Frage von Golfeon2Business Profil - Light, 157

Umsatzsteuergrenze Kleinunternehmer überschritten in 2014

Mein Umsatz inkl. Umsatzsteuer liegt in 2014 als Kleinunternehmer über 50.000€. Muss ich jetzt alle Rechnungen 2014 ändern und Umsatzsteuer ergänzen, sowie Nachforderungen über die Umsatzsteuer rausschicken? (Ich war nur vom Umsatz ohne USt ausgegangen bei der Grenze - daher jetzt erst die Frage)

Antwort
von wfwbinder, 157

Wenn Dein Umsatz in 2013 unter 187.500,- war und Du für 2014 weniger als 50.000,- geschätzt hattest, warst Du 2014 Kleinunternehmer. ferti, auch wenn der Umsatz unerwartet 50.000,- überschritten hat.

Ab 2015 bist Du Regelbesteuerer.

Nur wenn Dein Umsatz (die Einnahmen) 2013 über 17.500,- waren, müßtest Du ändern, aber das wirst Du ja wohl hoffentlich geprüft haben.

Was mich wundert ist, dass Du, obwohl bei Dir keine Umsatzsteuer erhoben wurde, in Umsatz netto und Umsatzsteuer unterschieden hast. Wer hat Dir denn den Quatsch erzählt?

Kommentar von wfwbinder ,
Wenn Dein Umsatz in 2013 unter 187.500,- war

17.500,- natürlich

Kommentar von EnnoBecker ,

Ich wusste, dass du es noch bemerken wirst :-)

Antwort
von EnnoBecker, 111

Schau dir Tz. 2 in diesem Ratschlag an.

https://www.finanzfrage.net/tipp/kleinunternehmer

Die Tatsache, dass du jetzt wirklich über 50.000 Euro eingenommen hast, ändert doch an deiner Prognose von Anfang 2014 nichts.

2015 bist du kein Kleinunternehmer.

Außerdem hast du ein falsches Verständnis von der Umsatzsteuer und vom Vertragsleben.

Muss ich jetzt alle Rechnungen 2014 ändern und Umsatzsteuer ergänzen,

Nein. Denn wenn du 2014 nicht KU wärest, würden deine Einnahmen Umsatzsteuern enthalten, ob du sie nun ausgewiesen hast oder nicht.

sowie Nachforderungen über die Umsatzsteuer rausschicken?

Bei wem denn? Was glaubst du wohl, was ich tun würde, wenn ich als Privatperson oder als nicht vorsteuerabzugsberechtigter Unternehmer so ein "Nachforderungschreiben" bekäme?

Und denke daran, dass der Übergang zur Regelbesteuerung in 2015 eine Nutzungsänderung darstellt, Du musst also dein Anlagevermögen durchstöbern und gucken, wo du noch Vorsteuerbeträge korrigieren kannst, um sie zu erhalten.

Kommentar von wfwbinder ,

DH, gut auch mit der Nutzungsänderung.

Kommentar von EnnoBecker ,
Ich befürchte nur, dass [er] noch eine böse Überraschung erlebt, weil er seine Rechnung "entscheidend ist der Nettoumsatz" schon 2013 angewendet hatte und in 2014 schon kein KU mehr war.

Das musste er Anfang 2014 prüfen. Ich bin davon ausgegangen, dass das Resultat der Prüfung "Ich bin 2014 KU." war.

Im Übrigen muss man mit der Formulierung "Nettoumsatz" vorsichtig umgehen, der Fragesteller hat es so ausgedrückt:

(Ich war nur vom Umsatz ohne USt ausgegangen)

§ 19 (1) Satz 1 sagt da:

"Die ... Umsatzsteuer wird ...nicht erhoben, wenn der ... Umsatz zuzüglich der darauf entfallenden Steuer...."

Beim KU beträgt die zuzüglich der darauf entfallenden Steuer = Null und ist deshalb gleich dem Nettoumsatz.

Wir wissen jetzt nicht genau, wie der Sachverhalt ist, aber ich kann mir vorstellen, dass er hier Glück hat, weil er vorher ja KU war.

Kommentar von wfwbinder ,
(Ich war nur vom Umsatz ohne USt ausgegangen bei der Grenze - daher jetzt erst die Frage)

Deshalb bin ich ein bisschen skeptisch.

Kommentar von EnnoBecker ,
Nutzungsänderung

Das ist doch stets das Bonbon beim Übergang von KU zu RU und klimpert oftmals nochmal schön in der Schatulle.

Ich weiß sowieso nicht, warum die Leute immer die KU-Regelung wollen. Lohnt sich fast nie. Außer bei Dienstleistern, und die haben (außersteuerlich) mehr davon, wenn sie nicht nach außen kommunizieren, dass sie wenig Umsatz haben.

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