Frage von dummgelaufen, 55

Unterhalt uneheliches Kind für eine Studentin die privat versichert ist

Hie einige Hintergrunddaten. Die Mama des Kindes ist Studentin und ist bei den Eltern privat krankenversichert. Natuerlich werde ich nach Düsseldorfer Tabelle fuer das Kind aufkommen. Ich bin ebenfalls privat versichert (selbständig).

Die Mutter fordert: 1. Unterhalt: als Studentin stehen Ihr 780 Euro zu - kann ich das Elterngeld (300) davon abziehen? Kann ich das Kindergeld (184 Euro) ebenfalls davon abziehen?

  1. Zahlung Ihrer privaten Krankenversicherung (500 Euro) (bisher von den Eltern getragen) (sie ist chronisch krank)

  2. Aufnahme des Kindes in meine Krankenversicherung und Zahlung der privaten Krankenversicherung für das Kind (180 Euro)

Vielleicht hat jemand zu den Punkten Informationen.

Danke

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Antwort
von gandalf94305, 55

Zunächst mal: es gibt nicht "bei jemandem privat krankenversichert" zu sein. In der PKV hat jeder einen eigenen Vertrag, der vollkommen eigenständig läuft. Die andere Frage ist natürlich, wer dafür zahlt.

Die Mutter hat Anspruch auf Unterhalt als Kindesmutter. Davon getrennt hat das Kind Anspruch auf Unterhalt als Dein Kind.

Der Kindesunterhalt bemißt sich nach der Düsseldorfer Tabelle (unterhaltsrelevantes Einkommen und Kindesalter sind die wesentlichen Parameter), da jedoch nur zwei Unterhaltsberechtigte vorhanden sind, ist der Unterhalt aus einer Stufe höher, als sich aus Deinem Gehalt ergeben würde, anzusetzen. Das hälftige Kindergeld wird zum Abzug gebracht. Die Mutter erhält die Kindergeldzahlungen.

Das Kind hat darüber hinaus einen Mehrbedarf für die private Krankenversicherung (da die Mutter in der PKV ist, kann das Kind nicht gesetzlich versichert werden). Dieser Betrag wäre im Einvernehmen zu klären - üblicherweise wird er im Verhältnis der Einkünfte der Elternteile aufgeteilt. Im Falle einer Studentin ohne nennenswertes Einkommen dürfte also der Punkt von Dir zu übernehmen sein. Du kannst die Zahlungen für die PKV des Kindes bei Dir steuerlich zum Ansatz bringen.

Der Unterhalt für die unverheiratete Kindesmutter ist etwas komplizierter. Die Kindesmutter hat einen Anspruch auf den Ersatz von Entbindungs- und Schwangerschaftskosten, sofern diese nicht durch Versicherungsleistungen abgedeckt sind. Weiterhin hat die Mutter einen Unterhaltsanspruch bis zum dritten Geburtstag des Kindes, da sie derzeit als Studentin keiner Erwerbstätigkeit nachgeht. Grundlage ist § 1615l BGB.

Das Elterngeld bleibt bei der Unterhaltsberechnung bis zu einer Höhe von 300 EUR unberücksichtigt. Ein Betrag über 300 EUR würde als unterhaltsrelevantes Einkommen in die Rechnung eingehen.

Der Unterhalt für die Kindesmutter (§1570 BGB, Betreuungsunterhalt) berechnet sich als 3/7 des unterhaltsrelevanten Nettoeinkommens des Vaters (da die Mutter kein relevantes Einkommen hat). Da ihr nicht verheiratet wart, besteht nur ein Anspruch auf Betreuungsunterhalt, d.h. die Übernahme der Kosten einer PKV für die Kindesmutter muß mit diesen Unterhaltszahlungen bestritten werden. Einen separaten Anspruch sehe ich da nicht begründbar (auf welcher Basis?).

