Frage von rosenrot, 280

Veräußerung eines Hauses mit lebenslangem Wohnrecht möglich?

Kann ein vorzeitig an die Kinder übertragenes Haus, für das die Eltern aber ein lebenslanges Wohnrecht haben, problemlos veräußert werden? Was ist, wenn eine Rückforderungsklausel im Überlassungsvertrag enthalten ist.

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von imager761, 280
Kann ein vorzeitig an die Kinder übertragenes Haus, für das die Eltern aber ein lebenslanges Wohnrecht haben, problemlos veräußert werden?

Problemlos sicher nicht: Wer kauft schon ein Haus, dass er (mindestens auf den Bereich des Wohnrechts) lebzeitig der Berechtigten weder selbst nutzen noch vermieten kann, aber Lasten und Kosten tragen muss?

Was ist, wenn eine Rückforderungsklausel im Überlassungsvertrag enthalten ist.

Die könnten die Eltern natürlich ziehen und Rückauflassung betreiben. Wäre die bei Verkauf geregelt, genügt eine Verkaufsabsicht (Inserat, Makler); bei gegebenem groben Undank wäre sie ebenso denkbar.

G imager761

Antwort
von wfwbinder, 218

Was für eine Rückforderungsklausel?

Grundsätzlich kann verkauft werden, praktisch ist es aber kaum möglich, weil:

  1. ein Wohnrecht eingetragen ist (das Haus also nicht selbst genutzt/vermietet werden kann

  2. Das Wohnrecht vermutlich im ersten Rang steht. Also eine Finanzierung durch eine Bank im zweiten Rang stehen würde. Läßt sich eine Bank aus meiner Sicht nicht drauf ein.

  3. Ist diese Rückforderungsklausel auch im Grundbuch festgehalten?

Antwort
von freelance, 190

Rückforderungsklausel im Sinne, dass die Eltern das Haus von den Kindern zurückfordern können?

Ein Haus mit lebenslangem Wohnrecht ist schon schwer veräusserbar, aber wenn noch so eine Klausel drinsteht, sehe ich fast keinen Markt mehr.

Nehmen wir an, du wärest Käufer von so einem Objekt. Dann kannst du das Haus nicht oder nur eingeschränkt nutzen, solange die Eltern drin wohnen. Und was ist dann, wenn du Eigentümer bist und die Eltern fordern das Haus wieder zurück? Wie willst du das gestalten - vertraglich? Welchen Wert hat so ein Haus noch mit solchen Unsicherheiten?

Antwort
von Privatier59, 149
Was ist, wenn eine Rückforderungsklausel im Überlassungsvertrag enthalten ist.

Rückforderungsklauseln sind bei Immobilienschenkungen an Kinder üblich und wenn der Notar seine Aufgaben gewissenhaft wahrgenommen hat, sind sie auch durch Vormerkung abgesichert. Ein solches Haus ist faktisch unveräußerbar. Sobald nämlich ohne Zustimmung des Schenkers ein Verkauf erfolgt ist der Rückforderungsfall eingetreten. Der Verkauf kann also nicht vollzogen werden. Damit wird auch der Kaufpreis nicht zur Zahlung fällig.

Auch ohne Rückforderungsklausel wäre eine mit Wohnrecht belastete Immobilie nicht marktfähig. Welcher Käufer möchte denn schon unabsehbare Zeit warten bis er selber einziehen kann?

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