Frage von jo123, 29

Verpflegungsmehraufwand über 2 anteilige Tage und angrenzendes Ausland

Ich hatte kürzlich eine Dienstreise von D nach Österreich. Nun habe ich Fragen zur Abrechnung.

  • Beginn in D beim Arbeitgeber um 17h, Tag 1
  • Ankunft in Ö um 19h, Tag 1 zu einem Geschäftsessen
  • Abfahrt in Ö um 1h, Tag 2
  • Ankunft bei mir zuhause um 3h, Tag 2

Ich war also keine 24h weg. Auf Tag 1 fallen 7h, 3 Stunden auf Tag 2. Die VMA-Grenze beginnt bei mehr als 8h.

  1. Habe ich keinen Anspruch auf VMA, da jeweils unter 8h?
  2. Wenn doch, wann habe ich Anspruch auf VMA Österreich?

Welche VMA kann ich abrechnen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von FREDL2, 28

Easy. Tag 1 hatte nur noch 5 Stunden, also keine steuerfreien VMA. Tag 2 hatte 3 Stunden - gibt ebenfalls nix. Ob Du Anspruch hast, das weiss Dein AG. Anspruch auf steuerfreie Erstattung hast Du jedenfalls nicht.

Kommentar von jo123 ,

das finde ich jetzt weniger schön. Aber wenn es so ist, dann ist es eben so.

Danke.

Kommentar von freelance ,

ich sehe 12 Euro, wenn ich § 9 Abs. 4a S. 3 EStG richtig verstanden habe.

Kommentar von FREDL2 ,

ich sehe 12 Euro

Wo siehst Du sie? Beginn der DR um 17 Uhr* sind bis 24 Uhr lediglich 7 Stunden. 12 Euronen gibts steuerfrei ab 8 Stunden.

  • Sorry an den Fragesteller. ich habe in meiner Antwort anstatt 17 Uhr mit 19 Uhr gerechnet, ändert aber nichts am Ergebnis.
Kommentar von freelance ,

die DR hat um 17h begonnen und endete um 3h. Das sind 7h an Tag 1 + 3h an Tag 2. In Summe sind das 10h. Und 10h sind mehr als 8h.

Kommentar von FREDL2 ,

@freelance: der Tag (1) endet um 24 Uhr - überall. Und hatte bis dahin nur noch 7 Stunden.

Kommentar von freelance ,

lexware.de ist meiner Meinung -> siehe Verpflegungspauschalen, 2.:

Zitat Anfang

'Reise über Nacht (Nachtreise/ Brummi-Regelung).

Bei einer Reise, die zwar zwei Tage dauert, aber ohne Übernachtung durchgeführt wird, werden die Zeiten zusammengezählt. Dauert eine solche Reise mehr als 8 Stunden kann eine steuerfrei Verpflegungspauschale von 12 Euro angesetzt werden.

Im Gegensatz zu früher spielt es keine Rolle, wann diese Nachtreise begann (früher nach 16 Uhr am ersten Tag und Ende am zweiten Tag vor 8 Uhr) und am nächsten Tag endet. Aber auch hier gilt, es kann entweder 0 oder 12 Euro an Verpflegungspauschale ergeben, auch wenn die Reise mehr als 24 Stunden dauern sollte'

Zitat Ende. Quelle: http://www.lexware.de/buchhaltung-und-steuern/reisekostenreform-2014-die-wichtig...

Antwort
von billux, 11

Ich kenne das so, dass der Verpflegungsmehraufwand von Deinen Kosten abhängt, nicht davon, ob Du eine bestimmte Zeit in einem anderen Land warst. Zumindest war das bei mir immer so. Ich konnte nach einer Dienstreise meine Bescheinigungen (für Hotelkosten, Verpflegungskosten, Reisekosten) abgeben und habe dann alles, was ich ausgelegt habe, wiederbekommen. Bei einigen Kosten gab es jedoch Grenzen. Das Frühstück im Hotel durfte z.B. nur eine bestimmte Summe kosten. Gingen die Kosten darüber hinaus, musste ich das selbst zahlen.

Letztendlich kommt es wohl auf Deinen Arbeitgeber an, ob und was Du wiederbekommst. Ich nehme an, jeder Arbeitgeber legt anders fest, ab wann er Kosten erstattet.

