Frage von pierregilbert, 43

Vermögen auf Kinder übertragen um Abgeltungssteuer zu umschiffen?

Kann es sinnvoll sein einen Teil seines Vermögens auf die Kinder zu übertragen um die Abgeltungssteuer zu umschiffen?

Antwort
von betroffen, 43

Bei dem seit Jahren viel zu niedrigen Sparer-Pauschbetrag ist es auf jeden Fall sinnvoll Geld auf Konten der Kinder zu parken. Wenn die Kinder ihren Sparer-Pauschbetrag noch nicht selbst ausschöpfen.

Steuernsparen ist nicht verboten:

http://www.biallo.de/finanzen/Steuern_Recht/abgeltungsteuer-kapitaluebertrag-an-...

...Das Geldinstitut witterte einen Missbrauch der Vertretungsmacht der Eltern. Die Bundesrichter widersprachen dieser Auffassung. Da die Summen aus dem Vermögen der Eltern stammten, könnten diese auch darüber verfügen, so die Richter (Az. XI ZR 220/03).

Antwort
von lampenleuchter, 38

Ja, die Abgeltungssteuer sollte man nicht einfach so hinnehmen. Einen Teil des Vermögens auf die Konten der Kinder zu übertragen ist ein einfacher und oft genutzter Weg um die Abgeltungssteuer zu mindern.

Kommentar von Rat2010 ,

Nun ist die Abschaffung des Bankgeheimnisses aber schon einige Zeit her und inzwischen sind wir auch europaweit transparent.

Man kann Kindern Geld schenken. Aber: geschenkt ist geschenkt, wieder holen ist gestohlen. Oder genauer: wenn es zurück übertragen wird, kommt das Finanzamt zumindest mit der Keule der Verzugszinsen, weil die Einkünfte der ganzen Jahre dann den Eltern zugerechnet werden.

Wenn man es übertreibt, wird natürlich auch die (in de Gegenrichtung ungünstige) Erbschaftsteuer zum Thema. Dann hat man nur 20.000 € Freibetrag und Steuerklasse II. Das Finanzamt nimmt im Zweifel das an, was ihm mehr bringt.

Antwort
von Privatier59, 34

Natürlich geht das: Jedem steht ein Pauschbetrag von 801 Euro zu. Darüber hinaus sind Einkünfte auch erst ab dem Grundfreibetrag von 8354 Euro steuerpflichtig, man kann somit noch weit mehr an Kapitalertrag steuerfrei kassieren.

Allerdings hat die Sache einen Haken: Das Kapitalvermögen darf nicht nur rein formal auf die Kinder übertragen werden, sondern muß diesen per Schenkung endgültig zukommen. Folge ist, dass die dann auch nach eigenem Belieben darüber verügen können. Was dann davon übrig bleibt -sofern etwas übrig bleibt- steht bei manchen Kindern in den Sternen. Je nach Höhe der Zuwendung kann außerdem Schenkungsteuer anfallen.

Kommentar von GAFIB ,

Alles richtig und rechtlich eindeutig. Es gibt aber vielleicht auch noch den Weg, dass sich Eltern und Nachwuchs gut verstehen, die Eltern der volljährigen Kinder Geld auf deren Namen anlegen und die Depots verwalten mit Vollmacht. Das spart dann 211 € p.a. pro Kind bei der kleinen Lösung nur mit der Abgeltungssteuer - sicher nicht die Welt.

Kommentar von Rat2010 ,

Wenn es um "Geld"anlagen geht, ist man derzeit zum einen auch bei einer Rückschenkung im Bereich.

Zum anderen hätten wir da noch den § 42 AO. Sieht von der Gestaltung her doch recht mißbräuchlich aus.

Wenn man selbst zu viel hat und die auch volljährigen Kinder nichts, sollte man überlegen, ob man denen nicht etwas schenken sollte. Aber nicht wegen der Abgeltungssteuer.

