Frage von Germanicus,

Verkauf und Erwerb einer Eigentumswohnung bis 80qm bei Alg2 bezug

Hallo, ich beziehe Alg2 und möchte meine ländlich gelegene 68qm Eigentumswohnung verkaufen und eine 79qm Eigentumswohnung in der nächstgelegenen Kleinstadt erwerben. Der Erlös der einen Wohnung würde gerade so ausreichen um die andere zu erwerben. Ich habe eine anerkannte Behinderung von 20%GdB. Mittel zur Wohnraumbeschaffung von Behinderten sind soweit ich weiss durch gesonderte Gesetze geschützt. Wie ist das in meinem Fall ??? Kann ich das einfach machen und anschließend das Jobcenter per Veränderungsmitteilung darüber informieren ???

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Antwort
von Primus,

Sei froh, dass Du Deine Eigentumswohnung nicht verkaufen musst, um selbst für Deinen Lebensunterhalt aufkommen zu müssen. Nun an einen Verkauf zu denken, um eine neue Wohnung zu erwerben finde ich ehrlich gesagt schon etwas dreist.

Und dass alles am Jobcenter vorbei!!

Versuche mal Dein Anliegen bei Deinem zuständigen Sachbearbeiter zu erörtern. Ich glaube, er/sie wird Dir schon erklären, wie so eine Geschichte dann abläuft.

Antwort
von VirtualSelf,

Alles ganz easy.

Da § 12 Abs. 3 Nr. 5 SGB II in der Tat keinen bestimmten Behinderungsgrad vorsieht, ist der "Tausch" im Prinzip dann problemlos möglich, wenn ein von dir darzulegender Zusammenhang mit der Behinderung besteht (Stichwort: behindertengerechte Wohnung).

Du findest in der Wissensdatenbank der BA ohnehin die Auffassung:

Vermögen, das aus geschütztem Vermögen stammt (Erlös aus Immobilienverkauf o. ä.) und nahtlos in neues geschütztes Vermögen investiert wird, bleibt durchgehend geschützt. Wird daher eine neue selbst bewohnte Immobilie erworben, ist diese als Vermögen geschützt, wenn sie von angemessener Größe ist.

Der Verkaufserlös ist stets als Vermögen zu betrachten, weil die Immobilie bereits vor der Entstehung des Anspruches auf Arbeitslosengeld II vorhanden war. Der Verkauf ändert an der Betrachtung als Vermögen grundsätzlich nichts, weil nur die Form des Vermögens eine andere ist.

http://www.arbeitsagentur.de/nn_434188/zentraler-Content/Veroeffentlichungen/WDB...

Insofern ist der Tausch auch dann möglich und zulässig, wenn du Behinderung nicht anführst. Dennoch solltest du in jedem Fall diesen Tausch im Vorfeld durch das Jobcenter absegnen lassen.

Btw: habe gedacht, dass in dieser Community mehr Fachwissen vorhanden ist als bei gutefrage.net ... sieht fürs SGB II-Recht aber anscheinend eher düster aus. ^^

Antwort
von Zitterbacke,

Bei einem Grad von 20 ??In deinem Fall schlägt das Arbeitsamt bzw. die Arge erbarmungslos zu. Lies mal hier was in D Behinderung heißt :

"Eine Person gilt in Deutschland nach § 2 Absatz 1 SGB IX als behindert, wenn sie von folgenden Einschränkungen betroffen ist:

  • Beeinträchtigung von Körperfunktionen (z.B. Gehbehinderungen), schwere psychische Erkrankung oder verminderte geistige Leistungsfähigkeit (z.B. Down-Syndrom)

    • die Beeinträchtigung voraussichtlich länger als sechs Monate vorliegt (für diese Prognose ist ein Arzt hinzuzuziehen!)

    • die Entwicklung der Personen vom altersentsprechend typischen Zustand abweicht

    • und die Personen aufgrund dieser Einschränkungen in ihrer Mitwirkung an einem Leben in Gesundheit beeinträchtigt ist. "

Als schwer behindert gilt eine Person allerdings erst dann, wenn sie von einem bestimmten Grad der Behinderung (GdB) betroffen ist.

http://www.juraforum.de/wiki/schwerbehinderung

Gruß Z... .

