Frage von derna, 4.701

Verlustvortrag aus Aktienverlusten - wie lange kann man den "mitziehen"?

Ich habe steuerlich einen Verlustvortrag mitgezogen, werde aber wohl in den nächsten Jahren keine Gewinne mehr gegenrechnen können. Wird so ein Vortrag nach einer Weile aufgelöst oder zieht man den "ewig" mit?

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Antwort
von wfwbinder, 4.701

Der Verlustvortrag (§ 10 d EStG) ist zeitlich unbegrenzt.

Kommentar von wfwbinder ,

Aktienverlust bedarf ERgänzung. das ist § 20 Abs. 6 EStG und ebenso zeitlich unbegrenzt.

Aber eben nur mit gleichartigen Erträgen.

Kommentar von EnnoBecker ,
zeitlich unbegrenzt.

Nach derzeitiger Gesetzeslage.

Man darf aber damit rechnen, dass der Gesetzgeber irgendwann auf die Idee kommen wird, Verluste abschmelzen zu wollen. Dann wird es ein Verfahren vor dem BVerfG geben, indem diese Regelung kassiert wird und der Gesetzgeber wird eine völlig andere Regelung erlassen, die aber dieselbe ist, die gerade kassiert wurde - und ab da sind die Verluste dann wech.

Kommentar von wfwbinder ,

Das fällt alles in den Bereich: "man sollte es mal ganz neu schreiben" damit es einfach, weniger kompliziert, wird.

Über mache Regelungen, die absolut schwachsinnig sind, aber von Politikern für ihr Klientel am Leben gehalten werden, darf man gar nicht nachdenken.

Expertenantwort
von gandalf94305, Community-Experte für Steuern, 4.331

Wenn der Verlustvortrag auf Verluste aus Aktiengeschäften von vor 2009 (Einführung der Abgeltungssteuer) zurückgeht, so werden diese Verluste zwar nach aktueller Gesetzeslage quasi lebenslang vorgetragen, wenn sie nicht genutzt werden, aber sie können letztmalig bis Ende 2013 mit Gewinnen aus Wertpapieren verrechnet werden. Ab 2014 ist nur noch eine Verrechnung dieser Verluste mit mit Gewinnen aus "privaten Veräußerungsgeschäften" möglich. Das wären also beispielsweise Gewinne aus dem Verkauf von Immobilien oder Gold. Nachzulesen in etwas verklausulierter Form im §52a Abs. 11 EStG.

Wenn der Verlustvortrag durch Bescheinigung von Verlusten aus Wertpapiergeschäften nach Einführung der Abgeltungssteuer entstand (Verlusttopf Aktien), dann wird dieser auch nach aktueller Gesetzeslage lebenslang vorgetragen, jedoch können hier weiterhin Verrechnungen mit Gewinnen aus Aktiengeschäften erfolgen.

In Kürze also: ja, man zieht ihn ewig mit, aber für Altverluste ändert sich ab 2014 die Möglichkeit der Verrechnung.

Antwort
von freelance, 3.395

die werden vorgetragen. Einen Verfall gibt es derzeit nicht.

Anmerkung: Wenn du Verluste (Aktiengeschäfte) aus der Zeit vor 2009 hast, dann kannst du die ab 2014 nur noch mit wenigen Gewinnen verrechnen. Der VV ist da, aber bei Aktiengewinnen wertlos bzw. wirkungslos.

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