Frage von Tomfine,

Volltilgerdarlehen immer die günstigste Finanzierungsvariante?

Ist ein Volltilgerdarlehen immer die günstigste Finanzierungsvariante, wenn es um die Finanzierung einer Immobilie geht?

Antwort
von Delle,

steuerliche Aspekte einmal außen vor gelassen: sicherlich ist ein solches Darlehen - isb. unter den aktuellen Zinsgegebenheiten- eine für Sie sichere Sache. Aber was ist, wenn Sie einmal außerplanmässig verkaufen wollen/müssen?? Diese Frage sollten Sie bei Ihrer Entscheidung mit berücksichtigen oder Vorsorge durch eine Klausel über Sondertilgungen in Ihrem Vertrag haben. Dann steht einem Volltilgungsdarlehen nichts im Wege.

Antwort
von Franzl0503,

Tomfine: Die Zinsstabilität eines Volltilgungsdarlehens bringt für den Darlehensnehmer große Plansicherheit bis zur vollständigen Rückzahlung des Immobiliendarlehens. Er muss nicht wie bei kürzeren Bindefristen (5, 10, 15 usw. Jahre) Zinssteigerungen befürchten, die seinen ganzen Haushaltsplan durcheinander bringen können (hin bis zum Notverkauf). Gerade in der heutigen Niedrigzinsphase gibt es m. E. keine Alternativen zur Festzinshypothek.

Antwort
von Sabine1302,

Volltilgungsdarlehen...nun, dass ist ein Kunstbegriff und kommt normalerweise in der BWL /bankwesen nicht vor. Es handelt sich einfach um ein klassisches Annuitätendarlehen, bei dem Laufzeit und Rate so gewählt sind, dass zum Schluss die vollständige Tilgung des Darlehens steht. Du musst also alle Kriterien eines normalen Annuitäten BZW: Hypothekendarlehens beachten. Ob Du die Immobilie die gesamte Laufzeit nur bei einer Bank finanzierst oder nicht, ist eine Rechenaufgabe. Momentan sollte man sich die Zinsen sichern, also eine lange Zinsbindung vereinbaren. Billiger wird es nicht! Aber nicht auf Biegen und Brechen ein "Volltilgungsdarlehen". Tipps: Bitte die Rate so wählen, dass noch ein Polster bleibt. Sondertilgungen zulassen und ganz wichtig schon jetzt klären, was bei einer vorzeitigen Ablösung für Kosten auf Dich zu kommen. Vielleicht möchtest Du später die Bank wechseln, weil sie die HYPO-Kredite an andere Banken verkauft......Da sehe ich eher Risiken bei einer langen Bindung

Der einzige Vorteil ist, dass man sich um nichts kümmern muss...die Bank nicht und du auch nicht......daher gibt dir die Bank auch etwas "Zinsrabatt" und hat einen sicheren Kunden auf Jahrzehnte..........schenken tut sie dir nichts.

Antwort
von LittleArrow,

Nein, nicht immer, aber derzeit vermutlich doch!

Das Volltilgerdarlehn bietet Kalkulationssicherheit nicht nur hinsichtlich der Zinsen, sondern auch hinsichtlich einer Bonitätsneubewertung bei einer Anschlussfinanzierung. Und dennoch bietet das Volltilgerdarlehn nach 10,5 Jahren (nach Vollauszahlung oder Zinsneutfestsetzung) das Darlehn zu kündigen und auf ein niedriger verzinsliches umzusatteln (Vorsicht: Bonitätsprüfung).

Allerdings bedeutet ein Volltilgerdarlehn immer eine hohe finanzielle Belastung durch die höhere anfängliche Tilgungsrate.

Mehr in meiner Antwort zu dieser Frage: http://www.finanzfrage.net/frage/bekommt-man-fuer-volltilgerdarlehen-zinsrabatte...

Kommentar von LittleArrow ,
Kommentar von LittleArrow ,

Es gibt auch beim Volltilgerdarlehn die Möglichkeit, Sondertilgungen zu vereinbaren, um noch zinsunabhängige persönliche Sondereffekte zu berücksichtigen, z. B. Erbschaften, Weihnachtsgeld, Prämien, Auszahlungen aus alter Kapitallebensversicherung, größeres Bank-/Wertpapierguthaben liquidieren usw. Die Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Ereignisse (Höhe und Zeitpunkt), aber auch die Zinssituation beim Eintritt ist ungewiss. Daher muss jetzt offen bleiben, ob diese Mittel zur Sondertilgung eingesetzt werden oder eine Anlage am Kapitalmarkt evtl. günstiger ist.

Die Bewertung der "Günstigkeit" der Finanzierung umfasst also nicht nur den Zinsaspekt (der sehr vordergründige Tipp: "Je günstiger, desto besser!"), sondern auch weitere Bewertungskriterien, wie Kalkulationssicherheit, finanzielle Tragbarkeit der Kapitaldienstraten (Annuität), finanzielle Freiheitsgrade (Sondertilgungsrecht, Kündigungsrecht, Rangigkeit im Grundbuch oder gar spätere Änderung der anteiligen Tilgungsquote bzw. Ratenhöhe) und Neubewertungsrisiko (Bonitätsprüfung bei der Anschlussfinanzierung). Bei vermieteten Objekten kommen noch steuerliche Aspekte hinzu, z. B. Nutzung eines Disagios, Tilgungsaufschub.

Antwort
von baufibemu,

Es gibt in der Tat Banken, die belohnen eine vereinbarte Volltilgung innerhalb der vereinbarten Zinsbindung mit speziellen Sonderkonditionen. Wenn man in deren Einzugsgebiet ist, sind diese Konditionen unschlagbar. Wenn man diese Sonderkonditionen nicht bekommt, stellt sich die Frage, ob man tatsächlich eine Volltilgung fest vereinbaren sollte, oder nicht lieber mehr Flexibilität in seine Finanzierung einbaut. Tilgungssatzwechsel und optionale Sondertilgungen sind hier die Stichworte. Damit kann auch eine Volltilgung erreicht werden.

Beste Grüße

Antwort
von Scrooge,

Erste Frage: fremdvermietet oder eigengenutzte Immobilie? Volltilger heißt, Du hast Zinssicherheit und Ratensicherheit bis zur kompletten Rückzahlung. Die Rate kann aber auch dementsprechend hoch sein - ist die dann noch tragbar? In der aktuellen Niedrigzinsphase bietet es sich natürlich an, die Zinsen bis zu Null herunter zu sichern. Kein Zinsabschlussrisiko. Wenn die Immobilie aber fremdvermietet ist, würde ich mir verschiedene Finanzierungsangbote durchrechnen lassen.

Antwort
von robinek,

Habe mich auch mit diesem Thema, jetzt an den Feiertagen, beschäftigt. Die Hypobank hat in der Werbung eine kostenlose Videoberatung. Ruf sie auf. Auch unter Google: Volltilgerdarlehen habe ich interessantes darüber gelesen!

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