Frage von Klugeol, 22

Vermögensaufteilung in anlageklassen

Wie teile ich mein Vermögen in die folgende anlageklassen auf?

  1. Liquidität Festgeld
  2. Aktien Anleihen
  3. unternehmerische Beteiligungen außerbörslich
  4. Edelmetalle Rohstoffe
Antwort
von gandalf94305, 15
  • Liquidität: so viel, daß Du eine Notreserve für unvorhergesehene Ausgaben hast. Das ist typischerweise im Bereich von 1-3 Monatseinkommen. Hast Du eine eigene Immobilie, kommt eine Rücklage für Instandhaltung dazu.

  • Absicherung: allerlei Risikoversicherungen sollten geprüft werden, ob und in welchem Umfang Du sie benötigst. Das kommt auch auf Deinen Familienstand an, ob Du Kinder hast, welche Risiken durch vorhandenes Vermögen aufgefangen werden können.... und so fort.

  • Altersvorsorge: spätestens ab dem Alter von 30-35 sollte man sich um die Altersvorsorge in Form von Rentenversicherungen kümmern, denn diese werden mit zunehmendem Alter teurer, da sich Ansparzeitraum und Abrufzeitraum dann in einem zunehmend ungünstigeren Verhältnis bewegen. Das betrifft die gesetzliche Rentenversicherung, betriebliche Altersvorsorge (sofern relevant) und die private Altersvorsorge. Art und Umfang sind individuell festzulegen.

  • Vermögensaufbau: das wäre die Kür über die Basisabsicherungen und -positionen hinaus. Was noch als freies Vermögen übrig ist, kannst Du investieren. Dafür gibt es verschiedene Anlageoptionen.

Welche Art des Vermögensaufbaus für Dich die beste ist, mußt Du individuell entscheiden. Eine sehr wesentliche Größe ist jedoch das Volumen, das Du im Monat bzw. im Jahr zurücklegen kannst, bzw. das vorhandene Vermögen.

Bis zu einem Vermögen von mind. 250.000 EUR kommt aus meiner Sicht nur die Anlage in Fonds in Frage, die auch monatlich oder in anderen Intervallen bespart werden können. Langfristige Anleger können primär in Aktien (80-90% des Portfolios) investieren. Mittelfristig orientierte Anleger (Horizont von weniger als 10 Jahren) sollten stärker auf Mischfonds setzen. Dein Alter spielt also eine Rolle... mit 18 wird man anders anlegen als mit 50 oder mit 70. Das bedeutet aber nicht, daß man mit 70 nur noch langweilige Papiere im Portfolio hat.

Anlageklassen:

  • Aktien: die einzige Anlageform, die eine Partizipation an der Wirtschaft ermöglicht und damit langfristig für einen Kaufkrafterhalt der Anlagen und darüber hinaus zu Überrenditen sorgen kann. Daher wäre dies die primäre Anlageklasse eines Portfolios.

  • Anleihen: stabile Einkünfte, wenn die Zinsstrukturen passen. Anleihen reduzieren zudem aufgrund ihrer festen Zahlungen und der Korrelation bzw. Antikorrelation mit anderen Anlageklassen die Volatilität eines Portfolios. Mit einem deutlich geringeren Anteil wäre dies die zweite Anlageklasse in einem Portfolio.

  • Immobilien: die eigene Immobilie ist ok. Hat man Immobilien für Vermietung und Verpachtung, geht man bereits ein unternehmerisches Risiko (des Leerstands und der Instandhaltungsaufwände) ein. Immobilienfonds sind in einem Portfolio harmloser Privatanleger eigentlich nicht erforderlich.

  • Rohstoffe: Rohstoffe liefern keine Erträge, sondern sind letztendlich Spekulationen auf inflations- oder nachfragegetriebene Preissteigerungen. Aufgrund ihrer teilweisen Antikorrelation zu anderen Anlageklassen können einzelne Rohstoffe volatilitätsmildernd fungieren, jedoch auch den gegenteiligen Effekt bewirken, wenn sie konjunkturabhängig sind. Daher würde ich auf Rohstoffe in einem Portfolio der oben genannten Größenordnung komplett verzichten.

  • Geschlossene Beteiligungen: vernünftige Mindestbeteiligungen liegen bei 20-50 kEUR aufwärts. Soll das nicht mehr als 2% eines Portfolios ausmachen, folgt, daß Anleger mit weniger als 1 Mio EUR Portfoliovolumen hier nicht investieren sollten. Müssen sie ja auch nicht. Der Mehrwert bei kleinen Anlagebeträgen ist gering bis überhaupt nicht vorhanden bzw. es sind sogar Mehrkosten zu tragen, da das Investitionsvolumen zu klein ist. Ausnahmen sind direkte Beteiligungen (siehe meine andere Antwort dazu), die das Publikum adressieren, z.B. bei Deiner VR-Bank, bei Energieerzeugungsanlagen, in Co-ops oder bei Biobauernhöfen. Das kann man aus Überzeugung und Solidarität tun - wird aber nicht der Renditebringer sein.

  • Kunst und Sammlerobjekte: die langweilige Briefmarkensammlung war in den vergangenen Jahrzehnten eine sehr lohnende Investition, wenn man sich auf Marken (z.B. Deutschland) vor 1970 konzentrierte. Münzen sind aufgrund gestiegener Edelmetallpreise auch sehr interessant geworden. Andere Kunst- und Sammlerobjekte sind eher schwierig aufgrund der Lagererfordernisse (z.B. Zeichnungen, Bilder, Wein, Oldtimer, Skuplturen) und auch komplex in ihrer Bewertung bzw. schwierig bei einer Liquidation. Da würde ich eher sagen: Finger weg.

