Frage von ThadRaven,

Versicherungen machen weniger glücklich - was ist eure Meinung dazu?

Ich habe letzte Woche von einer Harvard Studie gelesen in der es darum geht wie man Geld ausgeben sollte, so dass es einen glücklich macht. Schon auf Platz vier kam: buy less insurance. Wie ist eure Meinung dazu? Machen mehr Versicherungen wirklich weniger glücklich?

Antwort
von RHWWW,

Hallo,

wenn man das Geld für andere Dinge als Versicherungen ausgibt, ist man glücklicher. Für mich ist das einleuchtend und nachvollziehbar.

Aber der umgekehrte Satz: "Fehlende Versicherungen könnnen unglücklich machen!" ist für mich genauso einleuchtend: Totalschaden beim nagelneuen Auto, abgebranntes Haus, ein Unfall mit Querschnittslähmung .... -> neben Ärger, Lauferei und Schmerzen kommen dann noch große finanzielle Sorgen hinzu.

Fazit: Man sollte Versicherungen für Schäden abschließen, die einen finanziell unglücklich machen können. Alle anderen Versicherungen sollte man kündigen.

Gruß

RHW

Antwort
von brodiand,

Mein Kommentar zum Thema "Versicherungen machen glücklich!": Meine PKV z.B. hat sich in den Beiträgen grob gerechnet aller 10 Jahren verdoppelt (klar die werben mit -wir sind immer für sie da-) aber ich bin selten krank gewesen und die haben gut an mir verdient. Wenn man älter wird machen die einfach einen neuen Tarif für jüngere auf und die Alten müssen dann sehen wo sie bleiben. Ich rate nur allen die sich jung entscheiden in die PKV zu wechseln, legt das Geld was Ihr spart zur Seite, sonst werdet Ihr im Alter NICHT GLÜCKLICH! Das ist schon wegelagerei und Erpressung, denn man kann sich nicht dagegen wehren. Die einzige Möglichkeit ist, sich aus Deutschland zu verabschieden. Ist ja vielleicht gewollt, da stimmt die Demografische Entwicklung wieder!!

Viel Glück! Ach so, als ich vor 23 Jahren über Ungarn in den Westen gegangen bin und am Anfang Haus, Auto usw. zurückgelassen hatte und nichts hatte außer ein kleines Zimmer in einem Wohnheim - da hatte ich das Gefühl glücklich zu sein! .... und dann ging alles wieder los, Versicherung für dies und das, fürs Alter sparen, arbeiten für Haus und Luxus den man nicht braucht.... und immer wird man von allen Seiten zugedeckt mit Sinnlosem, nur weil alle verdienen wollen/müssen!? Sind wir nicht alle ein bisschen verrückt? Und wenn einer nicht mitmacht ... Gustl Mollath ...

Antwort
von Niklaus,

Wenn man die alte Maslow' sche Bedürfnis-Pyramide hinzuzieht, steht Absicherung an zweiter Stelle direkt über den Grundbedürfnissen. Alle Menschen die etwas haben ,haben auch das starke Bedürfnis das Erreichte auch abzusichern. Aber Glück erreicht man anscheinend nur in den Stufen darüber. http://tinyurl.com/c98j8en

Antwort
von Candlejack,

Höchstens, weil man sich Gedanken macht, wie man alle bezahlt ;-)

Mich persönlich machen die Versicherungen glücklich, die ich habe, weil sie mir im Notfall eine gewisse Sicherheit für mich und meine Familie bieten.

Deutsche haben ohnehin ein sehr gespaltenes Verhältnis zu Versicherungen. Am liebsten so wenig wie möglich, aber sobald irgendwas passiert oder kaputt geht, wir gefragt, welche Versicherung das zahlt (siehe hier auf der Seite) ;-)

Antwort
von Privatier59,

Es wäre natürlich schon sehr interessant gewesen, wenn den Teilnehmern der Umfrage die Zusatzfrage gestellt worden wäre, ob sie schon mal einen großen Schadensfall gehabt hatten und dann zu differnzieren. Da sähe das Ergebnis sicher anders aus. Und im übrigen haben die Amis in Sachen Sicherheit offenbar eine ganz andere Mentalität als wir Deutsche. Ein Volk wie unseres, das im vergangenen Jahrhundert mehrfach alles Erarbeitete verloren hat, denkt über Sicherheit wesentlich anders als eins, dem diese Erfahrung gänzlich fehlt.

Kommentar von FREDL2 ,

Ein Volk wie unseres, das im vergangenen Jahrhundert mehrfach alles Erarbeitete verloren hat,

Das Volk waren die Grosseltern, vielleicht für manche noch die Eltern. Diese Erfahrung kommt für uns erst noch.

Kommentar von Privatier59 ,

Der letzte 1000 RM-Schein meiner Oma hängt bei mir an der Wand. Den ist die Anfang der 20er Jahre in der Inflationszeit nicht mehr losgeworden und solche Erinnerungen kreisen in vielen Familien.

