Frage von divVers, 249

Verfall der Immobilienpreise zu erwarten, wenn Zinsen wieder steigen?

ich habe noch den Boom mit Ostimmobilien mitbekommen. Dass sich hier einige verschluckt haben, ist bekannt.

Auch wenn es nicht vergleichbar ist, was jetzt bei den Immobilien zu erkennen ist, frage ich mich, ob der Boom zum Betongold nicht abreisst, wenn die Zinsen wieder steigen.

Ich habe überlegt, eine Immo zu kaufen, aber die Preise sind mir zu sehr gestiegen in der Region, bei der ich Interesse habe.

Kann man nicht vermuten, dass die Immopreise sinken werden, wenn die Zinsen wieder steigen, dass sich einige verzockt haben, wenn sie erkennen, dass sie bei Kreditverlängerungen deutlich mehr zahlen müssen?

Steigende Zinsen in spe = sinkende ImmoPreise? (ausser in den Topregionen)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von wfwbinder, 249

JA, das ist möglich. eventuell noch ein paar Jahre warten, wenn die Immobilien zum Teil auf den Markt kommen, wenn die Zinsbindung ausläuft und die Leute, die zu hart rangegangen sind verkaufen müssen.

Wer zur Zeit mit unter 4 % Immobilienzinsen an die 100 % Grenze ging, weil die Bonität gut ist und ausserdem einen hohen Preis akzeptiert hat, den können 1-2 % höhere Zinsen in 5-10 Jahren eventuell das Genick brechen.

Ist doch seinerzeit in den USa auch passiert und mit den verbrieften faulen Immokrediten begann die Finanzkrise udn die Immobilienpreise in den USA gingen in den Keller.

Kommentar von divVers ,

Wir werden es erst in einigen Jahren sehen, wenn die Kredite umgeschichtet, neu verhandelt werden. Mal sehen.

Genickbruch erwarte ich bei einigen. In meinem Bekanntenkreis gibt 2 Kandidaten, die sehr kühn investiert haben.

Antwort
von Finanzschlumpf, 204

Ich denke der Zins ist nicht das entscheidende Kriterium für die zukünftige Preisentwicklung der Immobilien.

Der Zins ist oft ganz wichtig bei den gewerblichen Sachen , und eben bei den Kapitalanlagen. Wenn es beim selbstgenutzten Eigentum mit 0,5 oder 1,0 Prozent mehr Zins plötzlich nicht mehr geht, dann war die Finanzierung unsolide.

Ich bin nicht so nah am Immoblilienmarkt, um mit Sicherheit sagen zu können, wie sich die "Umsätze" bei Wohnimmobilien in die Gruppen Selbstnutzer / Kapitalanleger aufteilen. So vom Gefühl her meine ich aber, dass der Selbstnutzeranteil so groß ist, dass steigende Zinsen wenig Einfluss auf die Preise haben dürften. ( Abgesehehen von einer ohnin normalen "Atmung" der Preise... ).

Aber was anderes : Gibt es stark steigende Zinsen ? Sehe ich nicht ( aber ich werde gleich mal die Brille putzen... ).

Antwort
von santina, 185

In guten Lagen (Großstädte) in denen ohnehin Wohnungsmangel besteht, wird es keine Preisänderungen geben. Ich bin auch nicht der Meinung, dass in näcster Zeit an größerer Zinsanstieg zu erwarten ist. Augen aufhalten und die Angebote beobachten, auch in guten Lagen kann mal ein Schnäppchend darunter sein. Oft sind es unrenovierte Wohnungen, viele Leute können sich nicht vorstelllen, was Renovierungen und bauliche Veränderungen bringen.

Antwort
von gandalf94305, 177

Immobilienrenditen sind risikoarm. Steigt der Marktzins, wird sich der Spread zu Immobilienrenditen und auch Dividendenrenditen verringern, d.h. man könnte hier fallende Kurse sehen. Allerdings werden einzelne Sektoren der Wirtschaft unter steigenden Zinsen verschieden leiden bzw. davon sogar profitieren. Das kommt ganz darauf an, ob man auf der Schuldner- oder Gläubigerseite ist.

Schau Dir die Zinsstrukturkurve im EUR-Raum an. Hier sind klar steigende Zinsen angesagt und daher leiden jetzt schon längerlaufende Anleihen. REITs und Immobilien werden die nächsten sein, wenn die Zinsen steigen. Man kann dann jedoch auf die Sektorrotation setzen und Werte bevorzugen, die höhere Dividendenrenditen liefern bzw. mit steigenden Zinsen zurechtkommen. Das wären Infrastruktur, Banken, Versicherungen und Technologiewerte. Außerdem kann man vielleicht auf der Suche nach dann höheren Spreads auch wahrscheinlich wieder Investments in Emerging/Frontier Markets sehen. Das hat bereits Anfang 2013 begonnen: institutionelle Investoren stecken zunehmend Geld in Emerging/Frontier Markets Fonds und ETFs, während Privatanleger sich daraus gerade noch stärker zurückziehen.

Antwort
von Privatier59, 135
ausser in den Topregionen

Das genau ist der springende Punkt. Die auf deutschen Immobilienmarkt stattgefundenen Preissteigerungen waren immer in dem was man Ballungsräume nennt. Außerhalb der Ballungsräume hat es keine Preissteigerungen gegeben sondern Preisverfall und das ganz unabhängig vom Zinsniveau. Steigende Zinsen merkt man da garnicht. Grund für diese Entwicklung ist der anhaltende Zuzug in die Großstädte einhergehend mit einem Wegzug aus ländlichen Regionen und der sich schon andeutende Bevölkerungsschwund.

In den Ballungsräumen ist der Preisanstieg nur zum Teil durch die günstige Zinssituation bedingt, nicht minder großen Anteil haben das zeitweise stark gestörte Verhältnis zum Euro und das auch weiterhin zu verzeichnende Bevölkerungswachstum in der Topregionen.

Deine Überlegung, dass steigende Zinsen zu sinkenden Immobilienpreisen führen müssen, ist aus genannten Gründen nicht zwingend. Da wo die Preise gestiegen sind, wird auch künftig hohe Nachfrage sein. Es kann also passieren, dass Du eine Enttäuschung erlebst: Statt sinkender Preise weiter steigende die dann auch noch zu wesentlich ungünstigeren Konditionen zu finanzieren wären.

Kommentar von divVers ,

es ist nicht zwingend, aber es könnte so sein. Ich kenne die Preisentwicklung in einem Ballungsgebiet. Und da geht es seit Jahrzehnten nach oben.

In einem Ballungsraum kann ich mir keine Immo mehr leisten. Das ist mir zu teuer.

Antwort
von althaus, 133

Ich glaube kaum, daß die Immobilienpreise fallen werden, wenn dann nur sehr leicht. Es gibt noch zuviele Interessenten am Markt, die bereit sind für eine Immobilie Geld zu bezahlen. Es kann aber durchaus sein, daß in 5 oder 10 Jahrten, wenn die Zinsen kräftig ansteigen die einen oder anderen die Folgefinanzierung nicht mehr bedienen können. Davon bin ich überzeugt. Also hat man noch Zeit sich um eine Immobilie zu kümmern. Es ist dann besser etwas mehr an Eigenkapital zu haben als andere um zum Zuge zu kommen.

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