All dies setzt Leistungsfähigkeit voraus, d.h. priorisiert wird der Kindesunterhalt zu zahlen sein. Dann wird mit entsprechenden Selbstbehalten der Betreuungsunterhalt ausgerechnet und ggf. gedeckelt. Die 3/7 sind der Höchstbetrag, der vorgesehen ist.

Idealerweise würdest Du mal mit den ganzen Daten zu einem Anwalt gehen und dies in einer Erstberatung ausrechnen lassen.

Antwort
von Primus, 50

Der festgestellte Unterhalt(Jugendamt, Gericht nach Düsseldorfer Tabelle) berücksichtigt bereits die Hälfte des Kindergeldes und darf von Dir nicht zusätzlich abgezogen werden.

Elterngeld in der der Höhe von 300 €gilt nicht als Einkommen und darf ebenfalls von Dir nicht eingehalten werden.

Antwort
von wfwbinder, 45

Was dem Kind zusteht = 1. Priorität und was der Mutter zusteht = 2. Priorität, richtiet sich weitestgehend nach Deinem Einkommen und der Düsseldorfer Tabelle.

die 780,- Euro können absolut illusorisch sein, wenn Du nur 1.100,- netto hast, oder viel zu gering, wenn Dein Netto als Chefarzt 8.000,- sein sollte.

Davon mal abgesehen, wenn sie Studentin ist, soll sie sich für unter 100,- Euro im Studententarif bei der Krankenversicherung anmelden.

Kommentar von EnnoBecker ,

Achttausend netto verdient so ein Chefarzt?

Weia, der lebt aber auch von der Hand in den Mund, wenn es ein Zahnarzt ist.

Kommentar von Gaenseliesel ,

lach..... auch nicht schlecht, Zahnarzt " lebt von der Hand in den Mund " :-))) ! K.

Kommentar von wfwbinder ,

Um ehrlich zu sein eine Schätzung. Ich war noch nie Chefarzt und werde auch nie einer sein. Daher werde ich auch nie genau wissen, was man da bekommt. War eine Schätzung.

Kommentar von EnnoBecker ,

Dann erkundige dich mal bitte, vielleicht schule ich noch um.

So ein wenig klugtun und auf Tafeln kritzeln ist bestimmt nicht so anstrengend wie mein derzeitiger Job....

Kommentar von gammoncrack ,
Kommentar von wfwbinder ,

Stimmt mit meinen Recherchen (Kienbaum Gehaltsvergleich) überein.

Chefärzte verdienen zwischen 80.000 und 750.000,- pro Jahr. 37 % davon zwischen 125.000,- und 200.000,-.

Ich weiss nicht, ob sich da noch eine Umschulung lohnt, schließlich hat man ja auch die Opportunitäskosten, durch Einkommensverzicht währund des Studiums zu berücksichtigen.

Kommentar von EnnoBecker ,

Okay, überredet. Sähe sicherlich auch komisch aus, wenn ich mich da zwischen den jungen Mädels in den Hörsaal setze. Obwohl....

Kommentar von wfwbinder ,

Also, ich habe ja selbst im zarten Alter von 35 mein Studium begonnen udn war seinerzeit der Semesteropa. Das muss nciht unbedingt schlecht ssein, aus unterschiedlichen Gründen.

Witzig war dann mit Ende 40 als ich dann ja nur noch die Klausuren in der Uni schrieb. Negative Reaktionen hatte ich nie zu verzeichnen.

Kommentar von EnnoBecker ,
im zarten Alter von 35

Was soll ich denn jetzt sagen? Ich habe mit 6 Jahren angefangen, Schulbänke zu drücken und tue es heute immer noch.

Kommentar von wfwbinder ,

Brauchst Du mir nicht zu sagen, ist bei mir doch ebenso. Und um ehrlich zu sein, wenn ich mal nichts mehr dazu lerne, dann würde ich enttäuscht von mir sein.

Kommentar von EnnoBecker ,
wenn ich mal nichts mehr dazu lerne

...dann wird der letzte Nagel eingehämmert.

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