Frage von selkeys, 32

Vater verschuldet die Tochter - wie komm ich da raus?

Hallo, ich wende mich hier hin, weil ich kein Geld für einen Anwalt habe. Vielleicht liest das ja die ein oder andere Person, die mir weiter helfen kann.

Ich fange mal von vorne an: Mein Vater hatte sein ganzes Leben lang schon Schulden, die er mal mehr mal weniger abbezahlen konnte. Als ich 18 war hatte ich 2 Konten, von denen ich nur eins benutzte. Er bat mich das eine zu benutzen, weil sein Konto sonst gepfändet wird. Ich willigte ein. Das Konto benutze er 8 Jahre lang. Als ich mir dann 2012 einen kleinen Kredit nehmen wollte kam heraus, dass er ca. mit 10.000 Euro im Dispo ist (Schufa). Ich versuchte alles um daraus kommen, doch die Bank (Volksbank) bestand auf die Rückzahlung. Und weil ich Angst vor schwerwiegenden Folgen hatte, willigte ich einem Umschuldungskredit ein, mit 13% Zinsen. Nun zahle ich mit einer Rate von 168euro fast 20.000 euro ab. Nur weil mein Vater nicht mit Geld umgehen kann und ich ihm vertraut habe, dass er kein Blödsinn mit meinem Konto macht. Zwar überweist er mir meistens die Rate, doch es kam schon mal vor, dass es nicht passiert ist. Und nun sagt er auch noch, es sieht schlecht aus bei ihm, er weiß nicht ob er weiter zahlen kann. Und dass steht mir noch knapp 10Jahre bevor!!!

Weiß jemand ob ich da irgendwie rauskommen kann???

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Antwort
von Snooopy155, 20

Damit Dein Vater diese Konto nutzen konnte mußte er doch mindestens eine Vollmacht haben. Diese ist als erstes zu widerrufen, falls nicht schon geschehen. danach würde ich zur Volksbank gehen und sie vor die Wahl stellen, entweder deutlich günstigere Zins- und Rückzahlkonditionen anzubieten oder es droht Dir die Privatinsolvenz, mit der Folge, dass sie sicherlich einen Teil des Kredites abschreiben müssen. Unter diesem Aspekt sollten sie deutlich bessere Konditionen einräumen, denn eine Privatinsolvenz ist für sie negativ zu bewerten. Dem Vater würde ich zudem damit drohen, weiterhin pünktlich alle Raten zu bezahlen, ansonsten wirst Du das Geld bei ihm einklagen. Das klingt hart, aber anders bringt man notorische Schuldner kauf auf die Reihe.

Kommentar von selkeys ,

Meine Frage ist auch- Kann ich das Geld bei meinem Vater überhaupt einklagen?? Er hatte im gewissen Sinne eine Vollmacht von mir, weil ich ihm alle Daten, meine Karte etc. überlassen habe. Er hat das Konto genutzt um die Familie zu finanzieren. Ich denke die Schulden hat er erst ab 2011 gemacht. Sobald ich davon erfahren habe, habe ich natürlich das Konto sperren lassen. Nun hat er gar keins mehr. Denn andere Gläubiger sitzen ihm im Nacken, das heißt wenn er ein eigenes Konto eröffnet pfänden sie zu sofort einen Teil seines Lohns.

Durch eine Unterhaltsklage von meiner Mutter sieht es im Moment angeblich sehr schlecht für ihn finanziell aus. Das ist der Grund warum er sagt, dass er Zahlungsunfähig ist.

Die Bank würde ihn auch nicht als Schuldner akzeptieren, weil er eben Zahlungsunfähig ist. Dann holen sie es sich lieber bei mir.

Ich hoffe die Schuldnerberatung kann mir da auch noch ein paar Tipps geben.

Antwort
von Kevin1905, 17
Hallo, ich wende mich hier hin, weil ich kein Geld für einen Anwalt habe.

Dann besorg dir einen Beratungshilfeschein auf dem Amtsgericht.

Die Informationen sind zu dürftig um eine sinnvolle Strategie zu verfassen, auch fällt das m.M.n. schon in den Bereich konkrete Rechtsberatung, von daher solltest du einen Rechtsanwalt bemühen und diesem den Fall schildern.

Antwort
von gandalf94305, 15

Hier sind ein paar Dinge falsch gelaufen.

Minderjährige können keine Girokonten einrichten, d.h. auch der Vater könnte kein Girokonto für Dich einrichten. Du kannst erst mit 18 ein Konto einrichten. Also wäre für mich die erste Frage, ob Du an Deinem 18. Geburtstag bereits Schulden hattest.

