Frage von scherezade, 113

unter was kann ich Rentenberater Kosten verbuchen?

Als Freiberufler ermittle ich meinen Gewinn über die Einnahmen Übeschussrechnung. Verbuche ich die entstandenen Kosten für einen Rentenberater einfach unter Ausgaben?

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo scherezade,

Schau mal bitte hier:
Steuern Freiberufler

Antwort
von blackleather, 93

Nein.

Vermutlich handelt es sich doch dabei nicht um Betriebsausgaben (§ 4 Abs. 4 EStG), also haben sie in der Gewinnermittlung des Betriebs überhaupt nichts zu suchen. Es wird sich wohl um Werbungskosten bei den künftigen sonstigen Einkünften handeln, also sind sie überhaupt nicht zu buchen, sondern auf der Anlage R zur Einkommensteuererklärung einzutragen.

Anders wäre es höchstens, wenn der Rentenberater im Zusammenhang mit einer betrieblichen Altersversorgung beraten hätte, die der Freiberufler seinen Arbeitnehmern gewährt.

Kommentar von scherezade ,

Hm, ich dachte Anlage R wäre nur bestimmt für die Altersversorgung, bei mir handelt es sich um Rentenberater Kosten für ein Statusfeststellungsverfahren, ist es trotzdem dort einzutragen?

Kommentar von blackleather ,

Statusfeststellungsverfahren als Freiberufler - lass uns mal überlegen:

Das Verfahren dient nicht dazu, dir künftige Renteneinkünfte zu verschaffen. Es soll lediglich dazu dienen, deine Sozialversicherungspflicht zu bestätigen oder zu verneinen. Für dich persönlich sind die Sozialversicherungsbeiträge Sonderausgaben, also auf jeden Fall keine Betriebsausgaben. Um die Beiträge selbst geht es aber gar nicht, sondern nur um die Pflicht zur Zahlung solcher Beiträge; derartige "Klärungs-"Aufwendungen sind aber selbst keine Sonderausgaben, also als solche auch nicht abziehbar.

Man könnte es jetzt auf die Spitze treiben und sagen: Zur Hälfte sind die Rentenberaterkosten ja durch den fraglichen Arbeitnehmeranteil zur SV veranlasst; der aber stellt nach der BFH-Rechtsprechung zum AltEinkG keinesfalls Werbungskosten bei den sonstigen Einkünften dar, sondern höchstens Sonderausgaben - aber eben nur der Arbeitnehmeranteil selbst, nicht irgendwelche Klärungsaufwendungen dafür (vgl. § 10 EStG). Für diese Hälfte der Rentenberatungskosten wäre also keine Abzugsmöglichkeit zu sehen.

Die andere Hälfte wäre durch den eventuellen Arbeitgeberanteil (= Personalkosten) verursacht; wobei es einen solchen ja eben nur dann gäbe, wenn die Freiberuflichkeit und damit die Selbständigkeit im sozialversicherungsrechtlichen Sinne zu verneinen wäre. In diesem Fall gäbe es aber auch keinen Betrieb und folglich auch keine Betriebsausgaben.

Dienen die Rentenberatungskosten hingegen dazu, die Sozialversicherungspflicht - und somit den Arbeitgeberanteil - durch Klarstellung zu vermeiden, ist damit zugleich gesagt, dass sie eben auch der Vermeidung von Personalkosten dienen. Gleichwohl wäre das aber ein eindeutig betrieblicher Zweck und somit wären die Rentenberatungskosten zur Hälfte als Betriebsausgaben abziehbar.

So sehr würde ich es aber gar nicht auf die Spitze treiben. Vielmehr komme ich zu dem Schluss, dass sie insgesamt als Betriebsausgabe zu erfassen sind, womit deine Ausgangsfrage zu bejahen ist. Dass ich sie eingangs noch verneint habe, lag an der fehlenden Hintergrundinformation.

Kommentar von scherezade ,

vielen vielen Dank für die Informationen :-) Ich hatte lediglich die Information von dem Rentenberater das die Kosten voll abzugsfähig sein sollen, ich wusste aber nicht wie und wo. Und sorry für die fehlenden Informationen die sicher nicht unwesentlich waren.

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