Antwort
von obelix,

ich habe Versicherungen nicht, damit sie mich glücklich machen, sondern dass sie den super teuren Fall X absichern. Rein das ist die Motivation, die mich in die Versicherungen treibt. Wenn es dann noch Auflagen gibt für Pflichtversicherungen, schon dann fehlt mir noch mehr Spass, diese zu haben oder abzuschliessen.

Man könnte nun auch ein wenig phylosophisch argumentieren: wer Versicherungen liebt, wer sie gerne abschliesst, was könnte das für eine Persönlichkeit sein. Unsicher, vorsichtig, Vollkaskomentalität. Kann man mit der Einstellung überhaupt glücklich sein/ werden?

Auch ein Aspekt: wie kann ein so "virtuelles Produkt" wie eine Versicherung, die man nicht riechen kann, nicht sehen kann, damit nicht prahlen kann etc... klar, dass so ein Produkt keinen nachgelagerten Funfaktor hat.

Ich habe meine Versicherungen, weil sie mich absichern, nicht mehr, nicht weniger. Alles ist ein Kalkül der Risikoabsicherung. Und ich hatte noch nie die Motivation, durch den Abschluss einer Versicherung glücklich zu werden/ zu sein.

Antwort
von Kollek,

Ich bin fest davon überzeugt - Versicherungen sollen nicht glücklich machen, sondern lediglich Risiken absichern, was nicht ausschliesst wenn jemand nach einem großen Schaden seine Versicherung in Anspruch nehmen muß und diese dann auch bezahlt, löst das sicher Glücksgefühle aus.

Kommentar von FREDL2 ,

@kollek

seine Versicherung in Anspruch nehmen muß und diese dann auch bezahlt, löst das sicher Glücksgefühle aus.

Nach der Logik, müsste es auch Glücksgefühle auslösen, wenn der Schuster meine Schuhe besohlt.

Mann, das ist ein Deal den ich mit einer Versicherung habe, genauso wie mit dem Schuster. Da muss ich nicht glücklich sein, wenn die ihre Pflicht erfüllen.

Ich lass es jetzt. Keiner versteht mich ;-((

Kommentar von Kollek ,

wenn der Schuster meine Schuhe besohlt. - das würde ich mal versuchen oder ein Pferd befragen!!

Ich lass es jetzt. Keiner versteht mich ; - und woran das wohl liegen mag??

Antwort
von gammoncrack,

Kann ich mir gut vorstellen.

  1. Je weniger Versicherungen man hat, desto weniger Rechnungen flattern jährlich ins Haus

  2. Je länger ich für Versicherungen zahle und sie nicht in Anspruch nehme, umso mehr ärgere ich mich über das "verschwendete" Geld

  3. Wer ganz viele Versicherungen abschließt hat natürlich auch mehr Angst, dass etwas passiert, ist also von Natur aus ein Pessimist und natürlich weniger glücklich als der Optimist.

Kommentar von Franzl0503 ,

Wenn man mit den Folgen leben kann und nicht ständig versucht, andere für Schäden verantwortlich zu machen von anderen zu fordern, mögen deine Vorstellungen stimmen.

Kommentar von Candlejack ,

zu 2.) das ist die falsche Mentalität und so berate ich auch nicht. Eine Versicherung ist keine Investition. Eine Versicherung ist für die Möglichkeit eines Risikos und wenn nix passiert - Geld weg. Ich zahle seit 16 Jahren in die Haftpflicht, bisher nichts und trotzdem ärgere ich mich nicht. Ich zahle seit 16 Jahren in die Hausrat und ärgere mich nicht und ich zajle seit 11 Jahren in eine BU und ärgere mich auch nicht über die 5.700, denn im Notfall würde mich das Geld gerade einmal ein Vierteljahr retten und dann wäre das Amt angesagt ;-) Und ich bin Optimist, fast zu sehr. Aber ich hab eh ne andere Mentalität und bin wohl gerade deswegen in die Branche gegangen.

Kommentar von FREDL2 ,

@Candlejack

Ich zahle seit 16 Jahren in die Haftpflicht, bisher nichts und trotzdem ärgere ich mich nicht.

So wars bei mir auch. Wenn aber ein absolut versicherter Schaden eintritt - nach 19,5 Jahren ohne auch nur irgendwas, und die Herrschaften machen auf blöd, dann ärgere ich mich gewaltig.

Und es ist ausgesprochen ratsam, mich nicht vorsätzlich zu ärgern. Dafür kann ich Zeugen en gros beibringen. So schauts aus.

Kommentar von Candlejack ,

Es ist ausgesprochen ratsam, Dich nicht vorsätzlich zu ärgern ? Gesundes Selbstbewußtsein hast Du jedenfalls... Wenns genug Zeugen gibt, wo war dann das Problem ?

Kommentar von FREDL2 ,

@Candlejack

wo war dann das Problem ?

Sag Du es mir. Waschmaschinenschlauch verlor tröpfchenweise Wasser - vermutlich über Jahre. Mir nicht zugänglich, da hinter einer eingebauten Küche. Versicherung salbadert über Regenwasser.

