Frage von Andreas2014, 133

Vorauszahlungsbescheid - Anzurechnende Lohnsteuerabzugsbeträge viel zu niedrig

Guten Tag,

ich bekam gestern den Steuerbescheid und das Ergebnis entsprach auch dann dem, was mein Steuerprogramm ausgespuckt hatte: Nachzahlung von 40 Euro. Zusätzlich jedoch war auch noch ein Vorauszahlungsbescheid dabei - mit nicht gerade geringen Vorauszahlungen. Ich bin das jetzt mal durchgegangen und ich kann da einfach einen Punkt nicht nachvollziehen. Und bevor ich da jetzt Einspruch einlege, frage ich hier erst mal nach. Ich versuche, mal zusammenzufassen (Zahlen leicht gerundet/abgeändert):

Grundlage/Info zu meiner Steuererklärung 2013:

  • bis Juni 2013 war ich selbstständig. Die Einkünfte aus Gewerbebetrieb betrugen ca. 6.000 Euro

  • seit Juni 2013 bin ich nun angestellt, verdiene knapp 2.300 brutto (insgesamt = 16.000 für 2013), wovon ca. 280 Euro mtl. als Lohnsteuer abgeführt werden

  • Die Einkünfte aus dem Gewerbe in der 2. Jahreshälfte betrugen - zeitlich bedingt - nur ca. 500 Euro, so dass ich insgesamt für das Jahr auf 6.500 komme und auch jetzt ist es deutlich nicht mehr in dem Maße wie vor dem Angestelltsein.

Die Summe der Einkünfte abzgl. der Ausgaben ergab dann eine Einkommensteuer von 2.000 Euro. Aber da ich ja 7x die 280 vom Lohn schon abgegeben habe, musste ich jetzt nur noch den Differenzbetrag (40 Euro) ans FA überweisen.

Vorauszahlungsbescheid

So weit kann ich alles nachvollziehen. Aber den mitgeschickten Vorauszahlungsbescheid verstehe ich überhaupt nicht:

Ergebnis: Dieses Jahr soll ich noch 2x über 700 Euro vorauszahlen und nächstes Jahr dann vierteljährlich knapp 400 Euro.

Folgende Rechnung ist da zu sehen:

  • Die haben wieder 6.800 (aus Gewerbebetrieb) und 16.000 (aus nichtselbständiger Arbeit) genommen, haben die Kosten kalkuliert, und sind dann am Ende wieder auf diese knapp 2.000 Einkommensteuer gekommen. Aber unter "anzurechnende Lohnsteuerabzugsbeträge" steht dort nun ein Betrag von ca. 700 Euro, der von den 2.000 Euro abgezogen wird.

Jetzt habe ich aber bis Juni schon knapp 1.400 Euro an Lohnsteuer gezahlt und werde in 2014 wohl insgesamt auf über 3.000 Euro Lohnsteuer kommen. Und trotzdem soll ich jetzt Vorauszahlungen leisten? Kann das richtig sein? Macht für mich zumindest jetzt keinen Sinn.

Frage: Macht es Sinn, wenn ich das FA über die Entwicklung in 2014 informiere, also dass die selbstständigen Einkünfte auf ein Minimum runtergefahren wurden und letztendlich die ganze Steuer über die Lohnsteuer schon eingezogen wird? Ist ja letztlich ein Sonderfall gewesen, da sich ja in der Mitte des Jahres alles geändert hat. Die gehen ja von ganz anderen Werten aus. Oder ist so was hoffnungslos? Ich meine, ich würde das Geld doch dann nächstes Jahr eh wieder zurückbekommen.

Vielen Dank schon mal für eure/Ihre Hilfe

Andreas

Antwort
von Andreas2014, 127

Vielen Dank für die schnellen Antworten. Dann werde ich mal ein entsprechendes Schreiben aufsetzen. Trotzdem ist mir der niedrige Betrag immer noch ein Rätsel. Na ja.

Und was die lange Frage anbelangt: Kann man ja als Negativ-Beispiel heranziehen, wie man es nicht machen soll. Aber ich verfasse lieber einen ausführlicheren Beitrag, als einen ganz kurzen, worauf dann erst mal geantwortet wird "könntest Du das bitte mal näher erläutern" und am Ende hat man dann einen ellenlangen Thread.

Antwort
von Privatier59, 104

Der Vorauszahlungsbescheid wird immer aufgrund der Vorjahreswerte festgesetzt. Wenn sich die Situation verändert hat, beantragt man eben Abänderung.

Antwort
von vulkanismus, 88

Denkst Du etwa, "die" können Hellsehen?

Schreib doch hier nicht so einen Roman wegen nichts, sondern beantrage Herabsetzung mit kurzer Begründung.

Antwort
von EnnoBecker, 81

Du liebe Güte, so ein Roman für eine wirklich einfache Sache.


"Sehr geehrte Damen und Herren,

ich beantrage die Herabsetzung der Vorauszahlungen zur Einkommensteuer auf Null.

Begründung:
Ich erziele nur noch lohnsteuerpflichtige Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas 2014"


Fertig.

Kommentar von EnnoBecker ,

Das Finanzamt wird dich dann nach deinem Aufgabegewinn fragen und warum du deinen Betrieb nicht abgemeldet hast.

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