Ich fände es übrigens auch unsinnig, wenn Dein Arbeitgeber Dir Geld zurückerstatten müsste, nur weil Du im Ausland warst. Das Geld muss er Dir doch nicht für die Tatsache, dass Du im Ausland warst zurückerstatten (denn er bezahlt Dich ja per Arbeitsvertrag für Deine Arbeit, egal WO Du sie erbringst), sondern weil Du durch die Reise Ausgaben hattest, die Du erstmal vorleisten musstest. Oder verstehe ich da was falsch?

Kommentar von jo123 ,

es gibt klare gesetzliche Vorgaben für den Verpflegungsmehraufwand. Der ist klar geregelt. Wenn ich in D mehr als 8h auf Dienstreise bin, bekomme ich 12 Euro steuerfrei oder setze diesen Betrag steuermindernd an.

In D ist mir das klar, nicht jedoch, wenn es um Tagesgrenzen geht und zusätzlich das Ausland dabei war.

Diese VMA-Pauschalen werden jedes Jahr vom Ministerium publiziert.

Kommentar von FREDL2 ,

@jo123

nicht jedoch, wenn es um Tagesgrenzen geht

Tja, der Tag geht zu Ende...und zwar jeden Tag. Und morgen ist ein neuer Tag... . und eine neue Stundenzählung, egal ob In- oder Ausland.

Antwort
von wfwbinder, 9

Die Frage des VMA stellt sich nach deinem Sachverhalt gar nicht.

Darf ich erinnern:

> zu einem Geschäftsessen

Damit wurden Deine Verpflegungskosten entweder von Deinem Gastgeber getragen, oder von Dir und als Bewirtungskosten abzuziehen, oder von Deinem Arbeitgeber udn bei dem abzuziehen.

Es gab keinen Verpflegungsmehraufwand.

Kommentar von FREDL2 ,

Es gibt Im gefragten Sachverhalt keine steuerfreien VMA, aber nicht wegen der geschäftlichen Bewirtung.

Früher mal konnte trotz der Bewirtung der volle Verpflegungsmehraufwand steuerfrei erstattet werden - der zeitlich vorgeschriebene Rahmen vorausgesetzt.

Seit 2014 (neues RK-Recht) können die VMA nicht mehr in voller Höhe steuerfrei ausgezahlt werden wenn der Betroffene Mahlzeiten erhält, die im eigenbetrieblichen Interesse vom Arbeitgeber oder einem Dritten gestellt werden = auch Geschäftsessen. Es kommt nicht mehr darauf an, ob es sich um eine Mitarbeiterbewirtung oder ein Geschäftsessen handelt, sondern vielmehr, wer zum Essen eingeladen hat, bzw. in wessen Interesse und auf wessen Veranlassung das Essen stattfindet und wer zahlt. Die Kürzung sind 40% der ab einer Abwesenheit von mehr als 8 Stunden zustehenden VMA.

Kommentar von wfwbinder ,

entschuldige die Rückfrage, aber in diesem Fall ist es doch das Geschäftsessen was dem VMA entgegen steht. Egal ob der AG, oder der Geschäftsfreund gezahlt hat.

Kommentar von FREDL2 ,

@wfwbinder: den VMA entgegen stünde durch die Bewirtung nichts. Du machst die Zahlung von VMA gedanklich von eigenen Kosten abhängig. Das ist so nicht. VMA bekäme man auch dann, wenn man den ganzen Reisetag nur Luft schnappen würde. Zur steuerfreien Zahlung sind einzig die Zeiten massgeblich, nicht, ob der Reisende tatsächlich gegessen und getrunken hat.

Durch das Essen müsste der steuerfreie Bezug lediglich gekürzt werden, wenn denn eine steuerfreie Zahlung möglich wäre - und das mit der Kürzung ist auch erst wieder seit heuer.

Kommentar von wfwbinder ,

Missverständnis genau das meinte ich doch.

Erkann keine steuerfreie zahlung erhalten, weil er ein Essen, von wem auch immer bekommen hat.

früher hätte er die VMA bekommen, aber das essen pauschaliert als Sachbezug versteuern müssen.

