Frage von MrNumber,

Verpflichtung zur betrieblichen Altersvorsorge?

In meinem Bekanntenkreis haben viele eine betriebliche Altersvorsorge abgeschlossen. Gibt es denn eine Verpflichtung des AG seinen Mitarbeitern eine betriebliche Altersvorsorge anzubieten? Gilt dies vielleicht erst ab einer bestimmten Betriebsgröße? Welche Richtlinien gelten hier?

Antwort von Kevin1905,
4 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Jeder Arbeitnehmer in Deutschland hat einen Rechtsanspruch auf betriebliche Altersvorsorge (§ 1 BetrRG) durch Entgeltumwandlung von Bruttolohn bis maximal 4% der Beitragsbemessungsgrenze der allgemeinen Rentenversicherung West (z.Zt. 220,- € monatlich). Darüber hinaus können jährlich weitere 1800,- € steuerfrei aber sozialabgabenpflichtig gespart werden, sofern keine pauschal versteuerte Altversicherung gem. § 40b EStG vorliegt.

Über den Anbieter und den Durchführungsweg (Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds, Unterstützungskasse, Direktzusage) entscheidet der Arbeitgeber.

Arbeitgeber die Ihren Mitarbeitern die Entgeltumwandlung verweigern bzw nicht nachweisen können, dass sie ihrer Informationspflicht nachgekommen sind, können u.U. schadenersatzpflichtig werden.

Eine Beteiligung des Arbeitgebers ist im allgemeinen freiwillig, es sei denn Tarifverträge schreiben etwas anderes vor. Z.B. haben tarifgebundene Medizinische Fachangestellte u.U. Anspruch auf bis zu 60,- € Zuschuss in Form einer Arbeitgeberleistung im Monat.

Antwort von mig112,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Googele mal nach "Gesetz zur Förderung der betrieblichen Altersversorgung bAV" und "Betriebsrentengesetz"!

Antwort von Niklaus,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Seit 1.1.2002 haben alle AN in Deutschland Anspruch auf ein betriebliche Altersversorgung. Der AG muss in seinem Unternehmen die MA aufklären das es eine betriebliche Altersvorsorge gibt.. Es gibt hier 5 Durchführungswege.

  1. Direktversicherung
  2. Unterstützungskasse
  3. Pensionskasse
  4. Pensionsfonds
  5. Pensionszusage (Direktzusage)

Den Weg und den Anbieter kann allerdings der AG bestimmen. Eine betriebliche AV läuft immer über das Unternehmen. D.h. Der Unternehmer schließt für seinen MA etwas ab und bezahlt diesen Beitrag. Dies geschieht meist in Form einer Entgeltumwandlung seltener mit einem vom AG finanzierten Beitrag Für die Beiträge fallen keine Steuern und Sozialversicherungsbeiträge an. Die Besteuerung ist nachgelagert erst ab Leistungseintritt zu bezahlen

Aber Achtung:

Seit 1.1.2005 gilt das Alterseinkünftegesetz. Danach ist die Altersvorsorge in 3 Schichten aufgeteilt. Schicht 1 Basisversorgung: gesetzliche Rentenversicherung und Basisrente (Rürup-Rente) Schicht 2 Zusatzversorgung: betriebliche Altersvorsorge und Riester-Rente, Schicht 3 Kapitalanlagen: Private Renten- bzw. Kapitallebensversicherungen und Aktienfondssparpläne etc. Achtung: Weder die optimale Schicht noch die Art der Altersvorsorge kann man pauschal festlegen. Jede der Versorgungsarten hat unterschiedlich hohe Aufwendungen um die gleiche Nettorente zu erzielen. Denn es ist schon ein großer Unterschied, ob ich von dem im Angebot errechneten Betrag noch Krankenversicherung und Steuern bezahlen muss oder nicht. Deshalb ist es wichtig, dass vor Abschluss jeglicher Altersvorsorge ein genauer qualitativer und quantitativer Schichtenvergleich durchgeführt wird. Ohne Schichtenvergleich kann man keine Aussage treffen, welche die richtige Altersvorsorge für jemanden ist.

Antwort von qtbasket,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Ein solchen Anspruch gibt es - der Arbeitgeber muss seinen Beschäftigen ein Modell zur betrieblichen Altersvorsorge anbieten - in fast allen Tarifverträgen ist das mittlerweile Standard.

Deine Personalbteilung weiß sicherlich mehr.

Antwort von Jacetas,

Seit 2002 haben AN ein Recht auf Entgeltumwandlung im Rahmen der bAV. Dabei muss – was viele meinen – der AG sich mit Zahlungen nicht beteiligen. Obgleich die gesetzliche Rente „hinten und vorne“ nicht ausreicht, nutzen nur knapp die Hälfte der Berechtigten diese Möglichkeit, eine Rente mit staatlicher Hilfe unter dem Einsparen von Steuern und Sozialabgaben zu bilden. VL als Beitrag in die bAV sind zusätzlich möglich. Leider besteht große Unsicherheit hinsichtlich des Ergebnisses im Hinblick auf die individuelle Rentabilität – dies wird leider überhaupt nicht beraten -, die Sicherheit bei Insolvenz des AGs und die Zweifel im Hinblick auf die Portabilität.des Kapitals. Ein guter Berater klärt dies, bevor Verträge abgeschlossen werden.

Antwort von Dilithium,

Nein, es gibt keine Verpflichtung des Arbeitgebers. Dies ist eine freiwillige Zusatzleistung, die vor allem große Arbeitgeber erbringen, weil es sich um ein Art sozialversicherungsfreien Lohnbestandteil handelt.

Kommentar von Kevin1905,

Leider falsch!

Begründung siehe Antwort.

Kommentar von gandalf94305,

Aha... und auf welcher Grundlage schreibst Du das?

Kommentar von Querkopf,

Ich kenne dein Fachgebiet nicht, aber Sozialgesetzgebung, Arbeitsrecht und BAV gehören definitiv nicht dazu ...

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