann doch dafür entscheidet, noch einmal größer zu bauen. Dann ist er froh, wenn er an das Geld noch ran kommt.

Bei einem 35-jährigen ist es sicherlich ebenso sinnvoll, über eine offensivere Ausrichtung des Depots nachzudenken. Wenn er dann aber voll in Aktien investiert und bei 30% Minus Panik bekommt und am Tiefpunkt verkauft, bringt es ihm auch nichts, dass er mit Aktien langfristig die besten Renditechancen hat, weil er an der positiven Entwicklung gar nicht mehr teilnimmt.

Ein gesunder Mix und eine Ausrichtung an seiner Einstellung zu Risiko bzw. an seinen Bedürfnissen ist also entscheidend. Leider kann ich dir daher auch nur raten: Ihr solltet nicht auf irgendwelche Tips aus dem Internet hoffen, sondern euch einen guten Berater suchen.

Wenn du Fragen hast, gerne auch als PN an mich.

Liebe Grüße

TF

Antwort
von Kevin1905, 473

ich weiss, dies klingt eher wie ein Luxusproblem, und manche fragen sich, wenn jemand so viel Geld monatlich übrig hat, dann hat die Person doch bestimmt schon Finanzberater oder Vermögensberater oder ähnliches.

Ich habe ähnliche Summen - wenn nicht sogar mehr - monatlich als Überschuss und würde mir wahrscheinlich die gleiche Frage stellen, wenn es nicht ohnehin mit meiner beruflichen Tätigkeit zusammen hängen würde.

Und wer nicht angestellt oder verbeamtet ist und über Beitragsbemessungsgrenze verdient, hat sowie so ein Problem in Form einer gigantischen Versorgungslücke.

was würdet ihr ganz grob raten, wie man das Geld monatlich investieren sollte für Altersvorsorge etc?

Mehrheitlich in aktienlastige Fonds und ETFs, vielleicht sollte man auch über eine Kapitalanlageimmobilie zur Vermietung nachdenken. Zur Absicherung vielleicht ein wenig in Rohstoffe und eine Liquiditätsreserve in Form von Geldwerten erhalten.

Das hier soll nur ein Denkanstoß sein. Man sollte sein Geld niemals in etwas anlegen, dass man nicht versteht. Um das zu präzisieren müsste man schon etwas mehr über dich wissen z.B. deine Ziele, Prioritäten und Risikotoleranz, Alter etc..

Kommentar von ender ,

danke, dass ist schon mal grob glaub ich hilfreich.

und nein, wie ich ihn kenne, ist das thema für ihn mit Wohnung zur Eigennutzung jetzt abgeschlossen. er will nicht vermieter werden.

sein Alter hab ich unten genannt, er ist 35 J. ohne kinder, ohne ehefrau, keine geschwister, keine Eltern mehr (gestorben durch Umstände, die ich nicht erläutern kann, aber auf jeden fall hatten die nichts, er hat also weder vermögen noch schulden geerbt).

was ist denn deine berufliche Tätigkeit, wenn ich fragen darf?

Antwort
von jsch1964, 406

Hallo, 

also, wenn diese Person sich insgesamt schon Gedanken um seine Absicherung gemacht hat - d.h. er hat z.B. tatsächlich eine Berufsunfähigkeitsversicherung, die seine echten Kosten deckt, falls er BU wird, und nicht so eine 500,- Euro Alibi-Versicherung - dann würde ich auch zu einem Fondssparplan raten, bzw. möglicherweise das Geld aufteilen in mehrere Sparpläne. Die Sparpläne könnten entweder bei einer Direktbank eingerichtet werden (sehr günstig) oder bei einer Vermögensverwaltung (sehr wenig eigener Aufwand, automatischer Wechsel der Fonds je nach Marktlage). Bei den aktuell niedrigen Zinsen könnte man auch noch über eine weitere Immobilie nachdenken. Gold oder Edelmetall kann man dazu nehmen oder auch nicht.

Diese Person hat sowieso ein interessantes Verhältnis zu Geld, bzw. wenig kompetente Berater, denn wenn die zu zahlenden Zinsen für einen Kredit wesentlich niedriger sind, als die Durchschnittszinsen in einem Fondssparplan, hätte er den besseren Deal gemacht, indem er die Wohnung nur zu 50% bezahlt und den Rest des Kapitals angelegt hätte. Aber das sind nur "hätte"-Betrachtungen, der Zug ist ja abgefahren.

Banken und Versicherungen lieben zwar solche Kunden (wenig Ahnung, aber gutes Einkommen), aber ich bezweifle, dass er dort wirklich vernünftig beraten wird. Wenn Du mit Deiner eigenen Empfehlung wirklich glücklich wärst, hättest Du hier ja vermutlich auch nicht gefragt, oder?