Kommentar von GAFIB ,

Danke, das meinte ich allerdings auch mit meinem ersten Satz. Klar, es muss eine gewollte Schenkung sein, gar kein Zweifel. Nur können und wollen z.B. studierende Kinder sich noch nicht um ihre Depots kümmern.

Antwort
von freelance, 33
um die Abgeltungssteuer zu umschiffen?

nein! Es ist nur dann sinnvoll, wenn man den Kindern das Vermögen auch wirklich übertragen will. Und das sollte man dann auch tun.

Geht es nur um die Abgeltungsteuer, die man vermeiden will, wird das Finanzamt sehr genau hinsehen und ggf. das Vermögen weiter den Eltern zuordnen.

Kommentar von betroffen ,

Das glaube ich nicht!

Ich glaube, ich kann meinen Kindern so oft ich Lust habe ein paar Hunderter auf ihr Konto überweisen und sie wenn ich Lust dazu habe bitten mir es wieder zurück zu überweisen.

Wenn die Kinder in der Zwischenzeit dafür irgendwelche Zinsen bekommen haben... Wieso sollte das strafbar sein? Da habe ich kein Verständnis für.

Kommentar von Rat2010 ,

Du findest bestimmt auch irgendwen, der nicht glaubt, dass er mit seinem Ersparten in der Schweiz Probleme hat.

"Strafbar" ist relativ. Wegen ein paar Hundertern, die heute weniger als 1 € Zins/Jahr je Hunderter bringen, lachen sich alle schief. Die Frage ist, warum du es dann machst.

Das zurück Überweisen sorgt dafür, dass du es ihnen nicht schenken sondern nur Steuer sparen wolltest. Das mag der Staat nicht und wenn du das nicht verstehst, wirst du es dir wohl von einem Beamten erklären lassen müssen.

Der Staat weiss ja heute recht genau, wer wo welches Geld hat. Wenn deine Kinder erst reich und dann wieder arm werden, ist schon mal ein Anfangsverdacht gegeben. Wenn die dann das Geld allerdings für einen neuen ipad oder eine Kinderzimmereinrichtung verwenden, dürfte das weniger problematisch sein.

Kommentar von betroffen ,

Steuernsparen ist nicht verboten:

http://www.biallo.de/finanzen/Steuern_Recht/abgeltungsteuer-kapitaluebertrag-an-....

...Das Geldinstitut witterte einen Missbrauch der Vertretungsmacht der Eltern. Die Bundesrichter widersprachen dieser Auffassung. Da die Summen aus dem Vermögen der Eltern stammten, könnten diese auch darüber verfügen, so die Richter (Az. XI ZR 220/03).

Kommentar von freelance ,

Da habe ich kein Verständnis für

ich habe auch kein Verständnis für viele Dinge - vor allem auch Gesetze. Aber Fakt ist, dass das so nicht geht.

Du kannst hin und her überweisen, was du willst. Damit magst du die Freibeträge der Kinder ausnutzen in deinem Sinne. Aber bedenke die Spuren, die du hinterlässt und was man daraus ableiten kann.

ein paar Hunderter

du redest von ein Paar Hundertern. Nur solltest du dann überlegen, was du dir sparst, wenn wir mal annehmen, du überweist 2.000 Euro pro Kind hin und her. Dann sind das bei der jetzigen Zinslage um die 20 Euro Kapitalertrag p.a. Und darauf die Steuern? Das sind dann ca. 5-6 Euro. Dafür willst du das machen?

Wenn du den Freibetrag ausnutzen willst, dann reden wir von anderen Beträgen. Nehmen wir 2% Zinsen (was hoch ist), dann wären es 40.000 Euro, die du einem Kind überweisen würdest, um 800 Euro zinsfreien Kapitalertrag zu bekommen. Und bei

40.000 Euro

ist das nicht mehr so einfach ein Paar Hunderter hin und her. Das kann auffallen.

Überdenke deine Frage nochmals. Von ein Paar Hundertern spricht hier keiner. Und wenn dem so wäre, frage ich mich, was der Aufwand soll.


