Frage von bewauto, 52

Umzug von Deutschland nach Spanien - Wie verhält es sich mit der Einkommenssteuer?

Guten Tag, ich habe im Jahr 2016 bis Ende Juli als Angestellter gearbeitet und bin dann nach Spanien gezogen um hier fuer ein anderes Unternehmen als Angestellter zu arbeiten.

Meine Frage ist nun wie ich was bei meinen beiden Einkommensteuererklaerungen, in Spanien und Deutschland, angeben werden muss. Muss ich bspw. in beiden Laendern angeben, dass ich vorher im jeweils anderen Land gearbeitet habe? Muss ich in beiden Laendern die volle Einkommenssteuer zahlen? Bei meiner Recherche bin ich auf das Stichwort "Weltweinkommen" gestossen, bin durch die ganze Materie aber leider noch nicht durchgestiegen.

Danke vorab!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Petz1900, 38

In Deutschland musst du die deutschen Einkünfte ganz normal versteuern, ist ja klar.
Die in dem Jahr in Spanien erzielten Einkünfte (Einnahmen abzgl. Werbungskosten) unterliegen im Zuzugsjahr in D dem Progressionsvorbehalt, steht in § 32b Abs. 1 Nr. 2 EStG:
https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__32b.html

Mit der spanischen Steuererklärung wird es sich sinngemäß ähnlich verhalten , vermute ich, aber da muss man in einem spanischen Forum fragen.....

Kommentar von EnnoWarMal ,

Man muss aber noch unterscheiden:

  1. Spanische Einkünfte aus der spanischen Zeit
  2. Spanische Einkünfte aus der deutsche Zeit

Für 1. trifft zu, was du schreibst. Diese Einkünfte werden im Mantelbogen, etwa um Zeile 98 herum, erklärt.

Bei 2. muss man das DBA prüfen, ob und wo diese Einkünfte steuerpflichtig sind und welche Methode zur Vermeidung der Doppelbesteuerung gilt. Hier brnötigt man die Anlage AUS bzw. N-AUS.

Kommentar von bewauto ,

Also erstmal vielen Dank. Trotzdem muss ich sagen, dass ich teilweise nur Bahnhof verstehe, sorry, aber ich bin kein Jurist. Status Quo, dass ich in beiden Laendern monatlich meine Einkommenssteuer bezahlt habe, mit dem Prozentsatz, als ob ich die ganzen 12 Monate im Jahr in dem jeweiligen Land gearbeitet haette. Anyway, falls mir hier jemand einen Steuerberater empfehlen kann, dann wuerde ich diesen auch gerne mit meinem Problem beauftragen und noch mal alles im Detail durchgehen.

Kommentar von Petz1900 ,

Woher soll im Januar jemand wissen, wie lange du bei der Firma arbeitest? Du könntest ja auch im März tot umfallen, z.B. Deswegen wird immer bei allen so getan, als wenn du das Monatsgehalt jeden Monat das ganze Jahr bekommen hättest.
Deswegen wird es so gesehen ein schöne Steuererstattung geben, allerdings unterliegen die spanischen Einkünfte hier dem Progresssionsvorbehalt, so dass die Erstattung ein wenig geschmälert wird.

Antwort
von Akka2323, 26

Lass Dich genau bei einem Steuerberater beraten. Ein Freund von uns lebte seit Jahren in Spanien und wurde plötzlich von beiden Ländern zur Kasse gebeten. Er lebt jetzt ein halbes Jahr und einen Tag in Deutschland und den Rest in Spanien, damit er in Spanien nicht auch noch zur Kasse gebeten wird. Er war völlig überrascht, als plötzlich beide was von ihm haben wollten, obwohl er eigentlich nur in Spanien lebte.

Kommentar von Petz1900 ,

Da hilft der Steuerberater auch nicht mehr wirklich, wenn die Tatbestände bereits verwirklicht sind.

Kommentar von bewauto ,

Kannst du oder dein Freund einen empfehlen der sich mit dem dt. und spanischen Steuerrecht auskennt?

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