Kommentar von ender ,

das problem ist, ich habe keine schimmer und keinen Ansatz, was ich ihm empfehlen könnte.

ausser dass ich weiss, dass für ihn bestimmte Dinge nicht in Frage kommen, wie z.b. eine Immobilie als Anlage zu besitzen, er hat absolute keine Lust, sich als Vermieter zu betätigen.

ausserdem, klar von meiner Sicht aus, sind 3500 brutto gutes einkommen, aber das sind doch für Banken kein Gehalt. Ich dachte immer, da zahlt alles erst ab 5000 EUR brutto, oder wenn man sich eben den Luxus einer privaten Krankenversicherung leisten kann.

ich wünschte, ich kenne irgendwelche berater, die ich ihm empfehlen könnte.

Kommentar von jsch1964 ,

Alles ist relativ und entscheidend ist das monatlich zur Verfügung stehende freie Kapital: Ein Kunde, der bei 10.000,- Euro Brutto 9.000,- Euro Ausgaben hat, ist ein schlechterer Kunde, als Dein Freund. :-)

Was die Berater angeht: Hier auf Deine Frage haben ja jetzt schon einige geantwortet. Guck dir die Profile an, mach Freundschaftsanfragen und tu das gleiche bei ähnlichen Fragen, dann hast Du zumindest schon einmal eine Auswahl an engagierten Leuten, die ihren Job ernst nehmen. Da müsste auch einer dabei sein, der in Deiner Region tätig ist.

Ansonsten gibt es ja auch noch Portale wie WhoFinance oder KennstDuEinen. Auch da sollten sich seriöse Leute finden lassen.

Antwort
von NatMuel, 215

In verschieden Anlageformen splitten - Ist auch abhängig vom Alter - heißt z:b in Aktien, Gold, Immobilien etc.- Mit 50 Jahren würde ich aber meine Rentengeld nichtmehr in riskobehaftete Aktiengeschäfte investieren, sondern sichern.

Antwort
von Niklaus, 331

Mit dem richtigen Anlagezeitraum und einer guten Beratung in einen Investmentfondssparplan..

Meine Empfehlung ist sich einen von Finanzberater mit hoher Investmentfondskompetenz beraten zu lassen und dann gemeinsam mit ihm ein vernünftiges Fondsportfolio zusammen zu stellen. Der Berater sollte natürlich außer der absoluten Sachkompetenz auch das komplett verfügbare Fondsuniversum bieten können. Kosten sind nur zweitrangig. Denn es wichtig, das man die richtigen Fonds mit der richtigen Performance und der richtigen Streuung(Portfoliozusammenstellung) in seinem Depot hat.

Bei der Fondsauswahl kann man viel falsch machen. Es gibt in Deutschland über 10.000 möglichen Fonds und die Wahrscheinlichkeit hier auf die falschen Fonds zu setzen ist groß.Es gibt:

  • Geldmarkt-, Renten-, Aktien-, Absolut-Return-, Misch-,Multi-Asset-, Dach- und Immobilienfonds Branchenfonds, Länderfonds
  • Fonds unterschiedlicher Risikoklasse
  • Fonds nach regionaler Größe Fonds die in der Kapitalisierung der investierten Unternehmen unterscheiden Small-, Mid.- Largecap-Fonds  
  • Fonds mit unterschiedlichen Anlagestilen (Value, Growth, Blend, Momentum, Top-Down, Bottum Up, Long-Short)
  • Vermögensverwaltende Fonds
Kommentar von Niklaus ,

Nachantwort: Konnte das leider nicht mehr im zeitlichen Rahmen ändern. Natürlich kommt es zuerst darauf an, wofür du das Geld sparst. Soll es für die Altersvorsorge sein, würde ich mir auf alle Fälle ein Altersvorsorgeberatung oder Ruhestandsplanung erstellen lassen. Dies machen in der Regel darauf spezialisierte Finanz- und Versicherungsmakler mit der Erlaubnis nach den §§ 34 d und f GewO.  Maklerstatus nach § 93 HGB.

Antwort
von Apolon, 299

Bei einem mtl. Überschuss von 1.000 € tendiere ich dann eher dazu einen Baukredit aufzunehmen und entweder noch ein Häuschen zur Vermietung kaufen, oder entsprechende Eigentumswohnungen. Rendite liegt meist so um die 5 - 6 %.

In Aktienfonds kann man zwar auch anlegen, aber dann muss man sich auch damit auskennen und sollte auch stets diese Fonds im Auge behalten und zum richtigen Zeitpunkt umschichten.

Denn hier besteht die Gefahr, dass die Aktien durch irgendwelche Umstände auch ins Minus rutschen können. Und wenn man zu stark darauf baut, kann man auch manchmal um die 20 - 40 % Verluste machen.