Bei einer Innenwand? Hätte nur noch gefehlt, dass sie mit Grundwasser ums Eck kommen. Im 5. Stock.

Eine äusserst vertrauensbildende Massnahme, findest Du nicht? Gezahlt wurde schlussendlich. Was auch sonst.

Kommentar von Candlejack ,

Welcher Anbieter mit welchem Tarif aus welchem Jahr wars denn ? Leitungswasserschäden auch mit Allmählichkeitscharakter sollten seit einiger Zeit oft versichert sein. Natürlich muss man dafür seine Privatverträge ab und zu mal aktualisieren. Ansonsten wars ein schlechter Berater. Ich hätte dem Sachbearbeiter auf die Füße getreten bzw. die Schadensmeldung mitverfaßt.

Antwort
von FREDL2,

Ich bin wirklich nicht versicherungsaffin, die tatsächlichen nötigen habe ich natürlich.

Wenn ich nun so überlege... nein, keine davon hat je Glücksgefühle in mir ausgelöst.

Im Gegenteil. Eine private Haftpflicht, welche nach fast 20 schadensfreien Jahren rumzickt, weil sie die Schäden (rel. gering) eines gelockerten Waschmaschinenschlauchs zahlen soll. Eine KFZ-Versicherung, welche trotz höherer SF-Einstufung und ohne Änderung der Typklasse um über 25% erhöht.......

Meine PKV brauchte ich zum Glück seit Jahren nicht in Anspruch nehmen. Selbst die jährliche, nicht unerhebliche Beitragsrückerstattung lässt mich nicht vor Freude tanzen. Ich hab das ja vorher bezahlt.

Rumreisen macht glücklich, Kinder machen das. Selbst Finanzfrage schafft´s, wenn man jemanden helfen konnte und der das auch erkennen lässt. Mit meiner Definition von Glück könnte ich Dich bis morgen Abend zutexten.

Aber Versicherungen? Ich lasse auch die Einwände "aber wenn ein Schaden eintritt, dann ist man froh..." nicht gelten.

Klar ist man froh, dafür hat man auch gezahlt. Glücklich ist ganz was anderes.

Kommentar von Candlejack ,

Zum einen gehen die Meinungen des Kunden, was er nötig hätte und die Meinung eines gut ausgebildeten Beraters dazu oft auseinander.

Neulich habe ich erst gelesen, die Deutschen wären unter- und überversichert. Sie hätten genügend Versicherungen, aber die falschen und gerade die wichtigen nicht.

Der Haftpflicht ist egal, wie viele Jahre sie dabei sind, wenn der gemeldete Fall nicht abgesichert oder fragwürdig ist. Kfz-Versicherungen werden überall teurer, weil die Schäden einfach gewaltig sind. Es gibt 3 oder 4 Anbieter, die kostendeckend arbeiten oder Gewinn machen. Der Rest macht miese. Die Deutschen fahren einfach viel zu aggressiv und ständig knallts irgendwo.

Kommentar von FREDL2 ,

@Candlejack: das darfst Du mir schon zutrauen, dass ich weiss, was ich brauche.

Der angesprochene Haftpflichtschaden war weder nicht abgesichert, noch fragwürdig. Und wenn "die Deutschen" viel zu aggressiv fahren, ist mir das doch egal. Ich tu das nicht und bin`s mehr als leid, ständig und bei allem für die offenbar überwiegend nicht mehr zurechnungsfähige Allgemeinheit mitzuzahlen.

Sollen die Versicherer doch ihr System ändern, ich mache nichts falsch.

Der Rat meines Versicherungsunternehmens, "ich solle doch meine km-Leistung reduzieren" war jedenfalls der blanke Hohn. Ich habe jetzt 6.000/Jahr. Reduktion auf Null vielleicht?

Zum Glück hab ich ein KD-Büro mit Hirn. Soviel zum Thema "Glücksgefühle".

Kommentar von Candlejack ,

Das höre ich seit 16 Jahren von fast jedem Kunden. Und nach einer Stunde Gespräch mit einem ausgebildeten und erfahrenen Berater finden sich oft Fakten, Risiken und Möglichkeiten, von denen der Kunde noch nichts wußte. Wieso ist es für einen Normalbürger so schwer, zuzugeben, dass er eben kein Finanzexperte ist ? Ich bin doch meiner Werkstatt auch nicht böse, wenn sie mir nicht zutraut, zu wissen wie ein Auto funktioniert. Oder meinem Bäcker, wenn er nicht glaubt, dass ich ein gutes Brötchen hinkriege. Aber zum kompetenten eigenen Finanzberater fühlt sich jeder berufen...

Ich kann den Schadensfall nicht beurteilen, aber für Dich war er scheinbar wesentlich klarer als für die Versicherung. Ich habe bisher keinen abgesicherten und nicht fragwürdigen Fall erlebt, der nicht entschädigt wurde.

Und wenn Du der einzige bist, der nichts falsch macht. In einer Gemeinschaft zahlen immer die 1% redlichen Bürger für die anderen 99% Idioten ;-)

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