Antwort
von Privatier59,

Ich fürchte, da wird Dir das Jobcenter einen Strich durch die Rechnung machen. Geschützt ist nur die schon gehaltene ETW angemessener Größe. Verkaufst Du die, dann hast Du Bargeld zur Verfügung und da gibt es ganz andere Grundsätze. Dort ist nur ein Betrag von wenigen tausend Euro Schonvermögen. Man wird Dir vorhalten, dass Du den Kaufpreis für den Lebensunterhalt inklusive Wohnbedarf verwenden mußt. Dir kann die Grundsicherung versagt werden wenn Du Dich durch Kauf einer Ersatz-ETW bedürftig machst. Und bei nur 20% MdE gibt es -von kleinen Steuervorteilen abgesehen- ohnehin keine besonderen Vergünstigungen.

Kommentar von Gaenseliesel ,

sehe ich genau so ! Eine Behinderung von 20 % ist beinahe eine Bestätigung für " gesund " . Diese Einstufung kann man getrost vergessen, es sei denn, es kommen weitere gesundheitlich - gravierende Beschwerden hinzu.

K

Kommentar von Primus ,

Sachen gibt's - die gibt's gar nicht!

Kommentar von VirtualSelf ,

@Privatier:

Warum antwortest du zu einer Materie, von der du keine Ahnung hast?

Du scheinst ja nicht einmal zu wissen, dass es originäre Quellen gibt, die z.B. genau auf obige Frage eine Antwort geben, die deiner grundfalschen Antwort diametral entgegengesetzt sind.

z.B. http://www.arbeitsagentur.de/nn_434188/zentraler-Content/Veroeffentlichungen/WDB...

Ist dir dein Platz im Tagesrankig tatsächlich so wichtig, dass du nicht zögerst, Falsches zu posten?

Kommentar von Privatier59 ,

Ich bin deine elendigen Besserwissereien leid und habe den Kommentar beanstandet. Vielleicht sollte sich dein Über-Ego an einem Ort austoben wo du anderen nicht auf die Nerven gehst.

Kommentar von VirtualSelf ,

Dein Ego hindert dich offensichtlich nicht daran, falsche Antworten zu geben oder Plattitüden zu bemühen.

Dabei ist das Ganze doch so einfach: antworte zu den Themen, von denen du fundierte Ahnung hast.
Mache ich genauso.
Dient der Qualität dieser Community./Seite.

Kommentar von Privatier59 ,

Oberlehrer hasst jeder und Du bist der Prototyp dafür!

Kommentar von VirtualSelf ,

Damit kann ich gut leben, da ich es tatsächlich besser weiß und mir die Fragen der User wichtiger sind, als mein (virtuelles) Bild.
Hat etwas Altruistisches, nicht wahr?

... außerdem habe ich gerne das letzte Wort. ^^

Kommentar von ffsupport ,

Liebe Mitglieder,

bitte haltet eure Diskussionen sachlich. Es ist gut wenn man sich gegenseitig ergänzt bzw. Antworten präzisiert / mit Fakten anreichert. Dabei dann aber bitte auch auf der Sachebene bleiben.

Freundliche Grüße

Jürgen vom finanzfrage.net Support

Antwort
von Rentenfrau,

Hallo Germanicus: laß Dir raten, verkauf NICHT einfach Deine Wohnung, um sie gegen eine neue Wohnung einzutauschen. Ich fürchte, daß das so nicht klappt. Denn nur die Wohnung, die Du momentan bewohnst ist geschützt, wenn Du sie verkaufst, bekommst Du Geld und das Jobcenter wird verlangen, daß Du davon leben sollst. Daher rate ich, setze Dein Vorhaben keinesfalls um, ohne Dich vorher genau beim Jobcenter zu versichern, daß dies auch geht.

Kommentar von VirtualSelf ,

Ich fürchte, daß das so nicht klappt

Doch, das klappt so, sofern die neue Wohnung angemessen ist:
http://www.arbeitsagentur.de/nn_434188/zentraler-Content/Veroeffentlichungen/WDB...

Für dich, die du von der Materie Ahnung hast, speziell der gutgemeinte Tipp:
Nutze die Wissensdatenbank und die Fachlichen Hinweise der BA.

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