Frage von Eifelturm,

Vor Jahren wurde mit Zustimmung der WEG von einem Eigentümer eine Balkonanlage angebaut.

Vor Jahren wurde mit Zustimmung der WEG von einem Eigentümer auf eigene Kosten eine Balkonanlage angebaut. Inzwischen ist die Wohnung verkauft und der neue Besitzer hat nun ohne die WEG zu fragen ein Dach auf die Balkonanlage gesetzt. Von der Eigentümergemeinschaft soll der neue Eigentümer nun aufgefordert werden, einen Nachweis für Schnee- und Windlast zu liefern. Frage: Wenn diese Aufforderung in einer Eigentümerversammlung beschlossen werden soll, ist dieser Eigentümer dann stimmberechtigt? Sind eventuelle Kosten für den Nachweis vom Eigentümer zu zahlen? Steht die Balkonanlage (die ausschließlich von dem Wohnungsbesitzer beauftragt, bezahlt und baulich genehmigt worden ist) dann im Sondereigentum? War zumindest damals so gewollt. Bin gespannt auf Eure Antworten.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von robinek,

Wenn es damals mehrheitlich und nur für diesen Balkon beschlossen worden ist, gehe ich auch davon aus, dass der Verwalter dies auch als "Sondereigentum" beschliessen lassen hat. Verwunderlich ist nur warum jetzt im Nachhinein ein Nachweis für Schnee- und Windlast gefordert wird und das vom neuen Eigentümer? Das hätte doch bei der Erstabstimmung schon zugrundegelegt werden müssen und zwar vor der Abstimmung? Grundsätzlich ist jeder Eigentümer stimmberechtigt!

Kommentar von Eifelturm ,

Habe mich vielleicht nicht so deutlich ausgedrückt: Die Balkonanlage war damals genehmigt für eine Wohnung, die früher keinen Balkon hatte. Aber der neue Eigentümer hat jetzt nach Kauf ein Dach darauf gebaut, ohne vorher hierfür die Zustimmung der WEG einzuholen.

Habe außerdem mal gelesen, dass Eigentümer, über deren "Vergehen" abgestimmt werden soll, vom Stimmrecht ausgeschlossen sind. Wenn es hier also beschlossen werden soll, dass er einen Nachweis der WEG vorlegen soll, dann müßte er doch von der Abstimmung ausgeschlossen werden, da er gegen WEG-Recht verstoßen hat. Die Kosten für den Nachweis muss doch der Eigentümer tragen, der das Dach one Genehmigung aufgebracht hat, oder?

Kommentar von Mikkey ,

Du meinst den folgenden Abschnitt aus dem Wohnungseigentumsgesetz:

Ein Wohnungseigentümer ist nicht stimmberechtigt, wenn die Beschlußfassung die Vornahme eines auf die Verwaltung des gemeinschaftlichen Eigentums bezüglichen Rechtsgeschäfts mit ihm oder die Einleitung oder Erledigung eines Rechtsstreits der anderen Wohnungseigentümer gegen ihn betrifft oder wenn er nach § 18 rechtskräftig verurteilt ist.

Auf die Aufforderung zum Rückbau ist das aber nicht anwendbar.

Antwort
von Mikkey,

Ich wundere mich, warum so eine eigenmächtige Baumaßnahme so stillschweigend akzeptiert wird.

Wenn an einem Gebäude etwas verändert wird, so ist der normale Weg, den Du beim Bau des Balkons beschrieben hast: Die Maßnahme wird vorher genehmigt.

Das ist hier nicht geschehen, deshalb sehe ich hier erstmal die Notwendigkeit, den Anbau entweder abzureißen oder zu legalisieren. Dass für den nunmehr neu errichteten Gebäudeteil entsprechende Sicherheitsgutachten verlangt werden ist m.E. völlig normal. Die Kosten sind natürlich von dem Wohnungseigentümer zu tragen.

Kommentar von Eifelturm ,

Die Balkonanlage war doch genehmigt (schon vor Jahren vor der Errichtung). Aber das Dach, welches der neue Eigentümer (die Wohnung wurde inzwischen verkauft) nun aktuell aufgebracht hat, war nicht abgesprochen. Er ist außerdem der Meinung, es müsse der WEG ausreichen, wenn er sagt, dass er das Material im Baumarkt nach entsprechender Beratung gekauft hätte.

Kommentar von Mikkey ,

Anbauten an der Außenseite stehen nicht im Belieben des Sondereigentümers. Wenn die WEG das beschließt, muss der Anbau zurückgebaut werden.

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