Du sprichst von Kindern... Dann nehmen wir mal pro Kind 50 tEuro an, die du rumschiebst. Wenn du 2 hast, reden wir von 100 tEuro, wenn du 3 hast, dann reden wir von 150 tEuro.

Denkst du nicht, das könnte auffallen?

Kommentar von betroffen ,

"die Freibeträge der Kinder ausnutzen in deinem Sinne"

"überlegen, was du dir sparst"

"um 800 Euro zinsfreien Kapitalertrag zu bekommen"

Davon war nicht die Rede, dass ich diese Kapitalerträge für mich haben will.

Antwort
von billy, 30

Kann man machen, ob es sinnvoll ist kann jeder anders beurteilen.

Antwort
von wfwbinder, 30

Wenn die Kinder Minderjährig sind, klappt das nur mit förmlicher Schenkung und Bestellung eines Ergänzungspflegers (den man selbst vorschlagen kann).

Sonst wird das Ganze weiterhin den Eltern zugerechnet, weil sie die Kontohoheit haben udn das Geld nach belieben hin und her schieben könnten.

Es ist größte Vorsicht geboten.

Wer das einfach "nur so" macht. sich dann über Erklärungen der Kinder die Abgeltungssteuer wiederholt um den Grundfreibetrag + Sparerfreibetrag auszunutzen udn dann das Geld irgendwann, wenn er es braucht zurück holt ist ganz schnell in der Steuerhinterziehung.

Kommentar von Rat2010 ,

Weil das wahrscheinlich so ziemlich keiner macht, wenn die Oma oder man selbst einen Fondssparplan für die Kids abschließt, wäre es nett, wenn du dazu auch eine Quelle hättest.

Auch das mit dem "den Eltern zugerechnet" findet in der Praxis nicht statt. Die Kids sind irgendwann erwachsen und das Depot wird vom Minderjährigen- zum Erwachsenendepot, bei dem die jungen Erwachsenen selbst verfügen können.

Der § 42 AO verhindert, dass man herschieben darf aber was verbietet das hinschieben ohne Ergänzungspfleger?

Kommentar von Rat2010 ,

Wenn es der richtige Link ist, geht es daraus schon mal nicht hervor.

Nur schreibt die Steuerberaterkammer ja auch keine Gesetze, Richtlinien oder sonst was. Hast du noch eine andere Quelle?

Es geht um die entscheidende Frage: können Eltern oder Großeltern Ihren Kindern zu Lebzeiten einfach so etwas schenken oder braucht man dazu immer einen Ergänzungspfleger?

Ich sehe es so, dass ich meinen Kindern ja schon jeden Monat Taschengeld schenke und wenn meine Mutter meinen Kindern etwas zukommen lässt, können Sie das ja nur konsumieren oder anlegen. Sie legen es logischerweise in einem Fondsdepot an aber wieso sollte es dazu einen Ergänzungspfleger brauchen? Der ist ja mehr dann erforderlich, wenn es auch irgendwie gegen die Kids laufen kann. Sonst bräuchte fast jedes Kind einen Ergänzungspfleger. Da aber nun schon mal meine keinen haben, wird die Grundaussage - deine Grundaussage - wohl aus irgendeinem Grund nicht ganz korrekt sein.

Ich würde jetzt gerne herausfinden, ob ich oder ob du falsch liegst. Wenn du falsch liegst, scheint es jedenfalls (siehe die drei DH) ein weiter verbreiteter Irrtum zu sein.

Ich bin mit meiner Rechtsauffassung nebenbei auch nicht ganz alleine. Der oberste Beitrag, der kommt, wenn du ergänzungspfleger schenkung geld in Google eingibst, entspricht exakt meiner Rechtsauffassung und auch der üblichen Praxis.

Mit der Frage von pierregilbert hat das nebenbei nur bedingt zu tun. Die Art der Frage deutet darauf hin, dass es mehr darum geht, ziemlich transparent für das Finanzamt Steuern zu hinterziehen. Ohne Schenkungswillen hilft auch kein Ergänzungspfleger.

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