Frage von woxxow,

Versteuerung Abfindungszahlung

Hallo zusammen,

meine Frau im Januar 2013 ein Abfindungsangebot Ihres Arbeitgebers angenommen. Sie war 3 Jahre in Elternzeit und hätte im Februar wieder anfangen sollen zu arbeiten.

Im Januar hatte Sie also kein Einkommen, außer der Abfindung. Die Lohnsteuerklasse haben wir nicht angepasst, so dass sie mit lst.klasse 5 abgerechnet wurde.

Der Arbeitgeber sagt jetzt, dass unter Berücksichtigung der 1/5-Regelung die Abfindung i.H.v. ca 35000 € Brutto mit knapp 20000€ Netto zur Auszahlung kommt.

Dass sieht eher so aus, als ob die 1/5-Regelung NICHT angewendet worden wäre, oder liege ich da falsch? Ein Steuerabzug i.H.v. 44% kann doch bei der 1/5-Regelung nicht rauskommen, oder?

Vielen Dank für Eure Antworten.

Antwort von EnnoBecker,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Hast du denn überhaupt verstanden, was die Fünftelregelung eigentlich ist?

Die kann doch im Lohnsteuerabzugsverfahren gar nicht oder höchstens näherungsweise angewendet werden.

Überschlagen wir mal:

a) Auf Jahresbasis
35.000 / 5 = 7.000, Steuer darauf = 0% = 0, dies mal 5 bleibt 0

b) auf Monatsbasis
35.000 ergeben 420.000 pro Jahr, durch 5 bleiben 84.000. Steuer darauf 42% = 35.280, dies mal 5 ergibt 176.400, was übrigens auch 42% von 420.000 sind. Dies durch 12 ergibt knapp 15.000.

Dies nur mal als Hinweis, wie schief man liegen kann.

Außerdem hat der Arbeitgeber gesagt, es kommen 20.000 zur Auszahlung. er hat nicht gesagt, dass das alles Steuern sind.

Kommentar von woxxow,

Hallo EnnoBecker,

vielen Dank für Deine Antwort.

Wir haben die Gehaltsabrechnung bereits vorliegen, die 20.000 Abzug sind Steuern (Lohnsteuer inkl. Kirchensteuer und Soli).

Zu Deiner Antwort, meinst Du damit die Zahlen sind nachvollziehbar? Wieso sollte man nach teil b) rechnen und die Abfindung auf das Jahr hochrechnen? Das kann ich nicht nachvollziehen, kannst Du das noch erläutern?

Kommentar von EnnoBecker,

Nein, kann ich nicht erläutern, es wäre ja falsch.

Aber ich hab ja auch nicht gesagt, dass er richtig gerechnet hätte. Ein Richtig kann es ja gar nicht geben. Die Frage ist eben, wie weit falsch er da gerechnet hat.

Kommentar von GAFIB,

@woxxow: Die Frage hatten wir hier kürzlich schon in ähnlicher Form:

http://www.finanzfrage.net/frage/jahreseinkommen-bei-abfindungszahlung-im-januar...

Kommentar von woxxow,

Hallo GAFIB,

vielen Dank für den Hinweis, über google-Suche habe ich das nicht gefunden (oder war zu ungeduldig).

In dem Fall meiner Frau siehts es in der Schlussfolgerung so aus, als ob der AG ein fiktives Gehalt zugrunde gelegt hat und daher zu einem hohen Steuerabzug kommt.

Bei einer Bestätigung ihrerseits dass keine weiteren Einkünfte anfallen werden könnte der AG die Abfindung also anders behandeln.

Bin ich da gedanklich auf dem richtigen Weg?

Kommentar von GAFIB,

Ja, der Weg ist richtig. Allerdings wäre die Aussage evt. zweifelhaft, wenn der vh Partner ebenfalls Einkommen hat und eine Zusammenveranlagung erfolgt. Aber man kann generell ja auch getrennte Veranlagung wählen im Abfindungsjahr - ob sich das lohnt, ist die 2. Frage.