Damit ist doch eigentlich klar, wohin die Reise gehen soll. Das durchschnittliche Depot eines Anlegers in Deutschland hält ca. 25.000 EUR. Das ist wenig. Das sollten aber nach den obigen Kriterien alles wohlsortierte Fonds sein. Sind es typischerweise aber nicht.

Ich schlage daher für Dich mal pauschal Aktien- zu Anleihenanteile im Portfolio von 80:20 vor. Passt für die meisten längerfristigen Anleger. Die restlichen Anlageklassen brauchst Du nicht. Jetzt geht es an die Fondssuche :-)

Nun Du!

Antwort
von Rat2010, 8

Du stellst drei nicht beantwortbare Fragen die zum einen auf jede Menge Unwissen hindeuten. Sie deuten aber auch darauf hin, dass du hier nicht richtig bist.

Selbst Menschen, die man durch tausend Fragen hier sehr gut kennt, kann man vernünftig nicht raten, wie sie ihr Geld anzulegen haben. Ohne WpHG-Bogen darf ein Berater nicht beraten und dafür gibt es gute Gründe. Der Bogen allein hat aber noch nie ausgereicht. Man muss den Menschen kennen.

Allgemeinfloskeln gehen aber:

Liquidität: so wenig wie nötig

Festgeld, Anleihen, unternehmerische Beteiligungen und Edelmetalle/Rohstoffe kommen in normalen Vermögen sinnvollerweise nicht oder nur in Spuren vor.

Aktien können vorkommen wenn man eine zielführende Strategie hat und die auch durchzieht. Zum die Strategie auf Schlüssigkeit überprüfen lasssen ist das Forum geeignet. Man ist bei der Umsetzung aber auf sich allein gestellt. Wenn man in den letzten 20 Jahren damit gut gefahren ist, ist es tendenziell eine gute Strategie. Wenn nicht, sollte man überlegen, das Thema out-zu-sourcen.

Kluge Menschen mit so viel Ahnung wie du lassen Ihr Vermögen von darauf spezialisierten Anlageberatern in offenen, gemanagten Fonds anlegen und betreuen. Der stellt dann die richtigen Fragen und weil der das für hunderte von Menschen macht, simmt in aller Regel auch das Ergebnis.

Man spart sich richtig viel Ärger, Abenteuer und Erfahrungen, hat dafür aber deutlich mehr Zeit und Geld für seine Lieben, Hobbys oder Reisen.

Antwort
von Niklaus, 9

Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten.

Folgende Fragen sind dabei zu beantworten.

 

  • Was ist das Ziel der Anlage?
  • Welcher Anlagezeitraum ist geplant?
  • Welchen Anteil am übrigen Vermögen hätte die neue Anlage?
  • Wie ist das persönliche Verhältnis zu Chance und Risiko?
Antwort
von wfwbinder, 4

Wer Dir das ohne Zusatzinformationen beantwortet, spielt im Prinzip Lotto.

Es kommt drauf an, wieviel Geld Du anzulegen hast.

Und dann noch auf die Punkte (nur Auswahl):

Dein Alter?

Personen zu versorgen?

Angestellter, oder Selbständig?

Altersversorgung besteht?

Eigenen Immobilie vorhanden?

eigene Immobilie geplant?

usw. usw.

DEm Chefingenieur von 55, mit einer gesicherten Rentenerwartung von 2.500,-, eigener Immobilie und erwachsenen Kindern die aus dem Studium raus sind und der 100.000,-anlegen will, würde ich einen anderen Rat geben, als dem 30jährigen selbständigen, der in den nächsten 3 Jahren heiraten will und Kinder möchte, kein Haus hat und von seiner Oma kürzlich 20.000,- Euro geerbt hat.

generell 2 - 3 Monatsgehälter in Tages-/Festgeld.

Edelmetall/Rohstoffe nicht mehr als 10 % ausser es ist ein großes Vermögen und der Zwang zu einem Notverkauf nicht zu erwarten.

Ich würde 10 % ruhig mal in Crowdinvesting investieren. Man sollte auch was für Startups tun.

Der Rest in Fonds.

Aber man muss so etwas wirklich ganz individuell auf die Person/Familie und die Anlagesumme abstimmen.

Kommentar von gandalf94305 ,

Interessant... mal jemand, der Crowdinvesting vorschlägt. Hast Du da bereits positive Erfahrungen gemacht? Oder ist das eher der Ersatz für Lotto? :-)

Kommentar von wfwbinder ,

Na ja, eventuell kannst Du es einschätzen, wenn ich Dir schreibe, dass ich Mitglied im "German Crowdfunding Network" bin und den Bundesarbeitskreis für alternative Finanzierungen im IBWF (BVMW) leite.

Durch meine Tätigkeit als Gründercoach (KfW akkreditiert) habe ich sozusagen laufend damit zu tun und ich bin als Fachautor auch Verfasser des Leitfadens "Crowdfunding und Steuern."

Bezüglich Risiko: "sage mir, wer die Crowdinvesting Kampagne begleitet und ich sage Dir, ob es klappt.

Antwort
von althaus, 6
  1. Festgeld bei aktuellem Zinssatz = 0%
  2. Aktien / Anleihen = 70%
  3. Beteiliguungen = 0%
  4. Edelmetalle = 0%
  5. Tagesgeld = 30%

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