Frage von Mumme, 43

Umzug bei Hartz4

Mein Mann und ich beziehen Hartz4 und wohnen zur Miete in einem 2-Familienhaus. Leider ist unser Vermieter verstorben, der die untere Wohnung bewohnte. Nun wollen die Erben das Haus verkaufen und es ist fraglich, ob der neue Besitzer Mieter in seinem Haus haben möchte. Deshalb sind wir auf der Suche nach einer neuen Wohnung, bevor wir nachher da stehen und die Kündigung wegen Eigenbedarf bekommen. Heute haben wir ein Angebot für eine neue Wohnung bekommen. Das Handycap ist aber, die Wohnung hat 80qm und liegt mit 90 Euro über der Kaltmiete, die wir vom Amt bezahlt bekommen würden. Nun meine Frage: Wenn ich die 90 Euro aus eigener Tasche zahle, würde ich dann das "OK" zur Anmietung von der ARGE bekommen?

Antwort
von Snooopy155, 37

Einerseits sind Eure bedenken berechtigt, andererseits gilt aber auch ein gewisser Kündigungsschutz. Nur weil der Eigentümer wechselt kann Euch nicht gekündigt werden und auch an die Eigenbedarfskündigung sind Hürden gestellt. Das Amt wird Euch sicher nicht so ohne weiteres den Umzug befürworten, denn die Mietkosten sind ja bei der jetzt gefundenen Wohnung deutlich höher; da hilft es auch nichts, dies aus Eigenmitteln ausgleichen zu wollen.

Ihr könnt zwar mit der Arge Kontakt aufnehmen, aber dort wird man Euer Vorhaben nicht befürworten.

Antwort
von Primus, 32

Unbedingt (mein Rat) solltet Ihr Euch das o.k. dazu einholen, dass es erlaubt wird, den über dem Mietspiegel für Eure Region zulässigen Betrag selbst aus Eurer Regelleistungen zu zahlen.

Es kann nämlich passieren,dass vehement abgelehnt wird und das gibt richtig Ärger. Also keinen Alleingang ... Hinterher wird es sonst eventuell schwierig.

Demnach lohnt sich ein Vorabgespräch mit dem für Euch zuständigen Sachbearbeiter nicht nur, sondern ich halte das für dringend notwendig.

Kommentar von Mumme ,

Ohne Absprache mit der ARGE würden wir sowieso keinen Mietvertrag unterschreiben. Am Montag setzen wir uns auch mit unserem Sachbearbeiter in Verbindung. Wir wollten uns nur schon einmal vorab informieren, vll hat ja schon jemand solche Erfahrungen gemacht. Aber danke für Deine Hilfe.

Antwort
von Juergen010, 26

Mal langsam ....

Wahrscheinlich wird die ARGE die Zustimmung verweigern.

Nicht nur wegen der 90 € Mehrkosten, sondern auch wegen den überzähligen Quadratmetern der neuen Wohnung. Hinzu kommen etwaige Umzugskosten und Maklergebühren sowie die Kaution, die vom Amt zumindest auf Kredibasis vorfinanziert oder sogar gänzlich vom Amt zu zahlen wären.

Nun zur derzeitigen Vermietsituation:

Dass der Vermieter verstorben ist und die Erben nun das Haus verkaufen möchten ist normal und üblich. Was bei Euren Überlegungen offensichtlich noch keinen Einzug gehalten hat, ist die Tatsache, dass der neue Eigentümer nicht so ohne Weiteres wegen Eigenbedarf kündigen darf und kann.

Vereinfacht gesagt kauft er Euch als Mieter mit und muss sogar den ursprünglich geschlossenen Mietvertrag akzeptieren. So ohne Weiteres dürft ihr also nicht schlechter gestellt werden.

Da die Erben (nun Verkäufer) wissen, dass ein vermietetes Haus dem Käufer ggf. weniger wert ist und deshalb der Kaufpreis sinken wird, könnte es durchaus sein, dass man Euch ein Angebot macht, die Wohnung - gegen Abstandzahlung - zu verlassen. Eine solche Abstandzahlung ist frei verhandelbar. Siehe o.g. Kosten, die bei einem Umzug anfallen würden.

Da diese rechtliche Einordnung mit Sicherheit auch der ARGE bekannt sein dürfte, besteht aus deren Sicht - zumindest vorerst - keinerlei Handlungsbedarf.

Kommentar von Mumme ,

Danke für Deine schnelle Antwort. Maklergebühren und Kaution fallen nicht an. Den Umzug würden wir selbst, mit Familie und Freunden, durchführen. Es geht uns letztentlich nur darum, ob die Möglichkeit gegeben wäre, die Wohnung anzumieten, wenn wir die 90 Euro selbst tragen würden. Aber die Aussage zu der Vermietsituation hat uns schon etwas beruhigt. Vielen Dank.

Kommentar von LittleArrow ,

So ohne Weiteres dürft ihr also nicht schlechter gestellt werden.

Richtig, denn viel schlechter geht es auch gar nicht. Für die Vermietungssituation der selbstnutzenden Hauskäuferin solltest Du nämlich noch den § 573a BGB in Deine Betrachtung einbeziehen. Da steckt sogar eine Kündigung ohne Eigenbedarf drin;-)

Auf der anderen Seite ist manche Käuferin froh, wenn sie beim Kauf eines solchen Zweifamilienhauses die steuerlichen Vorteile mitnehmen oder ausnutzen kann:-))

Kommentar von Juergen010 ,

Ja, stimmt - ich war auf Mehrfamilienhaus.

Die Sonderregelung mit dem 2-Familienhaus, wie von der Fragestellerin geschildert, ist mir durchgegangen.

Asche auf mein Haupt.

Kommentar von Mumme ,

Habe ich das richtig verstanden, sollte der neue Vermieter uns, auch ohne Eigenbedarf anzumelden kündigen, müsste er eine Kündigungsfrist von 6 Monaten einhalten? Wie lange ist denn die Kündigungsfrist bei Eigenbedarf? Wir wohnen seit 4 Jahren in unserer Wohnung.

Antwort
von Privatier59, 20

Das solltet Ihr unbedingt mit dem Jobcenter absprechen. Die neue Wohnung ist nämlich nicht auch wegen der Größe nicht anerkennungsfähig. Für 2 Personen werden normalerweise nur 60qm Größe anerkannt.

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