Frage von antonmchyp, 12

Vorfälligkeitsentschädigung bei Baufinanzierung?

Ich habe letztes Jahr im September eine vermietete Wohnung gekauft und ein Darlehen mit 10 Jahren Zinsbindung abgeschlossen. Nun hat sich die Lebensplanung geändert und mit meiner künftigen Frau wollen wir ein Haus kaufen. Da wir das Eigenkapital, das ich in die Wohnungsfinanzierung gesteckt hatte nun unbedingt brauchen, soll die Wohnung wieder verkauft werden. Ich habe mich erkundigt und festgestellt, daß ich für die gleiche Finanzierung heute einen um etwa 0,3% höheren Darlehenszins zahlen müsste, da das Zinsniveau gestiegen ist. Muß ich dennoch eine Vorfälligkeitsentschädigung an die Bank zahlen? Es heißt ja, daß diese Entschädigung dafür ist, daß der Bank Zinsen entgehen, weil sie das zurückgenommene Geld nur für niedrigere Konditionen neu verleihen kann. Das trifft aber hier nicht zu. Weiß jemand Rat?

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von diekert, 12

Die Bank macht bei der Ermittlung der Entschädigung keinen " Passiv/Passiv-Vergleich ", sondern stellt die Aktivzinsen den Passivzinsen gegenüber. Auch wenn hierbei kein Schaden entstanden ist, wird sie zu mindestens den entgangenen Gewinn ( Marge ) verlangen. Im Übrigen gibt es zu dem Thema der Berechnungsmethode höchstrichterliche Entscheidungen. Die Verbraucherzentrale wird da sicherlich weiter helfen können. Mein Rat: mit der Bank über einen Pfandtausch ( in der Regel wird eine Bearbeitungsgebühr erhoben ) sprechen und dabei auch die zusätzlich benötigten Finanzierungsmittel erwähnen. Im Paket lässt sich besser verhandeln.

Antwort
von Interhyp, Business Partner, 8

Hallo Antonmchyp,

grundsätzlich sind die Möglichkeiten ein Darlehen vorzeitig zu kündigen von Gesetzes Seite her sehr begrenzt. Wenn Du die Immobilie verkaufst, kannst Du das Darlehen kündigen. Die Bank ist trotzdem berechtigt eine Vorfälligkeitsentschädigung von Dir zu verlangen, auch wenn der Zinssatz im Vergleich zum letzten Jahr gestiegen ist.

In welcher Höhe diese Vorfälligkeitsentschädigung anfällt, hängt von Deiner Bank ab. Am besten erkundigst Du dich dort nach dem genauen Betrag. Sollte Dir dieser zu hoch erscheinen, kannst Du Dich an die Verbraucherzentrale wenden. Sicherlich kann Dir bei rechtlichen Fragen auch der Anwalt des Deines Vertrauens weiterhelfen.

Unter Umständen kann es auch hilfreich sein, wenn Du Dich mit Deiner aktuell finanzierenden Bank über Dein neues Vorhaben unterhältst. Vielleicht besteht die Möglichkeit, die bestehende Finanzierung auf Deine neue Immobilie zu übertragen (ein sogenannter Pfandtausch). Oftmals ist die Bank auch kulant bei der Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung, wenn Du die neue Finanzierung ebenfalls mit Ihr planst und gegebenenfalls dort Deine neue Finanzierung abschließt.

Sollte Dir das Angebot Deiner Bank für Dein neues Vorhaben nicht zusagen, empfehle ich Dir weitere Beratungsgespräche bei anderen regionalen Banken oder einem unabhängigen Finanzierungsvermittler wahrzunehmen.

Ich hoffe, ich konnte Dir weiterhelfen und wünsche Dir für Dein Vorhaben alles Gute!

Viele Grüße

Melissa, Interhyp AG

Antwort
von Primus, 8

Der Focus hat über diese Sache einen interessanten Bericht geschrieben.

Vielleicht hilft er Dir weiter:

http://www.focus.de/immobilien/finanzieren/tid-5549/umschuldung_aid_53986.html

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