Frage von Privatier59, 54

Verdeckte Treuhand im Steuerrecht

Folgender Fall: Ein Steuerpflichtiger hat es in der Vergangenheit nicht so genau genommen und sinnt nun, reinen Tisch zu machen. Ein Problem ist dabei, dass er in der Vergangenheit Geldbeträge auch auf den Namen seinen minderjährigen Sohnes angelegt hat, ganz einfach deshalb, weil es für Jugendsparhefte bessere Zinskonditionen als für die von Erwachsenen. Das Sparkonto wurde 2005 auf den Namen des Sohnes angelegt und 2009 aufgelöst. Das Guthaben floss dann zurück an den Steuerpflichtigen.

Ich sehe die Konstruktion als verdeckte Treuhand und meine, dass keine Schenkungsteuer entstehen kann (die Freitraege sind ausgeschoepft). Sieht das jemand anders?

Wem sind die Zinseinnahmen zuzurechnen? Dem Steuerpflichtigen oder dem Sohn?

Antwort vom Anwalt erhalten
Anzeige

Schneller und günstiger Rat zu Ihrer Rechtsfrage. Kompetent, von geprüften Rechtsanwälten.

Experten fragen

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von blackleather, 47

Würde sich - gesetzt den Fall, man könnte tatsächlich von Treuhand reden - nicht auch die Frage nach § 181 BGB stellen?

Ich meine, auf der einen Seite steht der Vater als Treugeber.

Auf der anderen Seite steht der minderjährige Treuhänder, der selbst nur beschränkt geschäftsfähig ist und deshalb der Einwilligung seines gesetzlichen Vertreters bedarf. Der gesetzliche Vertreter ist aber zugleich Treugeber - sind wir da nicht in § 181 BGB?

Kommentar von EnnoBecker ,

Richtig.

Kommentar von Privatier59 ,

Es kann nicht immer nur derselbe den Stern kriegen. Diesmal ist der Krawattenmann des Jahres nur zweiter Sieger.

Antwort
von EnnoBecker, 32

Die Zinsen sind dem Vater zuzurechnen, da es sich um dessen Kapital handelt.

Er hat gegen § 154 AO vestoßen und gegen die AGB des Kreditinstitutes (letzteres in betrügerischer Absicht).

Eine Treuhandschaft muss gegenüber dem Finanzamt offenbart werden.

Kommentar von Privatier59 ,

Na in diesem Falle dürfte es ein opferloses Vergehen sein. Die Bank wird derartiges kennen und billigen. Und ueberhaupt: Wenn ich mir den erlangten Zinsvorteil anschaue, kommen mir Tränen des Mitleids.

Kommentar von EnnoBecker ,

Gut, über die Höhe der Zinsen gabst du ja keine Auskunft. bekannt war nur, dass der Sparerfreibetrag bzw. 2009 Sparerpauschbetrag nicht überschritten wurde.

Sonst wäre die Frage nach einer Steuererklärung aufgetaucht.

Kommentar von blackleather ,

Die Höhe des erlangten Zinsvorteils macht also aus dem Offizial- ein Antragsdelikt?

Dann kann man bloß staunen, welche Mühe sich manche Leute mit manchen Sachen manchmal so machen.

Kommentar von EnnoBecker ,

§ 153 StPO machts möglich.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten