Frage von nixWissen33, 2

USA, die Geldschwemme, Staatsanleihenkäufe und der USD. Zu positiv gesehen?

Sieht man sich die USA an, dann erkennt man:

  • Geldschwemme durch die Fed
  • die Fed ist angeblich der grösste Gläubiger bei den US-Staatsanleihen
  • Handelsbilanzdefizit
  • etc.

Das sind doch alles Schwächen, die sich auf die Währung auswirken müssten. Wieso vertraut man dem USD noch soviel zu? Wieso verfällt die Währung nicht?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von gandalf94305,
  • Die Geldschwemme erreicht nicht die Consumer, sondern bleibt im Prinzip in der Bankenfinanzierung. Nur ein Bruchteil davon erreicht die Kapitalmärkte, auf denen sich Unternehmen refinanzieren oder Consumer Kredite aufnehmen.

  • Die Fed ist der größte Gläubiger in Bezug auf US-Staatsanleihen. Das ist eine sehr einfache Linke-Tasche-Rechte-Tasche-Methode, um Geld zu generieren.

  • Das Handelsbilanzdefizit ist deshalb so hoch, da die USA im Grunde von ihrem Binnenmarkt leben und nur in Teilen exportabhängig sein. Das macht sich auch in Europa bemerkbar (man hat immerhin zum USD eine Spanne von 0,83 bis 1,62 durchlebt, ohne daß wesentliche Probleme aufgetreten wären), jedoch ist hier eine höhere Exportquote festzustellen.

Das wirkt sich auf den USD aus, d.h. der USD ist schwach. Der EUR ist aber auch schwach und daher pendelt sich das irgendwo derzeit zugunsten des EUR ein. Der historische Mittelkurs des EURUSD liegt bei ca. 1,25. Wir liegen derzeit deutlich darüber.

Japan kann in einer solchen Lage durch Schwächung der eigenen Währung dann hübsch mithalten und so sogar noch Inflationsträume im eigenen Land wahrmachen. Wäre der USD stark, würde das nicht gelingen.

Kommentar von nixWissen33 ,

ich finde es erstaunlich, dass das Geld nicht beim Consumer ankommt. Wenn das mal gut geht und nicht irgendwann durchschlägt.

Kommentar von gandalf94305 ,

Ein kleiner Teil kommt ja in Form z.B. günstiger Baudarlehen an. Ein Teil kommt auch in der Industrie als günstige Finanzierung an. Nur ist eben der bei weitem größte Teil in den Kapitalmärkten selbst gefangen und dringt nicht in die Realwirtschaft.

Antwort
von Finanzschlumpf,

Also mit Ausnahme des Handelsdefizites - das zugegebener Maßen enorm ist , und das seit Jahren - sind die erwähnten Punkte keine zwangsläufigen bzw. sind einfach in ihrer Wirkung verkannt.

Klar, das Handelsbilanzdefizit führt zu einem rasanten und beständigen Anstieg der USD-longs respektive FW-Short von US Residents.

Die Frage, warum das nicht zu einem Preisverfall des "Assets" Dollar führt, ist etwa so, als würde man fragen , warum die Preis für blaue Mauritien nicht fallen, obwohl jedes Jahr neue auf irgendwelchen Dachböden gefunden werden.

"Der Preis eines Assets kann unabhängig von der zu Grunde liegenden Fundamentalsituation aufgrund der Spekulation jeden Wert zwischen Null und Unendlich annehmen." ( Mann kann es nicht oft genug sagen ).

Antwort
von wfwbinder,

Die US-Wirtschaft ist noch immer die größte der Welt.

Der US-Dollar die leitwährung.

Es gibt da einfach einen starken Glauben.

Das beginnt im Land selbst: Sage einem Europäer, "der Euro ist gefallen." er rennt sofort in Sorge los und überlegt, was es für ihn bedeuten könnte.

Sage einem Ami, "der Dollar ist gefallen." Er wird Dich ungläubig ansehen und sagen, "was soll das heissen? ich habe gestern 2 Dollar für einen Big Mac gezahlt und zahle heute das Gleiche. erzählt keinen Mist."

Es liegt in der Hand der europäer mit mehr Selbstbewußtsein durch die Welt zu gehen.

Als der Euro eingeführt wurde, haben die Amis 88 Cent für einen gezahlt. heute zahlen sie 1,36 Dollar. Wer jammert? die AMis? Nein, die Europäer jammern das es ihnen schlecht geht.

Kommentar von nixWissen33 ,

das Ego der Amis erlebe ich immer, wenn ich dort mal Urlaub mache oder US-Kollegen treffe.

Das stimmt. Auch die Aussagen über die Europäer - speziell wohl die Deutschen.

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