Die nächste Frage: das Konto, das mit 18 dann für den Vater eingerichtet wurde, war wohl ein Girokonto. Wie kann dies mit 10.000 EUR im Minus stehen? Wer hat denn diesen Disporahmen auf Basis welcher Einkünfte oder Sicherheiten bei der Volksbank genehmigt? Der Vater wird wohl kaum einen Leumund als schneller Zahler mit guter Bonität haben. Also: wie konnte diese Überziehungsposition überhaupt zustandekommen?

Dann: warum überläßt Du wider allgemeinen Geschäftsbedingungen dem Vater Dein Konto zur Verfügung? Hier solltest Du wahrscheinlich einen Titel gegen den Vater erwirken, aber der scheint das Geld ja auch nicht zu haben.

Ein Umschuldungskredit mit 13% Zinsen? Das ist kein Darlehen, das ist ein geduldeter Überziehungsrahmen auf einem gewöhnlichen Girokonto. Warum zahlt der Vater nicht direkt diese Rate? Warum überweist er Dir diese Rate und dann zahlst Du sie ein?

Das einzige, was hier klar ist: natürlich will die Volksbank nicht von zwei Schuldnern einen entlassen, wenn die Chance auf die Rückzahlung damit gegen Null geht.

Hier ist so viel schief gelaufen, daß man eigentlich gar nicht weiß, wo anzufangen ist. Suche Dir einen erfahrenen Schuldnerberater und kläre die möglichen Vorgehensweisen. Zur Not beantragst Du Beratungshilfe beim Amtsgericht.

Kommentar von vulkanismus ,

Sie war bereits 18 wie dargestellt.

Kommentar von selkeys ,

Danke für die ausführliche Antwort. Ich war bereits 18. Das Konto benutzte er 8 Jahre lang. erst im letzten Jahr kam die hohe Überziehung zustande (2011/2012), vorher ging regelmäßig sein Lohn auf das Konto (ca. 1600-2000eur) Die Bank begründete die Verfügbarkeit eines Dispos in der Höhe damit, dass immer viel Geld auf dem Konto war.

Im Dispokredit steht mein Name und meine Kontodaten, mein Vater besitzt kein eigenes Konto mehr, deshalb überweist er das Geld an mich.

Mir ist klar, dass die Bank ihren Vorteil oder gar mehr aus meinem Fall zieht und das es auch Unrecht ist. Aber ob ich vor Gericht Chancen hätte, ist für mich unklar und unsicher.

In einer Woche habe ich einen Termin bei der Schuldnerberatung.

Antwort
von hildefeuer, 15

Der Fokus der ganzen üblen Sache liegt auf der Kontoeröffnung als Du volljährig wurdest. Hast Du die Konten eröffnet? Lass Dir von der Bank die Unterschrift zeigen. Hast Du eingewilligt zum Dispo? Lass Dir ebenfalls die Unterschrift zeigen. Ist es nicht Deine Unterschrift kommst Du da raus. Sag der Bank das, wenn es nicht Deine Unterschrift ist. Hast Du unterschrieben, bleibt nur der Weg zur Schuldnerberatung. Hat er das Konto eröffnet und unterschrieben bist Du fein raus.

Kommentar von selkeys ,

Danke für die Antwort! Das Konto habe ich eröffnet. Aber einen Dispo in der Höhe habe ich nie eingewilligt. Die Bank meinte Dazu, dass sich der Dispo automatisch so hoch setzt, weil immer viel Geld, nämlich das Gehalt meines Vaters auf das Konto ging. Am 17.12. habe ich einen Termin bei der Schuldnerberatung und werde das auch nochmal ansprechen.

Kommentar von vulkanismus ,

In einen Dispo kann man nicht einwilligen. Wenn Du auf meine Antwort nicht eingehst, klinke ich mich aus.

Kommentar von selkeys ,

Moment, das dauert ein wenig. Bin schon dabei.

Antwort
von Sobeyda, 13

In Unkenntnis der genauen Rechtslage frage ich mich: grenzt ein Zinssatz von 13% nicht an Sittenwidrigkeit?

(Handelt es sich hier um einen Dispo-Kredit? Dann sind 13% zumindest üblich, was mich aber dennoch an der Angemessenheit zweifeln lässt.)

Ich kann mich ansonsten nur meinen Vorschreiberer/inne/n anschliessen und Dir den Gang zur Schuldnerberatung empfehlen.

