Frage von WeinberaterBusiness Profil - Light, 23

Vergünstigte Vermietung unter nahen Angehörigen

Hallo liebe Experten,

Mein Schwiegervater kauft ein Grundstück und errichtet darauf ein Haus nach unseren Vorstellungen. Dafür werden wir einen normalen Mietvertrag abschließen.

  1. Die Frage ist nun, ob auch ich als Schwiegersohn alleiniger Vertragspartner sein darf/kann, damit er bei Vergünstigung des Mietzinses auf ca. 70% die volle Abzugsfähigkeit der Werbungskosten nicht verliert.

Leider werde ich aus den Regelungen (BGB, AO 15, etc.) nicht schlau, da es die BFH und FA hindrehen wie es Ihnen gefällt und es immer wieder ausnahmen und Sonderfälle gibt.

  1. sollte meine Frau/seine Tochter auch im Vertrag stehen müssen, was hat das für eine Auswirkung auf die Höhe der Miete.

Danke und lieben Gruß

Antwort
von Primus, 23

Seit 1. Januar 2012 muss die Miete mindestens 66 Prozent der ortsüblichen Vergleichsmiete betragen, um die Werbungskosten vollständig beim Fiskus geltend machen zu können. Liegt sie darunter, können diese auch nur anteilig angesetzt werden.

http://ratgeber.immowelt.de/wohnen/recht/tipps-fuer-vermieter/artikel/artikel/wa...

Kommentar von Weinberater ,

Die Basics die Sie mir geschrieben habe, hatte ich doch schon in der Fragestellung aufgeführt. Es geht mir hier um die übliche Auslegung, was das FA in diesem Fall unter einen "nahen Angehörigen" versteht.

Kommentar von vulkanismus ,

Es geht hier nicht um etwas, das Du Auslegung nennst. Die gibt es nämlich nicht. Es gibt die Einkommensteuer-Richtlinien, und die sind öffentlich einsehbar.

Natürlich bist Du ein Angehöriger.

Dein Problem ist ein ganz anderes. Es wird verlangt, dass der Mietvertrag wie zwischen Fremden üblich geschlossen und auch durchgeführt wird.

Da es nicht üblich ist, nur mit einem Ehepartner diesen Vertrag zu schliessen, musst Du damit rechnen, dass der bei Deinem Schwiegervater auftretende Verlust sehr genau unter die Lupe genommen wird.

Antwort
von wfwbinder, 20

Wenn die Miete 70 % der ortsüblichen Vegleichsmiete ist, dann hat er den vollen Abzugs der Werbungskosten und Afa , Zinsen usw.

egal ob nur Du als Schwiegersohn, oder mit Ehefrau.

Ausserdem, wenn sie nicht im Vertrag stehen sollte, wie wollt ihr dann erklären, das ihr in der eigenen Erklärung die gleiche Adresse habt?

Würde doch alles völlig "geschoben" wirken.

Immer schön ehrlich bleiben.

Die Finanzämter drehen das nicht, wie sie es möchten, sondern immer so, wie es in den Richtlinien steht.

Also, Mietvertrag ganz normal, Für Euch beide. ca. 70 % der ortsüblichen Vergleichsmiete (muss mehr als 2/3 sein). Nicht zu knapp kalkulieren.

Kommentar von Weinberater ,

Vielen Dank für die schnelle Antwort!

So ganz ohne Hintergedanken ist es natürlich nicht, dass wir nur mich im Mietvertrag stehen haben wollen:

  1. letzten Ende zahle auch ich die Miete (zum ganz überwiegenden Teil)

  2. habe ich gerade die Klärung des elternunterhalts an der Backe. Bzgl. Leistungsfähigkeit macht es m. W. sehr wohl einen Unterschied ob ich, wir beide oder gar nur meine Frau drin steht.

Der springende Punkt ist der, dass einige Leute mir erklärt haben, dass mein Schwiegervater die Miete nur dann reduzieren kann ohne die volle Abzugsfähigkeit nicht zu verlieren, wenn nur seine Tochter im Mietvertrag steht.

Kommentar von wfwbinder ,

Wie schon in der Antwort genannt, das Finanzamt weiß ja, dass die Familie/die Eheleute dort wohnen, also wird es auch so behandelt.

Ich würde also keine experimente machen, sondern wie immer im Steuerrecht, am besten alles wie unter fremden. Führt zu den geringsten Problemen

Kommentar von wfwbinder ,
Der springende Punkt ist der, dass einige Leute mir erklärt haben,

Und was ist das hüpfende Komma?

Wer sind einige Leute? Im Gesetz und in den Durchführungsbestimmungen steht nichts davon.

Du solltest überlegen, wer die größere Steuerkompetenz hat, Dein Friseur, oder Fachleute.

Kommentar von EnnoBecker ,

Apothekenrundschau und Bäckerblume sind heutzutage Kompetenzträger.

Im SV steht

Leider werde ich aus den Regelungen (BGB, AO 15, etc.) nicht schlau

Was etc it, weiß ich nicht, aber zumindest § 15 AO ist ja genannt und wenn ich mir den vor das geistige Auge führe, ist der recht eindeutig.

Weiter heißt es:

da es die BFH und FA hindrehen wie es Ihnen gefällt

Dem kann ich nicht folgen. Wenn ein SV klar ist, kann man daran nicht rütteln. Wenn ein SV oder eine gesetzliche Regelung unklar ist, gibt es in der regel Richterrecht in folglich Vwerwaltungsanweisungen, an die das FA gebunden ist.

Nun ist dieses Thema ja nicht neu und wir Steuerrexperten schütteln die Lösung aus dem linken Ärmel - deswegen sehe ich nicht, wo hier ein Problem besteht. Außerhalb der kognitiven Kapazität des Protagonisten..

Antwort
von Privatier59, 20

Bei 70% der ortsüblichen Miete besteht das was Du als Problem überhaupt nicht. Die Frage ist somit überflüssig.

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