Frage von SabineSiems, 61

Verzweifle an Tageszinsberechnung in OpenOffice

Guten Tag, mein Chef hat mich beauftragt, eine Tabelle zu erstellen für die Ratenzahlung eines Kunden. Ist wohl ein privater Kredit. Der Kunde soll monatlich den Betrag X zurückzahlen, insgesamt 54 Raten. Die Verzugszinsen betragen fix 2%. Nun möchte mein Chef, dass bei jedem Zahlungseingang auch die Tageszinsen korrekt berechnet werden, falls die Zahlung zu spät oder unvollständig kommt. Der Kredit selbst wurde nicht verzinst.

Eine Tabelle hatte ich mir schon gebastelt. Ich habe allerdings Schwierigkeiten, wenn der Kunde statt 200 Euro vielleicht nur 80 zahlt und das auch noch 12 Tage zu spät. Dann müssten die Verzugszinsen ja quasi für 12 Tage und einen Betrag von 120 EUR berechnet werden. Dann ist 18 Tage die nächste Rate fällig und da weiss ich nicht, wie ich das als Formel in die Tabelle bringe. Weil ich für die Berechnung der Tageszinsen ja zwei Datumsangaben brauche und ich da grad auf dem Schlauch stehe, von welchem Datum ich überhaupt ausgehen muss. Ich hab mich scheinbar heute auch schon zulang damit befasst.

Hat da jemand einen Tipp, wie man das einfach und übersichtlich lösen kann?

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo SabineSiems,

Schau mal bitte hier:
Kredit Zinsen

Antwort
von imager761, 59

Hat da jemand einen Tipp, wie man das einfach und übersichtlich lösen kann?

Ich würde einen Verzugszinsenrechner einsetzen.

Am 21.06. wären 1000 EUR fällig. Es wurden 8 Tage später 200 EUR bezahlt, demnach betrüge die offene Forderung 800 EUR + 0,0438 EUR Verzugszinsen für 8 Tage = 800,35 EUR.

Zahlt er am am 15.07. 18 Tage zu spät (3 in Juni, 15 in Juli) 80 EUR, macht das statt (800,35 - 80 =) 720,35 EUR einen Rest von 721,06 EUR (.

Das führt man solange fort, bis eine Null bei Restschuld steht und braucht pro Zahltag 10 Sekunden für Eingabe, Berechnung und Aktualisierung :-O.

Die Werte Datum, geschuldeter Betrag (= Übertrag Restschuld), Zahlung, Verzugszinsen, Restschuld (Saldo) kann man in einer writer-Tabelle erfassen, aktualisieren und ihm jedesmal auf den Schreibtisch legen :-)

http://www.zinsen-berechnen.de/verzugszinsrechner.php

G imager761

Antwort
von wfwbinder, 34

Ich würde den Chef auf nette Art fragen, ob er noch ganz Dicht ist. Man könnt ihn ja mal fragen, ob er unter "Morbus Bahlsen" * leidet.

Wenn Du die Tabelle machen willst (wobei ich den Sinn nicht sehe einen Kredit zinslos zu geben, aber Verzugszinsen tageweise zu berechnen), dann eine Tabelle der regelmäßiger Tilgungen anlegen.

Dann daneben Spalten für Zahlungseingang udn eingegangene Summe. die nächste Spalte dann die Zinsberechnung, wobei mir nicht klar ist, wie Du mit dem Problem klar kommen willst, wenn auf die Rate 01.07. i.H.v. 200,- nur 120,- gezahlt werden, wird dann die nächste Zahlung automatisch geteilt (also 200,- kommen, 80,- gehe auf alt udn 120,- auf aktuell, oder werden die fehlenden 80,- bis zum Ende durchverzinst.

Ich halte die ganze Idee für abwegig.

  • (Morbus Bahlsen = weicher Keks)
Kommentar von ancuta44 ,

erstens vielen Dank für die rasche Antwort, ich bälestige Sie mit noch 2 Fragen: ist die Bank verpflichtet Auskunft über mein Sparbuch zu geben weil bei seiner Bank eröffnet wurde? Wäre es sinnvoll das Sparbuch auf einer andere Bank zu transferiren? ich kann Ihnen nicht genug Danken, ich bin so froh dass es Menschen wie Sie geben.

Kommentar von wfwbinder ,

@acunta44

Ich verstehe die Frage nciht. Wenn ich bei einer Bank einSparbuch habe, muss mir die Bank umfassend Auskunft geben (jede Bewegung).

Warum auf eine andere Bank gehen? Ich verstehe den Zusammenhang nicht.

Kommentar von SabineSiems ,

Ja, das macht eigentlich keinen Sinn dieser Aufwand, zumal die Zinserträge auch sehr gering wären. Ich werde meinem Chef Montag vorschlagen, alles in einer kleinen Tabelle übersichtlich zu listen (also fällige Raten und Zahlungen, ggf. Kosten) und gut. Wenn es zu häufigem Zahlungsverzug und/oder ggf. weiteren Kosten zur ZV kommen sollte, muss ohnehin etwas anderes ran. Danke.

Antwort
von SabineSiems, 47

Ok, vielen Dank an alle, die sich hier Arbeit gemacht haben. Ich habe vorhin mit dem Chef telefoniert und ihm auch diese Seite hier geschickt. Er ist nun auch überzeugt, dass es reicht, wenn wir ein Konto (Tabelle) mit den Raten und Zahlungen führen und im Falle eines Zahlungsverzugs wird das vom Steuerbüro weiterbearbeitet. Die haben ja auch passende Software für vernünftige Forderungsberechnungen.

