Frage von TomKaff, 88

Ich plane den Umzug in die Schweiz, voraussichtlich habe ich weiter kleine Einkünfte in Deutschland, wo melde ich das?

Ich (Deutscher) werde ab 1.11. in der Schweiz ein befristetes Arbeitsverhältnis antreten, dort Quellensteuer bezahlen etc. So weit ist es klar.

Verkompliziert wird das ganze durch folgende Faktoren: - in 2015 werde ich voraussichtlich für eine Projektarbeit in Deutschland einen mittleren 4stelligen Betrag einnehmen. - ich bin bislang studentisch krankenversichert, muss mich also ganz neu orientieren - ich besitze Konten in Deutschland, die ich auf keinen Fall aufgeben möchte. Die Einkünfte daraus sind so gering, dass sie innerhalb von Freibeträgen liegen

Es gibt nun 2 Optionen: in Deutschland gemeldet bleiben, oder nur in der Schweiz melden. Ich sehe aber nicht klar, was das im Einzelnen für (insb. finanzielle) Konsequenzen hätte.

Wenn ich mich in D ganz abmelde: kann ich meine deutschen Konten behalten? Wie wird eventuelle Einkunft aus Arbeit in Deutschland versteuert?

Wenn ich in D einen Wohnsitz behalte: wird das Schweizer Einkommen automatisch nachversteuert nach deutschen Steuersätzen? Oder gibt es hier eine Hintertüre?

Danke für Hilfe, gerne auch mit Verweis zu evtl. Spezialisten, mit denen man mal Kontakt aufnehmen kann.

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Antwort
von wfwbinder, 88

1. Viele Informationen, aber leider fehlt, wie lange Du in der Schweiz arbeiten wirst und sicherheitshalber auch, was du verdinen wirst.

2. Sicher ist eins nach dem Sachverhalt. in 2015 hast Du in Deutschland einen Wohnsitz. Damit bist Du hier unbeschränkt einkommensteuerpflichtig. 

3. Projektarbeit in Deutschland ca. 5.000,- Euro, würde keine Steuer auslösen.

4. Die Frage ist dann, was wirst du in Nov. Dez. 2015 in der Schweiz verdienen? das könnte hier dem Progressionsvorbehalt unterliegen (wenn Wohnsitz hier aufgegeben wird), oder hier versteuert werden, wenn Deutschland der einzige Wohnsitz bleibt udn dann ggf. steuerfrei bleiben, weil der Betrag gering ist.

5. Wirst Du denn in der Schweiz einen Wohnsitz begründen, also eine Wohnung mieten, die geeignet für einen dauerhaften Aufenthalt ist, oder wirst Du da ggf. nur für die Zeit der Tätigkeit ein Zimmer haben?

6. Die Sache mit der Melderei hake mal schnell ab, es geht um die tatsächlichen Verhältnisse.

7. Wenn Du nämlich dort nur für einige Monate ein möbliertes Zimmer mietest, dann kannst Du Dir auch eine Ansässigkeitsbescheinigung von Deinem deutschen Finanzamt holen und wirst dort keine Abzüge haben. Du versteuerst dann in Deutschland.

8. Aber für eine endgültige Beurteilung müsste man wissen, wie lang die Befristung ist.

Kommentar von TomKaff ,

Lieber wfwbinder,

vielen dank für die geduldige Antwort! Ich versuche, das fehlende nachzuliefern: 1) 5 Jahre, ca. 50-70000 p.a. (noch nicht ganz klar)

2) gilt das auch für im Ausland erworbene Einkünfte? Da ich bislang nicht verdient habe, wäre im Prinzip auch keine Steuererklärung nötig...

3) würde es das nicht dann, wenn die im Ausland getätigten Einnahmen mit einbezogen werden? Oder behalte ich trotz Auslandseinkommen meinen Freibetrag in D?

4) Wohnsitz wird aufgegeben, Verdienst mtl. ca. 4000 Fr.

5) ja, das ist sicher, dass ich meinen Hauptwohnsitz verlege.

6) nun, es gibt ja immer die Möglichkeit, sich für bestimmte Vorteile in der Einliegerwohnung eines Verwandten zu melden, die man als ferienwohnung nutzt (hypothetisches Beispiel)

7) Ziel ist ja, in der Schweiz zu versteuern! Das kommt erheblich günstiger, wenn ich nicht völlig auf der falschen Spur bin...

8) 5 Jahre

Kommentar von Privatier59 ,

Zu 7 ein Hinweis: Die Schweiz hat nicht nur Bundessteuer, sondern auch Kantonal- und Gemeindesteuer. Bei den beiden letztgenannten Steuern sind die Unterschiede ganz erheblich. Rechne Dir für den geplanten Wohnsitz in der Schweiz anhand eines Steuerrechners, die es auch in der Schweiz gibt, konkret die Steuerbelastung aus. Außerdem wird in der Schweiz eine Steuer erhoben die in Deutschland nicht mehr erhoben wird, nämlich die Vermögenssteuer. In manche Kantonen muß man die sogar auf seinen PKW entrichten. Ob man insgesamt steuermäßig so viel günstiger weg kommt, ist also nicht gesagt.

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