Frage von stefan35 05.10.2009

Unterschied zwischen Vermächtnis und Erbschaft?

  • Antwort von wfwbinder 05.10.2009
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Das Vermächtnis ist rechtlich gesondert geregelt (§ 1939 BGB). Es geht an eine bestimmte Person, die nciht zum Kreis der erben zählt udn besteht aus einem bestimmten Vermögensgegenstand, oder aber einer bestimmten Summe.

    Es kann auch eine Bedingung für ein Erbe, oder einen Teil eines Erbes sein, "mein sohn ist allein Erbe, er hat meiner treuen Hausangestellten Ida, in der Souterainwohnung lebenslang ein Wohnrecht einzuräumen und 200,- Euro monatlich in bar zuzuwenden."

  • Antwort von Matrix 05.10.2009
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Vermächtnis oder Erbschaft?

    Aus letztwilligen Verfügungen (Testamente, Erbverträge) geht oft nicht eindeutig hervor, ob ein Bedachter Vermächtnisnehmer oder Erbe sein soll. Entsprechende Bezeichnungen des Erblassers sind lediglich ein Indiz, denn die Begriffe werden häufig verwechselt. Ein Vermächtnis (Zuwendung eines einzelnen Gegenstands oder Vermögenswertes) kann nämlich durchaus auch eine Erbeinsetzung darstellen. Zur Auslegung, ob ein Testament eine Erbeinsetzung oder eine Vermächtnisbestimmung enthält, hat das Bayerische Oberste Landesgericht folgende Grundsätze aufgestellt.

    "Wenn der Erblasser seine Zuwendungen als Verteilung einzelner Gegenstände formuliert hat, hängt die Beantwortung der Frage, ob eine Erbeinsetzung vorliegt, maßgeblich auch davon ab, ob der Erblasser durch die in dieser Weise bedachten Personen seine wirtschaftliche Stellung fortgesetzt wissen wollte. Entscheidend ist demnach, ob der Erblasser den so Bedachten eine möglichst starke Stellung also unmittelbare Rechte am Nachlass verschaffen wollte und ob der Bedachte nach dem Willen des Erblassers auch den Nachlass zu regeln und Erbschaftsschulden zu tilgen hatte. Ein Vermächtnis liegt dagegen vor, wenn der Erblasser den Bedachten lediglich auf schuldrechtliche Ansprüche gegen den Erben hinsichtlich einzelner Gegenstände verweisen wollte."
    

    Beschluss des BayObLG vom 14.12.2000

    1 Z BR 95/00

    NJW-RR 2001, 656

    mehr dazu unter:http://www.finanztip.de/recht/erbrecht/ur16p01009.htm

  • Antwort von TinaH 06.10.2009

    Im Gegensatz zur Erbschaft wird bei einem Vermächtnis nur ein einzelner Vermögensvorteil zugewandt. Der Bedachte aus einem Vermächtnis ist daher nicht Erbe. Er muss das Vermächtnis erfüllen, wenn der Erblasser nicht etwas anderes bestimmt hat. Der durch das Vermächtnis bedachte hat daher einen Anspruch an den Erben.

Du kennst die Antwort? Frage beantworten
Bitte noch eine Antwort ... Frage erneut stellen
Diese Frage und Antworten teilen:

Verwandte Fragen

Fragen Sie die Community –

anonym und kostenlos!