Gruß A

Kommentar von ender ,

danke. Vermieter zu sein kommt für ihn absolute nicht in frage.

ich schätze, es wird drauf hinauslaufen, ein mix aus was er jetzt schon hat (festgeld, tagesgeld) und dann noch aktienfonds, vlt noch Anleihen?

ich wünschte, er hätte einfach seinen Berater bei der Bank gefragt oder so. hmm, oder er soll sich einen Honorarberater suchen, bei dem Geld, dass er über die nächsten 30 Jahre anlegen will, muss diese Ausgabe doch drin sein!

das werde ich ihm sagen. ich sitze ja auch nur hier rum, und tippe an seiner stelle, weil er mir letztes Jahr ausgeholfen hat in einer Notlage.

Antwort
von Apolon, 284

Wie alt ist denn diese Person ?

Was macht sie beruflich und wie hoch ist ihr mtl. Netto-Gehalt ?

Hat diese Person schon Immobilien, Sparkonten, Kapitalanlagen, eine Berufsunfähigkeitsversicherung, usw. usw.

Ist diese Person verheiratet ? Wenn ja, was macht die Ehefrau beruflich .. Einkommen und Anlagen wie oben ?

Hat diese Person Kinder ?

usw usw.

Also sollte diese Person zuerst einmal weitere Informationen über sich preis geben.

Gruß Apolon

Kommentar von ender ,

danke, wollte ich eigentlich noch in der Frage ergänzen, aber habe dann zu schnell senden gedrückt:

es exisitiert bereits eine abbezahlte Eigentumswohnung von ca 120.000 EUR besteht (Selbstnutzung), und auch ein Tagesgeldkonto mit 6 Monatsgehältern als Notfallgroschen ist vorhanden.

VL Leistungen sind auch in Anspruch genommen, und Riestervorsorge auf Aktienfonds basierend ist auch vorhanden.

Festgeldkonto auch.

auch alle wichtigen Versicherungen wie BU, Rechtsschutz, Haftpflicht und bestimmte Krankenzusatzversicherungen.

(die Person verdient ca 3500 brutto, und ist in der gesetztlichen Krankenversicherung AOK. Normaler Angestellter. 35 Jahre alt, auch kein Beamtenstatus oder ähnliches, wo der Staat dann später mit Pensionen die Vorsorge übernimmt. keine Frau und keine Kinder, und auch keine Eltern und keine Geschwister)

ich hab ihm geraten, er soll sich selber schlaumachen bei Banken und Versicherungen ggf. , aber das ist so ein umfassendes Thema, da muss er sich selbst erst gedanken machen, aber momentan sieht er vor lauter Wald die Bäume nicht, weil er die letzten 10 Jahre nur gearbeitet und gespart hat, um dann mit 100% Eigenkapital die Wohnung zu kaufen.

Kommentar von vulkanismus ,

"auch kein Beamtenstatus oder ähnliches, wo der Staat dann später mit Pensionen die Vorsorge übernimmt" - Polemik - hier ist der eben der Staat der Rententräger.

Kommentar von ender ,

sorry, wenn ich offensiv mit meiner Formulierung rübergekommen bin. ich wollte damit  nur vermeiden, dass dann als Frage/Spruch kommt, wie es kommt, dass er mit seinem "relativ " niedrigen Gehalt soviel übrig haben kann (so a la "hahah, das muss ein beamter sein"), während andere mit höherem Gehalt nicht genug übrig haben für die Altersvorsorge.

Kommentar von vulkanismus ,

Das verstehe wer wolle.

Kommentar von Apolon ,

dass dann als Frage/Spruch kommt, wie es kommt, dass er mit seinem "relativ " niedrigen Gehalt soviel übrig haben kann (so a la "hahah, das muss ein beamter sein"),

ach nein - da gibt es noch viele andere Möglichkeiten:

z.B. ein Schnorrer - der sich stets bei anderen durch futtert, ein Sammler von Pfandflaschen, Verkauf von alten Dingen über Flohmarkt oder Ebay,

Antwort
von althaus, 269

Das ist in der Tat ein Luxusproblem für viele Leser hier, die kaum 200€/Monat zurücklegen können. Aber auch ich habe dasgleiche Problem und habe bis vor kurzem 1.000€ in Fonds monatlich bespart. Meinen Sparplan habe ich beim Daxstand von 12.100 aufgelöst und alle Fonds verkauft. Danach habe ich nach und nach in Aktien Einzelwerte investiert. Im Moment mit keinem Gewinn, aber auch kein Verlust. Meinen Sparplan werde ich irgend wann wieder beginnen, aber solange bleibe ich bei Einzelwerten und hoffe auf eine gute Performance. 

Antwort
von elfie0303, 263

Ich würde mir eine norwegische oder schweizerische Bank mit guter Performance suchen und dort einen Sparvertrag abschließen.

Vorteil: keine Abhängigkeit vom kränkelnden Euro (z.B. Griechenland), kein Zugriffsrecht des deutschen Staates (wie z. B. bei der betrieblichen Altersvorsorge).

Was sicherlich bei den gegenwärtigen niedrigen Zinsen vorteilhaft ist, eine eigengenutzte Immobilie auf Kredit kaufen.

 

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