Kommentar von FREDL2 ,

@wfwbinder

Erkann keine steuerfreie zahlung erhalten, weil er ein Essen, von wem auch immer bekommen hat.

Doch könnte er. Wenn die 8 Stunden erfüllt gewesen wären, hätte er 12,00 minus 40% steuerfrei bekommen können.

Antwort
von freelance, 5

ich sehe eine Zahlung von (mind.) 12 Euro an Tag 1. Ob hier der ausländ. VMA für Ö anfällt, weiss ich leider nicht.

Die Regelungen haben sich geändert, aber ich denke, ich habe den Gesetzestext gefunden:

'12 Euro für den Kalendertag, an dem der Arbeitnehmer ohne Übernachtung außerhalb seiner Wohnung mehr als 8 Stunden von seiner Wohnung und der ersten Tätigkeitsstätte abwesend ist; beginnt die auswärtige berufliche Tätigkeit an einem Kalendertag und endet am nachfolgenden Kalendertag ohne Übernachtung, werden 12 Euro für den Kalendertag gewährt, an dem der Arbeitnehmer den überwiegenden Teil der insgesamt mehr als 8 Stunden von seiner Wohnung und der ersten Tätigkeitsstätte abwesend ist.'

aus §9 EStG (4a) S. 3

Damit bist du mehr als 8h von zuhause und der ersten Tätigkeitsstätte weg und hast nicht übernachtet. Und an Tag1 sind mehr Stunden angefallen als an Tag 2.

Nun will ich mal hoffen, dass ich das Gesetz richtig verstanden habe :)

Kommentar von FREDL2 ,

@freelance

Damit bist du mehr als 8h von zuhause und der ersten Tätigkeitsstätte weg

Nein. Die DR hat erst um 17 Uhr begonnen. Die Zeit vorher war normaler Arbeitstag, dafür gibts Gehalt.

Kommentar von freelance ,

ich tu mir teils schwer, Gesetzestexte zu verstehen. Aber was verstehe ich hier nicht?

den überwiegenden Teil der insgesamt mehr als 8 Stunden von seiner Wohnung und der ersten Tätigkeitsstätte abwesend ist

INSGESAMT mehr als 8h? Sehe ich als erfüllt, denn die DR beginnt um 17h, endet um 3h, sind in Summe 10h. 10h ist mehr als 8h INSGESAMT. Im Gesetzestext steht von Abwesenheit INSGESAMT, nicht von 8h Abwesenheit an einem Tag.

Um 17h wird die Arbeitsstätte verlassen, um 3h wird das Zuhause erreicht. Das ist für mich Abwesenheit von der Wohnung UND der ersten Tätigkeitsstätte.

ohne Übernachtung

das ist gegeben.

Was bitte verstehe ich hier falsch? Ich erkenne keine Aufteilung der in Summe 10h auf Tag 1 und Tag 2.

Kommentar von FREDL2 ,

@freelance: tja, Gesetzestexte sind eben ganz genau zu lesen. Schau selber

von seiner Wohnung und der ersten Tätigkeitsstätte abwesend ist

Und ist nicht.

Ich erkenne keine Aufteilung der in Summe 10h auf Tag 1 und Tag 2.

Die "Aufteilung" ergibt sich durch das Ende eines Tages. Finde ich logisch. Überleg Dir mal als Beispiel eine ganze Woche Dienstreise. Deiner Rechnung nach gäbe es dann nur 1 x Anspruch auf 24 Euro. Die DR nach Deiner Lesart dauerte ca. 100 Stunden. Tatsächlich sind es 2x je 12 und 3 x je 24. Alles klar jetzt?

Kommentar von freelance ,

Die DR nach Deiner Lesart dauerte ca. 100 Stunden.

Sehe ich immer noch nicht so, denn im Gesetzestext steht die generelle Regelung. Und dann gibt es eine Ausnahme,

wenn

folgendes gilt: 'beginnt die auswärtige berufliche Tätigkeit an einem Kalendertag und endet am nachfolgenden Kalendertag ohne Übernachtung'

Und das greift hier. Letztendlich egal, denn die Paar Euro..... Ich verstehe es immer noch anders. Wir werden es letztlich nicht klären hier.

Ich vermute jedoch, dass du mehr in der Materie steckst und Recht hast.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community