Frage von gukoerne, 21

Umsatzsteuerpflicht für gemeinnützige Vereine

Unser gemeinnütziger Verein (Hilfsorganisation) unterliegt nicht der Umsatzsteuerpflicht. Ein ehrenamtliches Mitglied will sich privat ein Dienstbekleidungsstück (Fleezejacke) beschaffen. Da dieses Bekleidungsstück nur bei einer Firma erhältlich ist, die nur Hilfsorganisationen beliefert, bestellt die Hilfsorganisation die Jacke für den Helfer und bezahlt die Rechnung hierfür incl. Umsatzsteuer. Der ehrenamtliche Helfer bezahlt dann den Betrag an die Organisation. Wird die Hilfsorganisation durch einen solchen "Verkauf" umsatzsteuerpflichtig ?

Antwort
von vulkanismus, 12

Einmaliger Vorgang. Durchlaufender Posten. Dem Mitglied k e i n e USt in Rechnung stellen. Keine USt-Pflicht.

Antwort
von EnnoBecker, 9
Unser gemeinnütziger Verein (Hilfsorganisation) unterliegt nicht der Umsatzsteuerpflicht.

Richtig, denn der Umsatzsteuerpflicht unterliegen Umsätze (deswegen heißt die Steuer so) und nicht Personen oder Vereinigungen.

Bei gemeinnützigen Körperschaften muss man aber prüfen, ob und inwieweit der Verein überhaupt Unternehmer ist und/oder wo er nichtsteuerbare Leistungen erbringt. Das ist immer da der Fall, wo der Verein seine satzungsmäßigen Bestimmungen erfüllt.

Die klassischen Mitgliedsbeiträge, die von sämtlichen Mitgliedern zu zahlen sind, sind nicht umsatzsteuerbar. Insbesondere sind natürlich Spenden nicht steuerbar. ("nicht steuerbar" bedeutet hier: entweder keine Unternehmereigenschaft oder keine Gegenleistung - oder beides).

Der Verkauf von Waren beispielsweise ist keine Erfüllung der satzungsmäßigen Bestimmungen (stünde dies in der Satzung, wäre die Gemeinnützigkeit tot).

Wird die Hilfsorganisation durch einen solchen "Verkauf" umsatzsteuerpflichtig
?

Was macht eigentlich das Fragezeichen da soweit weg von der Frage?

Nein, die Organisation nicht, siehe oben. Aber der Verkauf der Jacke schon, zumindest wenn der Verein selbst die Jacke gekauft hat. Hat sie sie nur im Namen des Mitglieds bestellt, liegt gar kein Umsatz vor.

Das mit dem "einmaligen Vorgang" kann ich nicht teilen. Wenn hier ge- und verkauft wurde, so ist das ein Handel. Zwar würde ich gegenüber dem FA zunächst auch mit der Einmaligkeit argumentieren, letztlich dürfte aber wohl nur die Kleinunternehmerregelung greifen.

Kommentar von vulkanismus ,

Man ahnt es nicht, was alles vorkommen kann. Ich habe mal einen Wanderverein erlebt, der das mit den einheitlichen Wanderjacken und über 400 Mitgliedern so saudumm gestaltet hat, dass er dran war.

Kommentar von EnnoBecker ,

...und dabei ist es schon für Steuerberater schwer, einzelnen Bereiche klar voneinander abzugrenzen.

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