Kommentar von selkeys ,

Danke. Das habe ich mich auch gefragt! Auf dem Vertrag steht Umschuldungskredit. Ich habe den Mitarbeiter, der das mit mir abgezogen hat angefleht mir entgegen zukommen. Er blieb knallhart, egal was ich sagte.

Antwort
von Tina34, 14

am besten gehst du zu einer Schuldnerberatung die gibt es in jeder Stadt und lässt dich kostenlos dort beraten.

Kommentar von selkeys ,

Danke, das werde ich nochmal versuchen. Letztes Jahr im Sommer war ich schon mal dort und sie konnten mir nicht wirklich helfen. Der Mitarbeiter meinte, ich solle einfach nicht zahlen, bzw. bluffen, dann würden die von alleine den Betrag runter setzen. Ich kann leider überhaupt nicht bluffen...

Antwort
von billy, 11

Ohne das Geld beim Vater einzuklagen wohl nicht.

Antwort
von vulkanismus, 11

Das ist schon Hammer, aber leider kein Einzelfall. Aber aussichtslos ist die Sache nicht. Dazu musst Du aber genauere Angaben machen. Keine Angst vor klaren Worten - es kennt Dich ja keiner. Was hast Du für ein Verhältnis zu Deinem Vater ? Würdest Du rechtlich gegen ihn vorgehen wollen? "ich willigte ein" stellt die Sache nicht dar. Was genau hast Du erlaubt/unterschrieben? Wie sieht die schritliche Ablehnung der Bank aus? Wie sieht der Vertrag zur Umschuldung aus? Ist Dein Vater in Insolvenz? Wie sehen Deine sonstigen finanziellen Verhältnisse aus? Wenn Du dazu mehr schreiben würdest, könnte mir Einiges einfallen.

Kommentar von selkeys ,

Hallo, danke für die Antwort. Ich versuche meine Gedanken in klare zu fassen.

Mein Verhältnis war immer gut. Er trennte sich vor zwei Jahren von meiner Mutter dann, schlief der Kontakt etwas ein, von seiner Seite, war aber immer noch gut. Nach der Sache ist die Beziehung und das Vertrauen kaputt, aber wir reden noch ab und zu, was auch notwendig ist, weil ich ab und zu dem Geld hinterherrennen musste. In einem Gespräch meinte er letztens er will alles versuchen, damit ich das nicht zahlen muss. Ich will ihm gerne glauben, aber er hat mich auch vorher schon angelogen. Ja, ich würde rechtlich gegen ihn vorgehen, wenn ich weiß, dass ich damit Erfolg haben könnte. Ansonsten möchte ich das finanzielle Risiko nicht eingehen (Anwaltskosten)

Mit „Ich willigte ein“ meine ich, dass ich ihm erlaubt habe mein Konto zu benutzen. Ich gab ihm meine Karte + PIN+ Onlinebankingdetails. Mit dem Konto hat er die Familie finanziert. Dort ging sein Gehalt (ich schätze 1600-2000eur) rauf und sämtliche Unkosten (strom, telefon etc.) wurden damit bezahlt.

Er ist nicht Insolvent, aber hoch verschuldet (davon weiß ich aber nichts genaueres) denn er kann kein eigenes Konto besitzen. Die Gläubiger würde sofort seinen Lohn pfänden. Seit 1 ½ Jahren benutzt er das Konto seiner Lebensgefährtin mit.

Ich verdiene 1100eur im Monat. Ich komme damit aus, aber am Ende bleibt nicht viel übrig. Und wenn er die Rate nicht zahlt, sieht es ziemlich schlecht aus, ich müsste am Existensminimum leben. Und das sehe ich einfach nicht ein. Ich will seinen Mist nicht ausbaden!

Mit Ablehnung weiß ich nicht was du meinst.

Ich versuche mal den Umschuldungskredit zu erläutern:

Nettodarlehensbetrag: 10.100 Restkreditversicherung: 1.271,48 Bearbeitungsgebühr: 227,43

Insgesamter Darlehensbetrag: 11,598,91

Mit effektivem Jahresyins von 13,81%

Eine Laufzeit von 119 Monaten mit einer Rate von 168, 81eur im Monat Das ergibt einen Gesamtbetrag von 20,261,29 der beglichen werden muss (8.662,38 eur Zinsen)

Ich hoffe es ist etwas verständlich. Wenn du noch fragen hast, stell sie bitte.

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