Thema dann erledigt. Nochmals Danke für die Tipps hier.

Antwort
von gandalf94305, 37

Der Kontostand des Darlehens ist zu Beginn der Ausgangsbetrag. Jede Zahlung wird als negativer Wert dem Kontostand zugebucht.

Wenn nun zu einem Fälligkeitsdatum eine Zahlung geringer als die Sollzahlung eintrifft, dann gibt es ein paar Besonderheiten. Soll jemand 200 EUR zahlen und zahlt nur 80 EUR, dann tickt die Verzinsung für die 120 EUR weiter. Zahlt dann jemand zum nächsten Zahlungszeitpunkt 80 EUR, bezieht sich das nicht auf die neue Rate, sondern auf die Abzahlung der alten, von der dann immer noch 40 EUR bleiben. Außerdem steht die neue Rate mit 200 EUR aus.

Es handelt sich also um zwei Konten.

Spalte A: Kontostand, beginnend mit dem Darlehenssaldo.

Spalte B: die geplanten Zahlungen. Sie werden von Spalte A abgezogen und zu Spalte C hinzugezählt.

Spalte C: das mit Sollzins verzinste Konto. Der Saldo hier wird für jeden Tag mit 1/360 des Sollzinses berechnet. Eingehende Zahlungen des Kunden werden vom Saldo abgezogen.

Spalte D: Zahlungen des Kunden. Sie werden von Spalte C abgezogen.

Spalte E: Summe aus Spalte A und Spalte C. Das ist der gesamte Kontostand.

Du hast also quasi zwei Konten:

  • Eins ist das eigentliche Darlehenskonto (Spalte A), das monatlich eine Rate von dem Zahlungskonto (Spalte C) abbucht.

  • Der Saldo auf dem Zahlungskonto wird mit 2% p.a. verzinst.

Zahlt der Kunde also rechtzeitig, gerade wenn die Umbuchung vom Zahlungskonto auf das Darlehenskonto erfolgt, dann fallen keine Zinsen an, da die Ein- und Ausbuchungen Null ergeben. Zahlt der Kunde weniger, fällt für den Differenzbetrag Zins an.

Antwort
von Sobeyda, 27

Leider habe ich noch nie mit OpenOffice gearbeitet, aber vielleicht ist es ja ein Excel-Klon. Jedenfalls könnte Dein Chef ja auch mal in MS-Office investieren, so teuer ist das nicht.

nh Excel gibt es die Funktion TAGE360 die - bezogen auf ein Jahr mit 360 Tagen - die Tage zwischen zwei Datümern bestimmt: TAGE360(Datum1;Daatum2).

Wenn Dein Chef auf die genauen Tage gesteht, reicht es in Excel, die Datümer voneinander anzuziehen, weil intern jedes Datum einer ganzen Zahl entspricht.

Ich würde mindestens folgende Spalten in meiner Tabelle haben: Fälligkeitsdatum, Datum des Zahlungseingang, Anzahl der Tage zwischen den beiden Datümern; eingegangene Zahlungen und noch ausstehende Zahlungen. Dann kannst Du auf die noch ausstehenden Zahlungen die Zinsen berechnen.

Um bei Deinem Beispiel zu bleiben: Fälligkeitsdatum: 01.06.2014 Eingang der Zahlung: 12.06.2014 TAGE360(01.06.2014;12,06,2014) = 12 eingegangene Zahlung 80 ausstehende Zahlung: 200 ./. 80 = 120 Verzugszinsen 12 /360 * 120 * Zinssatz

Kommentar von SabineSiems ,

Danke sehr für die Mühe mit den Formeln. Ähnlich weit war ich bereits. Dann kamen aber neue Probleme hinzu, wenn z. B. Zinsen fest gebucht werden. Dann müsste ich einzelene Forderungen so kennzeichen, dass die beim nächsten Durchlauf nicht nochmal berechnet werden usw. So umfangreich wie mein Chef das möchte, wird das wohl nur eine professionelle Inkasso- oder Forderungssoftware abdecken.

Kommentar von Mikkey ,

in MS-Office investieren

Manchmal gibt es Gründe, die Geschäftskontakte zu amerikanischen Unternehmen zu minimieren ;-)

Mit Open-Office ist nicht besser und nicht schlechter arbeiten als bei dem Pendant von Winzigweich.

Übrigens ist ein Tageszins nicht der Bruchteil des Jahreszinses, sondern die 365-ste Wurzel aus 1+Jahreszins.

Kommentar von Sobeyda ,

Ja, man kann es mit der Genauigkeit des Zinses auch übertreiben. Das mit der Wurzel hat Auswirkungen in der dritten Nachkommastelle... auch wenn Du formal Recht hast.

Kommentar von EnnoBecker ,
aber vielleicht ist es ja ein Excel-Klon.

Schön wärs.

Die Grundfunktionen kann man adaptieren. Aber wer wirklich jahrzehntelang mit Excel gearbeitet hat wie ein gewisser Kommentator hier in der Umgebung, der verzweifelt an den Funktionen.

Ich habs runtergeschmissen.

Nichts gegen LibreOffice, aber ich bin leider ein Ergebnis jahrzehntelanger Redmond-Indoktrination.

Antwort
von billy, 20

Bastele Dir eine Tabelle in MS Excel alles kein Problem.

Antwort
von Primus, 20

Die Frage riecht für mich ganz stark nach Hausaufgaben ;-))

Kommentar von SabineSiems ,

Nein, keineswegs. Sonst würde ich ja kein Geld dafür bekommen.

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