Frage von einekurzefrage, 70

Viele Fragen zu freier Mitarbeit und Arbeitslosigkeit - was genau muss ich tun?

Kenne mich leider noch nicht so gut aus: Mein Arbeitsvertrag endet diesen Monat. Leider wurde mir in der Probezeit gekündigt - die Auftragslage ist im Sommer leider gleich 0. Habe 5 Monate beim jetzigen Arbeitgeber in Vollzeit gearbeitet. Davor habe ich mein Studium abgeschlossen, zwischen Abschluss und Beginn des Arbeitverhältnis war ich einige Monate arbeitssuchend.

Habe mich telefonisch schon beim Arbeitsamt arbeitssuchend gemeldet. Anspruch auf ALG1 habe ich nicht, da ich zu kurz beschäftigt war. ALG2 wohl auch nicht, da ich durch ein Erbe seit Ende letztem Jahres ein paar Mieteinnahmen habe. Ca. 1000€ pro Monat brutto. Muss mich aber noch mit jemandem vom Amt treffen.

Nun hab ich ab 1. Mai also keinen Job mehr. Allerdings ein Angebot als freier Mitarbeiter bei einem seriösen Medienunternehmen. Das würde ich gerne machen, denn es wäre sicherlich gut für meinen Lebenslauf und die Arbeit würde Spaß machen. Erstmal drei Monate auf Probe: 5 Tage pro Monat mit einer Tagesgage von 225 Euro. Wäre ab Mai (in der dritten Mai-Woche hätte ich meine 5 Tage für den Mai).

Ich würde mich aber weiter bewerben, evtl kann ich ab September eine Festanstellung bei einem anderen Arbeitgeber haben. Hoffentlich.

Nun weiß ich nicht, was ich Versicherungstechnisch machen soll und brauche mal einen Rat: Ein bißchen gegoogelt habe ich, werde daraus aber nicht schlau.

Aktuell bin ich noch über meinen Arbeitgeber versichert, muss meiner Krankenversicherung aber mitteilen, was ab Mai ist.

Noch habe ich für die freie Mitarbeit nichts unterschrieben (weiß auch nicht genau, ob ich überhaupt etwas bekomme - einen Arbeitsvertrag bekomme ich ja nicht?) aber mündlich die Zusage und auch per Mail, dass es beantragt sei.

Was sage ich denn nun meiner Krankenversicherung? Ich will weiter in der gesetzlichen bleiben, eben dann wohl wieder freiwillig, wie im letzten Jahr, als ich arbeitssuchend mit eigenen Mieteinnahmen war. Damals bekam ich keine Leistungen vom Amt außer der Anrechnung der Rentenpunkte.

Wenn ich aber freier Mitarbeiter bin, bin ich dann überhaupt noch arbeitssuchend? Wahrscheinlich doch nicht - kann ich denn dann freiwillig weiter Rentenbeiträge zahlen? Und wie läuft das? An wen muss ich mich wenden und wieviel Kosten kommen da auf mich zu in etwas?

Und: Kann ich auch freiwillig Arbeitslosenversicherung zahlen? Muss ja irgendwann mal auf meine 12 Monate kommen, für den Fall, dass ich nach der freien Mitarbeit den anderen festen Job bekomme, den aber wieder verlieren sollte? An wen wende ich mich da und was käme da an Kosten auf mich zu?

Und was müsste ich als freier Mitarbeiter sonst für behördliche Sachen abklären? Muss ich dem Finanzamt im Vorfeld bescheid geben? Ich blicke einfach nicht mehr durch. Vielleicht kennt sich da jemand aus und kann mir helfen? Oder an wen wendet man sich da am besten?

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo einekurzefrage,

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Antwort
von Kevin1905, 66

Aktuell bin ich noch über meinen Arbeitgeber versichert, muss meiner Krankenversicherung aber mitteilen, was ab Mai ist.

Joa.

Noch habe ich für die freie Mitarbeit nichts unterschrieben (weiß auch nicht genau, ob ich überhaupt etwas bekomme - einen Arbeitsvertrag bekomme ich ja nicht?)

Verträge gibt es da schon.

Ich will weiter in der gesetzlichen bleiben, eben dann wohl wieder freiwillig, wie im letzten Jahr, als ich arbeitssuchend mit eigenen Mieteinnahmen war.

Dann mach das doch. Kurzer Hinweis auf § 240 SGB V. Beitragsrelevant sind neben den Mieteinnahmen (abzgl. Werbungskosten) auch die Gewinne aus der Selbständigkeit bis maximal 4.125,- € pro Monat.

kann ich denn dann freiwillig weiter Rentenbeiträge zahlen?

Die Frage wäre, ob du nicht sogar pflichtversichert wärst, wenn du als Selbständiger auf Dauer und im Wesentlichen (5/6) nur für einen Auftraggeber tätig bist. Besonders viele Informationen zu deiner Tätigkeit machst du ja nicht.

Ansonsten wären freiwillige Beiträge rausgeschmissenes Geld, denn sie erhalten dir keinen Anspruch auf  Erwerbsminderungsrente oder berufliche Reha. Mindestbeitrag wären 84,15 € pro Monat.

Dann gäbe es da noch die Antragsfplichtversicherung.

Kann ich auch freiwillig Arbeitslosenversicherung zahlen?

Nein. Aber auch hier ist eine Antragspflichtversicherung möglich (§ 28a SGB III).

An wen wende ich mich da und was käme da an Kosten auf mich zu?

Deutsche Rentenversicherung bzw. Agentur für Arbeit. RV-Beitrag beträgt 18,7% entweder auf den Gewinn oder auf die Bezugsgröße. ALV Beitrag 3,0%.

Und was müsste ich als freier Mitarbeiter sonst für behördliche Sachen abklären? Muss ich dem Finanzamt im Vorfeld bescheid geben?

Freiberufliche Tätigkeiten sind dem FA anzuzeigen, Gewerbe anzumelden.

Kommentar von vulkanismus ,

Gewerbe anzumelden ist falsch - er hat ja keines.

Antwort
von Rentenfrau, 64

Hallo einekurzefrage,

mein Rat: triff Dich auf jeden Fall mit einem Leistungsmitarbeiter vom Jobcenter, sie werden durchrechnen, ob Du -trotz der Mieteinnahmen - Alg II bekommen kannst. Denn beim Bezug von Arbeitslosengeld II wärst Du in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung pflichtversichert. 

Wenn Du den Job mit der "freien Mitarbeit" bekämst, mußt Du das natürlich dem Jobcenter mitteilen, die rechnen dann, ob Du noch weiterhin Alg II bekommst.

Wenn Du keinen Anspruch auf Alg II hast, solltest Du Dich bald mit Deiner Krankenkasse beraten und dort den Antrag auf freiwillige Krankenversicherung stellen. Beiträge zur Arbeitslosenversicherung könntest Du auf Antrag zahlen (ist freiwillig), wende Dich hierzu an die örtliche Arbeitsagentur. 

Rentenbeiträge kann man auch freiwillig zahlen, hier kannst Du den Antrag bei der Deutschen Rentenversicherung stellen. Würde Dir raten, Dich vorher bei der Auskunfts- und Beratungsstelle der Rentenversicherung beraten zu lassen, ob die freiwillige Rentenversicherung bei Dir zu empfehlen wäre.

Antwort
von TobiK81, 47

Ich würde dir auch raten das Jobcenter aufzusuchen. Ich denke, dort kann man deine doch recht spezifischen Fragen gut beantworten.

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