Frage von ElliFinanz, 3

Umsatzsteuer/Kleinunternehmerregelung

Folgender Sachverhalt: Für einen Kunden erstelle ich derzeit ein Projekt bei dem ich (USt-befreit, Kleinunternehmerregelung) mit einem externen Dienstleister (ganz reguär USt) zusammenarbeite.

Stellt jetzt der Diensleister mir die Rechnung, habe ich keine Chance mir die USt wiederzuholen? Was kann ich machen, um mir hier keinen Verlust einzufahren (abgesehen von vorher besser kalkulieren ;) Kann ich die Rechnung für den Kunden splitten, sodass wir auf den vereinbarten Netto-Preis rauskommen, jedoch für den Part des Dienstleisters USt abgeführt wird?

(>> DL stellt natürlich seine Rechnung direkt an meinen Kunden, das ist klar.)

Tausend Dank für Eure Antworten!

Antwort
von Meandor, 3

Wenn der Dienstleister seine Rechnung direkt an Deinen Kunden stellt, was hast Du dann mit der Umsatzsteuer zu tun?

Wer viel mit anderen Unternehmern zu tun hat, verzichtet am besten auf die KU Regelung.

Antwort
von SBerater, 3

wieso splitten? Wenn dein "Zulieferer" schon eine Rechnung an deinen Kunden schreibt, dann soll er gleich den Gesamtbetrag in Rechnung stellen.

Du kannst die Rechnung deines externen DL insofern weiterverrechnen, dass du den Bruttobetrag deinem Kunden in Rechnung stellst. Das wiederum verteuert die DL für deinen Kunden, weil keine Vorsteuer.

Antwort
von EnnoBecker, 3

Was kann ich machen, um mir hier keinen Verlust einzufahren

  • zur Regelbesteuerung optieren
  • die Verträge so gestalten, dass der externe Dienstleister direkt mit dem Kunden abrechnet
  • die Umsatzsteuer des externen Dienstleisters im eigenen Preis als Kosten mitkalkulieren
Kommentar von ElliFinanz ,

Danke sehr!

Kommentar von Mikkey ,

zur Regelbesteuerung optieren

Ich frage mich ohnehin, warum so viele die "Kleinunternehmerbesteuerung" als erste Wahl ansehen. Für die meisten bringt es doch nur Nachteile.

Kommentar von EnnoBecker ,

Für die meisten bringt es doch nur Nachteile.

Hm... ich grübele gerade darauf herum, wo es keine Nachteile bringt. Höchstens bei der Dönerbude.

Kommentar von Mikkey ,

Ein paar fallen mir schon ein...

  • Tiersitter
  • Gärtner (wo es auf Gartenarbeit beschränkt ist)
  • Gepäckträger
Kommentar von EnnoBecker ,

Grob gesagt: Immer dort, wo man ausschließlich mit Endverbrauchern und/oder selbst nicht vorsteuerabzugsberechtigten Unternehmern zu tun hat UND man keine kostenintensiven Investitionen benötigt.

Und wie groß ist der Vorteil so?

Kommentar von Mikkey ,

Man kann 16% günstiger anbieten als die USt-pflichtige Konkurrenz - wobei sich der Vorteil durch Werkzeugeinkauf, Fahrtkosten ... mindert

Kommentar von EnnoBecker ,

Komische Formulierung. Im selben Satz nimmst du dein Statement wieder zurück...

Also: Man kann 15,94% günstiger anbieten, wobei sich der Prozentsatz nur auf die Handelsspanne bezieht.

In irgendeiner Frage zum Thema haben wir das mal durchgerechnet. In etwa so:

KU:
Kauf 95,20 - Ich will 20 verdienen und muss daher für 115,20 verkaufen.

RU:
Kauf 80,00 - ich will 20 verdienen und muss daher für 119,00 verkaufen.

KU ist also um 3,80 günstiger. Das sind 3,19% des Endpreises (oder eben 15,94 % von 20, der Marge).

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