Frage von akz1208,

Verwaltungskosten einer beitragsfrei gestellten Rentenversicherung

Hallo, ich habe eine fondsgebundene Rentenversicherung beitragsfrei gestellt. Die Versicherung machte mich im aktualisierten Versicherungsschein darauf aufmerksam, dass die Anzahl der Fondsanteile durch die mtl. anfallenden Verwaltungskosten sinken werde. Auf meine Frage, wie hoch die Verwaltungskosten denn seien, erhielt ich die Antwort, dass man mir diese Auskunft aus wettbewebsrechtlichen Gründen nicht geben könne. Welcher Wettbewerb? Ich bin doch bereits Kunde! Ist es tatsächlich zulässig, dass man mir diese Informationen vorenthält? Im Versicherungsvertrag habe ich keinen Hinweis auf die Höhe der Verwaltungskosten gefunden, wie kann ich die Versicherung dazu bringen, mir Auskunft zu geben? Vielen Dank vorab für Antworten!!

Antwort
von Sobeyda,

Die Ausrede erscheint mir etwas fadenscheinig. Vielleicht hat Deine Versicherung wirklich Angst, dass Du zur Konkurrenz läufst und denen die Kostensätze verrätst. Wahrscheinlicher ist aber, dass sie sich nicht in die Karten schauen lassen wollen.

Bei Beitragsfreistellung werden die Kosten in der Regel als Prozentsatz auf das Fondsvermögen berechnet und entsprechend Anteile verkauft. Möglich sind auch sogenannte Stückkosten, das ist ein fester Betrag, der monatlich entnommen wird, was besonders blöd ist, wenn die Börse gerade schlecht läuft. Möglich ist auch eine Mischung aus beiden.

Ich würde die Versicherung mal auf §7 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) hinweisen, danach ist sie verpflichtet, die Kosten auszuweisen. Das gilt zwar insbesondere für Neuabschlüsse ab 2008, aber sie muss auch bei Änderungen der Mitteilungspflicht nachkommen. Und falls Du die Versicherung vor 2008 abgeschlossen haben solltest, fällt mir als juristischer Laiin spontan kein Grund ein, warum das nicht auch hier gelten soll.

Auf den Ombudsmann wurde ja bereits hingewiesen, eine andere Möglichkeit ist eine Beschwerde bei der Aufsichtsbehörde BaFin.

Und wenn es hart auf hart kommt, hilft nur die Klage, dann müssen sie die Hose runter lassen. Aber ob das die Sache Wert ist?

Antwort
von GAFIB,

Die lfd. Kosten eines Versicherungsmantels liegen meist zwischen 6 und 12% (vgl. Vertragstext, "Kleingedrucktes") der Einzahlungen. Bei beitragsfreien Versicherungen fallen nur Teile dieser Kosten an. Von mind. 5% p.a. kann man aber meist ausgehen. D.h., wenn die in der RV enthaltenen Fonds weniger als ca. 5% Wertzuwachs pro Jahr erzielen, dann dürfte das Vertragsguthaben auch insgesamt sinken.

Ich empfehle, die Versicherung erneut zur Nennung der Kosten aufzufordern, ggf. hilft ein Hinweis auf die mögliche Einschaltung des Ombudsmannes: http://www.versicherungsombudsmann.de/home.html

Alternativ kann man die Wertentwicklung einige Monate lang anschauen und selber kalkulieren, was verloren geht. Dabei ist dann die Differenz zu betrachten zur Wertentwicklung der Fonds im selben Zeitraum.

Antwort
von Rentenfrau,

Hi akz1208, die Antwort Deiner Versicherung scheint wirklich etwas "fadenscheinig" zu sein, als Kunde hast Du ein berechtigtes Interesse über die Höhe der anfallenden Verwaltungskosten informiert zu sein. Ich würde noch eine schriftliche Anfrage an den Versicherungsvorstand stellen (freundlich fragen, Frist geben) - und wenn Du dann keine Antwort gibst, würde ich Dir raten Dich an den Ombudsmann zu wenden.

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