Frage von Feb2010,

Vormundschaft / Betreuung beantragen?

Guten Tag,

Wir haben in der Familie eine über 80jährige Verwandte ohne Kinder, die kürzlich ihr Testament und eine Generalvollmacht für eine Zufallsbekanntschaft unterzeichnet hat, ohne im Vollbesitz ihres geistigen Kräfte zu sein. Als nächstnähere Verwandte hatten wir bisher aus moralischen Gründen mit einer Betreuungsanfrage gezögert. Da selbst nahe Freunde und die Bank, wofür wir Vollmacht haben, Zweifel an der Geschäftsfähigkeit haben und von einem Erbschleicher sprechen, haben wir uns nun eiligst die zuständigen Behörden kontaktiert. Diese benötigen ein neurologisches Gutachten, das Pflegeheim wiederum erwartet von ihnen wegen der Kostenfrage die Anforderung eines solchen, sodass wir das Gefühl haben, hier schiebt einer dem anderen den schwarzen Peter zu.

Welche Möglichkeiten gibt es, um die Sache schnellstmögliches in die Gänge zu bringen?

Was kann getan werden, um Verfügungen auf den Konten zu vermeiden? (Gibt es so etwas wie eine ‚einstweilige Verfügung‘, die bis zum Abschluss des Betreuungsverfahrens Kontobewegungen durch diese Person verhindert?)

Sollte man die Person direkt anzeigen, und welche Möglichkeiten hätte die Polizei?

Vielen Dank im Vorfeld für Ihre Hilfe!

Antwort von HildeD,

Ich würde den Fall sofort vor das Betreuungsgericht bringen. Dieses Amtsgericht ist örtlich zuständig, wo die ältere Dame sich aufhält. Denn nur dieses Betreuungsgericht kann wirksam über den zuständigen Amtsrichter eine Betreuung sofort anordnen bzw. die notwendigen Sicherungsmaßnahmen zu Gunsten der Dame wirksam treffen. Dafür ist kein Antrag notwendig. Das Gericht trifft die Maßnahmen von Amts wegen völlig selbstständig.

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