Frage von thirstyfish, 35

Verrechnet sich der Verlustvortrag bei der Steuererklärungen mit Gehaltszahlungen im Ausland für die dieser steuerlich nicht verrechnet werden konnte?

Hallo zusammen, ich habe im Jahr 2012 in den Niederlanden einen einjähigen Master gemacht. Für die mir entstandenen Kosten könnte ich nun mittels der Steuererklärung für 2012 einen Verlustvortrag machen. Problematisch ist nun, dass ich in 2013 und 2014 in UK gearbeitet habe und daher dort und nicht in Deutschland Steuern gezahlt habe. Derartige Studienkosten sind dort nicht absetzbar (es gibt überhaupt keine steuerlichen Absetzmöglichkeiten). In 2015 habe ich nun wieder in Deutschland gearbeitet und Steuern gezahlt. Kann ich diese Steuerlast nun mit dem Verlustvortrag von 2012 mindern oder wurde der Verlust quasi von den Einkünften aus 2013 und 2014 aufgefressen?

Vielen Dank für eure Hilfe. LG Marc

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Antwort
von tt290, 12

Wenn du zum 31.12.12 einen vortragsfähigen Verlust gesondert festgestellt bekommen hast, bist du erstmal nach § 56 Satz 2 EStDV verpflichtet, für die Folgejahre Einkommensteuererklärungen abzugeben - und zwar so lange, bis der Verlust verbraucht worden ist. Die Frist dafür ist der 31.05. des Folgejahres (ab dem VZ 2016 der 31.07.).

Nun ist die Frage, ob du in den Jahren 2013 und 2014 beschränkt oder unbeschränkt einkommensteuerpflichtig warst - das regelt sich grundsätzlich nach dem Wohnsitz (vgl. § 8 AO). Bei beschränkter Steuerpflicht sind nur die inländischen Einkünfte i.S.d. § 49 EStG zu erfassen. Bei der unbeschränkten Steuerpflicht greift das Welteinkommensprinzip, d.h. alle deine erzielten Einkünfte unterliegen erstmal der deutschen Einkommensteuer. Im letzteren Fall würde es zur Doppelbesteuerung kommen (in DE und UK), womit wir dann beim bilateralen Abkommen (DBA) wären. Da wird die Vermeidung der Doppelbesteuerung geregelt (Freistellung der Einkünfte oder Anrechnung der gezahlten Steuern). Im vorliegenden Fall würde die Freistellungsmethode greifen, sprich die ausländischen Einkünfte sind nicht zu erfassen (können aber dem Progressionsvorbehalt unterliegen - was egal wäre, wenn ansonsten keine steuerpflichtigen Einkünfte vorliegen).

Der Verlust würde dann nicht gemindert werden, da dein Gesamtbetrag der Einkünfte 0,- EUR betragen würde. Der Verlust würde in gleicher Höhe auf den 31.12.13 und den 31.12.14 festgestellt werden und wirkt sich erst in 2015 aus, wenn du wieder einen positiven GdE hast. Allerdings musst du beachten, dass selbst bei einem GdE von 8.000,- EUR (sprich Steuer = 0,- EUR) der Verlust verbraucht wird.

Grundsätzlich sind DBA-Fälle aufgrund der rechtlichen Komplexität eigentlich eher ein Fall für den StB. Deine Angaben sind zu mau, um das ganze abschließend beurteilen zu können, aber damit hast du erstmal einen groben Überblick.

Kommentar von EnnoWarMal ,

Nicht zu vergessen, dass wir hier in 2015 womöglich die Zuzugsbesteuerung haben, § 2 (7) Satz3 und weitere.

Fragesteller wird ja nicht zum 1. Januar hergezogen sein.

Sofern er überhaupt seinen Wohnsitz in Deutschland aufgegeben hatt. Falls nicht, erübrigt sich das ebenso wie die Betrachtungen zur beschränkten Steuerpflicht.

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