Frage von Andreb1988, 1.963

Verlustvortrag Studium rückwirkend möglich ? Steuererklärung bereits erfolgt!

Hallo Leute ich habe mal eine Frage zum Thema Verlustvortrag im Studium!

Also hoffe ich kann es verständlich darstellen.

NACH meiner Ausbildung zum Informatikkaufmann habe ich ein Studium begonnen. Somit zählt mein Bachelorstudium schon als Weiterbildung und ist eigl Verlustvortragsberechtigt sage ichmal, so habe ich es zumindest verstanden.

Also:

Bachelor Wirtschaftsingenieurwesen 7 Semester 3,5 Jahre Habe mal meine Verluste grob aufsummiert (Fahrkosten, Studiengebühren, usw) ca. 20.000 Euro

In den ersten 2 Jahren dieses Studiums habe ich neben dem Studium in den Sem. Ferien immer mal bissl gearbeitet und somit auch für diese Jahre die Lohnsteuerklärungen bereits gemacht, allerdings damals KEINEN Verlustvortrag berücksichtigt weil ich gar nicht wusste, dass das möglich ist.

Meine Frage jetzt kann ich trotz für diese Jahre bereits abgegeben Lohnsteuererklärungen noch Rückwirkend den Verlustvortrag machen (ggf. entsprechend mit meinen damaligen defintiv niedrigeren Einkünften nachträglich verrechnen)?

So das ich dann im Prinzip sagen kann:

Bachelor (3,5 Jahre: Verlustvortrag 20.000 Euro - Einkünfte = bspw. 13000 Euro und jetzt Master (2 Jahre : Verlustvortrag 15.000 Euro - Einkünfte = bspw. 10.000 Euro

Gesamtverlust nach Bachelor und Master 23000 Euro welche ich dann im ersten Jahr nach dem Master mit meinem Einkommen verrechne.

Ganz wichtig halt die Frage für mich wie es mit den ersten beiden Jahren meines Bachelors aussieht, wo ich die Lohnsteuererlkärungen bereits gemacht habe, aber den Verlust nicht erklärt habe, ob das rückwirkend noch geht?

Vielen Dank hoffe mir kann da jemand helfen

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Antwort
von MaierC, 1.963

Wenn bereits eine Einkommensteuererklärung für die ersten Jahre abgegeben wurde und die Steuerbescheide rechtskräftig ergangen sind, dann gibt es keine Möglichkeiten mehr, diese Aufwendungen nachträglich zu erklären. Es stellt sich sowieso die Frage, ob nicht ein Teil der Werbungskosten (Studium) mit den Lohneinkünften aus dem Semesterjobs teils verrechnet worden wären. Beispiel: Lohneinkünfte Semesterjob 4.000€ abzügl. Werbungskosten aus dem Semesterjob z.B.400,-- dann wären die restlichen 3.600,-- schon mal weg, ohne einen Verlustvortrag bilden zu können. Kommt darauf an wie hoch die Aufwendungen für das 1.Studienjahr bzw. 2.Jahr waren. Denn das gleiche gilt auch für das nächste Studienjahr, in dem bereits eine Steuererklärung beim Finanzamt abgegeben wurde. Also es rechnet sich nicht immer ein Verlustvortrag, wenn bereits niedrige Lohneinkünfte vorhanden sind. Denn es wird immer auf Null gerechnet. Erst der verbleibende Betrag wird als Verlustvortrag festgestellt. Also wer weiß, ob das jetzt für Sie ein so großer Nachteil ist. Für die anderen Jahre wäre es jedenfall von großer Wichtigkeit, hier die Aufwendungen für das Studium steuerlich geltend zu machen und einen Verlustfeststellungsbescheid vom Finanzamt erwirken zu lassen. Denn nur mit diesem Verlustfeststellungsbescheid ist ein Verlustvortrag bei späteren Lohneinkünften verrechenbar. Man kann rückwirkend 4 Jahre eine Steuererklärung beim FA abgeben. Das heißt für 2009 ist die Abgabe noch bis spätestens 31.12.2013 mögich. Bei freiwilliger Abgabe sind es 4 Jahre und bei Pflichtabgabe sind es 7 Jahre, dass die Steuererklärung beim FA eingereicht werden kann. Zur Pflichtabgabe kommt es, wenn man Einkünfte bezogen hat, die noch nicht versteuert wurden. Z.B. Vermietungseinkünfte, Lohnersatzleistungen (Krankengeld, Arbeitslosengeld), Gewerbeeinkünfte.

Antwort
von EnnoBecker, 1.435

Eigentlich ganz einfach:

mit den ersten beiden Jahren meines Bachelors aussieht, wo ich die Lohnsteuererlkärungen bereits gemacht habe, aber den Verlust nicht erklärt habe, ob das rückwirkend noch geht?

Kommt drauf wann, welches die beiden ersten Jahre waren, ob die Steuerbescheide bereits ergangen sind und wenn ja, ob sie noch änderbar sind.

Für Jahre, für die du nicht zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet warst und auch (noch) keine abgegeben hast, beträgt die Festsetzungsfrist vier Jahre, beginnend mit Ablauf des entsprechenden Jahres. Zum 31. Dezember 2013 läuft also die Festsetzungsmöglichkeit für das Jahr 2009 aus.

Für Jahre, in denen zu zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet warst, aber dennoch (noch) keine abgegeben hast, sind es sieben Jahre.

Bei bereits abgegebenen Erklärungen und vorliegenden Bescheiden gilt: Wenn für das entsprechende Jahr der Einkomensteuerbescheid noch änderbar ist, kann auch der Verlustfeststellungsbescheid noch beantragt werden.

Alle anderen sind wech.

Antwort
von Larkolas, 1.151

Wovon hast du bitte gelebt, dass du so viel Minus gemacht hast über die Jahre? (das wird übrigens nicht nur mich, sondern auch das Finanzamt interessieren!)

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