Frage von alterherr, 7

Vermögensmanagement?

Immer mehr Fondsgesellschaften bieten aktives Vermögensmanagement an. Was ist darunter genau zu verstehen? Was unterscheidet es von "normalen" Fondsanlagen?

Expertenantwort
von gandalf94305, Community-Experte für Fonds, 6

Ein gewöhnlicher Fonds besitzt ein Anlageuniversum, z.B. Aktien aus einer Region, einem Land, einer gewissen Unternehmenskapitalisierung, Tätigkeitsbereichen, Dividendenrenditen etc. oder Renten bestimmter Währungen, Laufzeiten, Kupons/Ratings, Regionen, Emittentenarten, ... Damit verfolgt der Fonds eine Strategie, um in dem von ihm als Anlagegegenstand betrachteten Universum geeignet Instrumente zu handeln, um eine Erwartungen entsprechende Rendite zu erreichen. Diese kann entweder in Ausschüttungen ("Income" Fonds) oder als Kurssteigerungen oder in einer Kombination davon erreicht werden. ETFs fokussieren das noch sehr viel deutlicher, indem sie einfach einem (ggf. jedoch speziell für den Zweck der Abbildung in einem ETF konstruierten) Index folgen.

Das hat mit den Zielen eines Anlegers noch gar nichts zu tun.

Ein Anleger möchte eine nach Inflation und Steuern positive Rendite erreichen, die mit angemessener Volatilität einhergeht. Für diesen Zweck kauft man nicht einen Fonds deutscher Aktien oder von Renten aus Emerging Markets, sondern stellt sich ein Portfolio aus vielen solcher Bausteine zusammen. Was DAX und S&P 500 und Topix machen, spielt keine Rolle, denn der Anleger will nicht einen Index schlagen oder abbilden, sondern eben eine in Kaufkraft gemessene Wertsteigerung über die Jahre erreichen.

Einzelne herkömmliche Fonds bilden also für ein Anlagesegment eine Anlagestrategie ab, um dort ein an Marktgegebenheiten gemessen vernünftiges Ergebnis zu erreichen. Anlegerportfolios bilden für die Ziele eines Anlegers eine Portfoliostrategie ab, die sich an der Kaufkrafterhaltung und der Überrendite dazu messen lassen muß.

Mischfonds zu einem gewissen Maße und vermögensverwaltende Fonds zu einem größeren Umfang bilden solche Portfoliostrategien ab. Natürlich handelt es sich nicht um eine wirklich individuelle Portfoliostrategie, aber wenn man Klassen von Anlegern bildet, die ähnliche Ziele haben, kann man diese Anlegerklassen mit einzelnen Strategien bedienen.

Viele VV Fonds sind als Dachfonds ausgelegt und haben zu hohe Gebühren. Anleger profitieren nicht wirklich. Es gibt jedoch auch einige VV Fonds, die tatsächlich eine gute Performance liefern - jedenfalls für eine gewisse Zeit. Irgendwann hat jede Strategie ihre Durchhänger.

Man kann daher sicher als Kern eines Portfolios auch Mischfonds und VV-Fonds verwenden, sollte jedoch darauf achten, daß die zusätzlich eingebrachten Fonds nicht die Bemühungen des Portfoliokerns konterkarieren, indem z.B. gewisse Branchen oder Regionen starr übergewichtet werden - unabhängig von der Konkunktur und wirtschaftlichen Entwicklung.

Antwort
von Niklaus, 6

Das aktive Vermögensmanagement ist im Prinzip nichts anderes als Dachfonds oder ein Mischfonds, der in alle Anlageklassen investieren darf und nur eine eingeschränkte Beschränkung bei der Auswahl der Titel und somit der prozentualen der Verteilung der Anlagen hat. D.h. er kann 100 % Aktien anlegen oder 100 % Renten , Derivate und oder Immobilien dazu kaufen.

Das Fondsmanagement kann je nach Marktlage ihre Anlage anpassen.

Leider gelingt dies auch nicht immer zeitnah so dass es trotz dieser Maßnahmen noch zu Schwankungen kommt.

Man kann sich auch selbst ein Fondsportfolio zusammenstellen und es mit einem dynamischen Trailinglimit absichern. Trailinglimit bedeutet in diesem Fall, dass das Limit immer dem Kurs folgt. Wenn die Märkte fallen geht es raus aus den Aktien und bei steigenden Märkten wieder rein in die Aktien. Durch die intelligente Kombination von der Stop-Loss-Order und der Start-Buy-Order ist es möglich mehr Rendite aus dem Aktienfonds-Depots zu erwirtschaften. Geht der Fonds nach der Kursumkehr um einen bestimmten Prozentsatz nach unten, wird der komplette Bestand in einen Geldmarktfonds geswitcht. Steigt der Kurs des Fonds wiederum einen bestimmten Prozentsatz, wird das Kapital wieder vom Geldmarktfonds in den ursprünglichen Fonds geswitcht. Es ist auch der Erwerb eines anderer Fonds möglich. Diese alles erfolgt natürlich ohne Ausgabeaufschlag.

Antwort
von althaus, 6

D.h. er schaut sich ab und zu Deine Vermögenswerte an und bietet Dir Tauschgelegenheiten an, an denen er dann wieder verdient. Vielleicht ist es sogar in Deinem Sinne. Zudem gibt es den Service nicht kostenlos und auch nicht für jeden. In der Regel musst Du ein Mindestvermögen aufweisen, bei dem es sich auch richtig lohnt aktiv zu werden, sonst fressen ja die Gebühren die Erträge auf.

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