Frage von DerClaus20, 76

Umsatzsteuer: Haendler kauft von Kleinunternehmer

A (Kleinunernehmer) verkauft an B (Haendler). B ist Folgendes gewohnt (Szenario 1): Einkauf vom Lieferanten zu 7.65 brutto/6.42 netto, Weiterverkauf fuer 14 brutto / 11.76 netto. Er fuehrt ab an Vorsteuer: 2.24 minus 1.23 = 1.01. Von seiner Marge von 5.34 muss er also 1.01 Ust abziehen, ergibt netto Marge von 4.33.

Szenario 2: B kauft von A (Kleinunternehmer). Bs Marge ist jetzt 11.76 minus 7.65 (As Preis enthaelt ja keine Ust), gleich 4.11. Die Ust, die er zahlen muss, ist 0,78. Er liefert 2.24 an Vorsteuer ab, bekommt den Unterschied (2.24 minus 0.78) in der Steuererklaerung zurueck. Seine Netto Marge ist 4.11 minus 0.78, gleich 3.33.

Szenario 3: A reduziert seinen Preis, damit B seine gewohnte Marge macht. A verkauft fuer 6.65. Bs Marge ist 11.76 minus 6.65, gleich 5.11. Ust davon 0.97, auch wenn er, wie in Sz 2 2.24 abliefert. Die Netto Marge von B ist 4.13.

Ich wollte mich einfach nur versichern, ob das so richtig gerechnet ist. Mir wurde gesagt, dass B in Szenarien 2 u 3 Ust von 2.24 zahlt. Ich meinte aber, dass es so funktioniert, wie oben dargestellt. Vielen vielen Dank fuer Eure Hilfe fuer einen kompletten "New-bee".

Support

Liebe/r DerClaus20,

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Ria vom finanzfrage.net-Support

Antwort
von wfwbinder, 76

Deine Rechnerei geht völlig an der Realität vorbei.

  1. Ladenpreis 14,- Euro, Umsatz 11,76 Euro. Einkauf 6,42 Euro, somit Rohgewinn 5,34 Euro.

  2. Ladenpreis noch immer 14,- euro, Umsatz 11,76 Euro, Einkauf wegen fehlendem Vorsteuerabzug 7,65 Euro, Rohgewinn 4,11 Euro.

  3. Ladenpreis 14;- Euro, Umsatz 11,76 euro, Einkaufspreis 6,65, Rohgewinn 5,11 Euro.

Alle Beträge sind netto, daher darf man auch nicht aus dem Rohgewinn keine Umsatzsteuer berechnen

Die Umsatzsteuer aus dem Verkaufspreis von 2,24 muss an das Finanzamt abgeführt werden. im Fall 1. vermindert um 1,23 Vorsteuer aus dem Einkauf. Also Zahllast aus diesem isolierten Geschäft 1,01 Euro (innerhalb der gesamten Umsatzsteuervoranmeldung). Das ist ein Vorgang der allein den Liquiditätsbereich betrifft, weil die Umsatzsteuer /Vorsteuer als durchlaufende Posten zu sehen sind. Nur wenn der Gewinn durch E-Ü-Rechnung ermittelt wird, gibt es über das Jahresende ein Verschiebung, die aber am Gesamtergebnis nichts ändert.

Kommentar von Tina34 ,

klar geht es an der Realität vorbei sind ja auch Hausaufgaben *lol

Und bei solchen wird oft was "gerechnet" + "abgefragt" was in der Realität so sein nicht sein würde

Kommentar von DerClaus20 ,

Vielen vielen Dank an wfwbinder fuer die detaillierte Antwort. Ich hab das jetzt verstanden, dass die UST des B nur ein durchlaufender Posten ist. Ich war verwirrt  von einem Kollegen, der meinte, Ust besteuere den von B erzielten Mehrwert mit 19%, eine Rechnung die sich in Szenario 1 super machen lässt (die 1.01 sind ja die 19% vom Rohgewinn 5,34); und der meinte, es könne nicht stimmen, dass B in den Szenarien 2 und 3 jeweils 2.24 abführe, das wäre ja viel mehr als 19%. Mir ist jetzt klar, dass das nicht so stimmt; dass der Konsument, der von B kauft, die 2.24 zahlt, und B sie nur abfuehrt. Und dass der Kauf von Kleinunternehmer oder nicht in Bezug auf die Ust von B keinen Unterschied macht. Besten Dank nochmal!

Kommentar von wfwbinder ,

keine Ursache.


Wenn man es prüfen will, kann man übrigens ergänzend die Liquiditätsrtechnung machen.


1. 

14,- - 7,65 = 6,35.  Wenn im Folgemonat die Umsatzsteuer (2,24 -1,23 = 1,01) gezahlt wird, bin ich genau bei meinen Rohgewinn. 6,35 - 1,01 = 5,34.


2.

14,- - 7,65 = 6,35. Zahllast im Folgemonat 2,24 = 4,11 Rohgewinn.


Also, alles ganz einfach.

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