Frage von cowboy1970, 29

Verkauf einer Immobilie aus einer Erbengemeinschaft

Hallo zusammen

vor 20 Jahren hat ein Großvater 2x Zwei-Familienhäuser (als Erbengemeinschaft) an seine Enkel vererbt - die Häuser waren damalig mit Hypotheken belastet. Diese Häuser wurden 1965, bzw. 1968 erbaut und sind seitdem ausschließlich im Familienbesitz. Beide Häuser wurden jeweils von einer Partei selbst genutzt und die andere Wohneinheit vermietet – die Einnahmen wurden ordnungsgemäß über die Einkommenssteuer versteuert. Heute sind die Häuser Schuldenfrei, so dass diese jetzt getrennt werden sollen. Jetzt gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie dies event. geschehen soll. 1.) Eine Möglichkeit wäre, dass einer eine Hälfte an den anderen Verkauft und das dieses Geld, wieder in das Haus investiert wird, welches dann noch beiden gehört. 2.) Eine weitere Möglichkeit wäre, dass einer eine Hälfte an den anderen Verkauft. Der Erlös aus dem Verkauf würde in eine neue, andere Immobilie investiert werden. 3.) Die Häuser werden so aufgeteilt, so dass jedem ein Haus alleine gehört, d.h. jeder die Hälfte des anderen übernimmt.

In allen Fällen wäre jetzt zu klären, inwieweit Steuern anfallen. Nach der Recherche im Internet, gab es verschiedene Aussagen, welche ich wie folgt zusammenfassen. • Die Häuser befinden sich im Privatbesitz und sind nicht Bestandteil eines Betriebsvermögens. • Der Besitz wurde unentgeltlich durch Erben erworben, womit auch die Fristen des Besitzes mit vererbt wurden. • Das Erbe unterlag der Erbschaftssteuer und wurde bezahlt. • Nach §23EStg muss der Gewinn ( wie würde der Gewinn bei einer Besitzübernahme durch Erben ermittelt??? ) nur der Einkommenssteuer unterworfen werden, wenn zwischen Erwerb ( in diesem Fall der Bau ca. 1965 ) und dem Verkauf weniger als 10 Jahre liegen. • Grunderwerbssteuer 5% des Kaufpreises Fazit: Es fallen außer der Grunderwerbssteuer keine weiteren Steuer an, da es sich um ein privates Veräußerungsgeschäft handelt, welches außerhalb der 10 Jahre liegt. Zusätzlich fallen noch Notar / Amtsgerichtskosten für die Umschreibung an. Zukünftig würde nur für die neu erworbene Hälfte eine Einkommenssteuer anfallen, wenn das Haus innerhalb von 10 Jahren nach Erwerb der Hälfte wiederverkauft werden.

Welcher Betrag wäre überhaupt steuerpflichtig? Der Erlös? Der Gewinn?

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Antwort
von wfwbinder, 26

Paragraph 6 Abs. 1 GrdErwStG, wenn ihr den Quatsch mit der Verkäuferin lasst und einfach nur unter Auflösung der GbR jedem ein Haus ins Alleineigentum überträgt fällt keine Steuer an, wenn die Häuser gleichviel Wert sind.

Kommentar von wfwbinder ,

Noch eine Ergänzung zur Klarstellung, auch in der Einkommensteuer tut sich nichts.

Erst, wenn einer von beiden einen Wertausgleich zahlen muss, fällt Grunderwerbsteuer n.

Man sollte sich also, wie man in Norddeutschland sagt: "schlicht um schlicht" einigen. also jeder bekommt ein Haus ins Alleineigentum. keiner zahlt was.

Kommentar von EnnoBecker ,

Du meinst, eine Erbauseinandersetzung ist auch noch nach so langer Zeit möglich?

Kommentar von wfwbinder ,

Ich habe in § 6 Abs. 1 GrdErwStG keine Frist gefunden.

Allerdings in der Realität noch keinen Fall dieser Art auf dem Tisch gehabt.

Ich bin aber auch der Ansicht, dass § 6 Abs. grundsätzlich bei der Auseinandersetzung von GbR gilt.

Kommentar von EnnoBecker ,

Ich hätte dort auch nicht nach einer Frist gesucht. Das klingt mir sehr nach Richterrecht.

Auf die Schnelle hab ich jetzt dazu nichts gefunden. Ich denke, wenn ich solch einen Fall auf meinem Schreibtisch habe und auch weiß, wie ich ihn abrechnen kann, finde ich auch was.

Antwort
von freelance, 19

der Gewinn ist steuerpflichtig.

Beim Verkaufspreis sollte man auf die Marktgegebenheiten achten. Wenn unter Wert verkauft wird, könnte der Tatbestand der Schenkung auf den Tisch kommen.

Kommentar von EnnoBecker ,

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