Kommentar von EnnoBecker,

In dem Fall meiner Frau siehts es in der Schlussfolgerung so aus, als ob der AG ein fiktives Gehalt zugrunde gelegt hat und daher zu einem hohen Steuerabzug kommt.

Ja und Nein. Denn das fiktive Gehalt wird ja nicht versteuert. Die Steuer hier ist aber bei 42% (+ SolZ), damit sind wir bei den oben eingebrachten Zahlenverhältnissen. Der AG muss also so getan haben, als wäre die Frau bereits im Spitzensteuersatz. Also einer Region, in der die Fünftelregelung verschossenes Pulver ist.

könnte der AG die Abfindung also anders behandeln.

Ja. Allerdings ist bei allen Überlegungen zu bedenken, dass die Höhe der Einkommensteuer am Ende stets dieselbe sein wird, egal, was jetzt vorausbezahlt wird.

Kommentar von woxxow,

Aber das hieße ja dass die Abfindung als "normales" Gehalt betrachtet worden wäre, sonst könnte Sie sich ja nicht im Spitzensteuersatz befinden.

Ich interpretiere (!) das jetzt so, dass in irgendeiner Form ein Fehler in der Gehaltsabrechnung vorliegt bzw. eine Annahme die nicht zutrifft.

Kann ich das so sagen?

Kommentar von EnnoBecker,

Warum kann ich mich nicht im Spitzensteuersatz befinden? Kannst aber ruhig Du sagen, das machen hier alle, sogar die liebe Kerstin und Maxieu.

Warum kann sich die Besteuerung der Abfindung nicht im Spitzensteuersatz befinden? Wenn das Fünftel sich im Spitzensteuersatz befindet, tut es das Ganze auch, denn höher geht es nicht.

Kommentar von woxxow,

ok, dann du in zukunft.

wenn ich an den anfang zurückgehe und Deine variante a) anschaue, die m.E. ja die korrektere Betrachtung der fünftel-regel ist, dann befinde ich mich mit 35000 € brutto, respektive 7000 €, doch nicht im spitzensteuersatz, oder?

Kommentar von EnnoBecker,

Die Frage hatten wir hier kürzlich schon in ähnlicher Form:

Woran man mal wieder schön sieht, dass "ähnlich" eben nicht "gleich" ist. In jeder Frage gab es wenigstens ein Januargehalt.

In dieser hier haben wir außer der Abfindung gar nichts.

Antwort von barmer,

Hallo,

ich würde mch nicht trauen, im Januar das Ergebnis einer Fünftel-Regelung vorauszusagen. Dazu braucht man das restliche Einkommen des Jahres incl. dem des Ehepartners.

Durch Klasse 5 ist die Auszahlung - die ja vorläufig ist - extrem hoch, denn sie unterstellt das Zweieinhalbfache Einkommen durch den Partner. Das wiegt die Fünftelregelung mehr als auf.

Der Arbeitgeber hat wahrscheinlich 5 mal 7000 EUR angesetzt, aufgrund Steuerklasse 5 kommt man da locker auf den Steuersatz von über 40% und einmal gibt es ja auch noch Sozialabgaben.

Viel Glück

Barmer

Kommentar von woxxow,

Hallo Barmer,

ich habe die Daten meiner Frau und meine derzeitigen im letztjährigen Steuerprogramm eingetragen. Bei getrennter Veranlagung bekommt meine Frau fast alles wieder ausgezahlt. Klar, ich habe eine Nachzahlung, aber diese ist im Vergleich zu vernachlässigen.

Demnach wäre mir eine sofortige höhere Auszahlung natürlich lieber, da keine Nachzahlung zu erwarten ist.

Wir haben sehr hohe Freibeträge durch die Behinderung eines unserer Kinder.

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