Frage von Poggemil, 8

Umsatzsteuer entsprechend § 4 Nr. 21 b UstG vom Finanzamt rückfordern - Verjährungsfrist?

Nach § 4 Nr. 21 b UstG bin ich, wie ich herausgefunden habe, umsatzsteuerbefreit für meine Arbeit als Dozentin an einer Privatschule, während ich für alle anderen übernommenen Aufträge im Rahmen meiner Selbstständigkeit Umsatzsteuer zahlen muss. Bisher habe ich für alles Umsatzsteuer gezahlt u. möchte mir nun die zuviel gezahlte Ust. vom Finanzamt zurückholen. Seit 5 Jahren bin ich selbstständig. Wie ist die Verjährungsfrist für solch einen Fall? Vielen Dank für Eure Antwort :)

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von EnnoBecker, 6

Wieder so ein Fall, wo kein Steuerberater teurer ist als 1 Steuerberater?

Wenn du Umsatzsteuer ausgewiesen hast, obwohl deine Leistungen steuerfrei sind, dann schuldest du die Umsatzsteuer nach § 14c (1) UStG und hast nebenbei noch ein ganz anderes Problem: Du durftest nämlich auch die Vorsteuern nicht abziehen, die in den Vorleistungen stecken, da sie im Zusammenhang mit steuerfreien Leistungen stehen.

Deshalb würde ich an deiner Stelle genau überlegen, was zu tun ist. Denn wendest du dich mit deinen Kenntnissen so an das Finanzamt, wirst nicht du etwas vom Finanzamt bekommen, sondern genau umgekehrt.

Im Übrigen kann ich sowieso nicht nachvollziehen, wie du hier wirtschaftlich am Ende besser dastehen würdest - mal von der Vorsteuerproblematik abgesehen.

Denn die Umsatzsteuer hast du ja oben auf dein Honorar draufgepackt, sie belastet dich nicht wirtschaftlich. Um die Umsatzsteuer wiederzubekommen, müsstest du eine Rechnungen korrigieren und den Kunden die falsch berechnete Umsatzsteuer erstatten.

Wie gesagt, in jedem Fall passiert nichts weiter als dass du die Vorsteuern verlierst.

Ich verstehe auch nicht, warum die Schule dich nicht darauf hingewiesen hat. Für die ist doch deine Umsatzsteuer nicht als Vorsteuer abzugsfähig. Die haben freiwillig 19% zuviel gezahlt? Sind die etwa auch unterberaten?

Antwort
von Meandor, 4

Nicht Du bist umsatzsteuerbefreit sondern Deine Leistungen. Wenn Du im Unterricht noch Fleischläsweckle verkaufst, dann ist der Umsatz nicht steuerfrei.

EnnoBecker hat die Problematik schon geschildert. Wenn Du Dich jetzt an das Finanzamt wendest, dann werden die Dir mitteilen, dass Du ausgewiesene Umsatzsteuer auch schuldest, wenn der Umsatz steuerfrei ist. Und dann wird Dir das Finanzamt vermutlich eine Anhörung schicken, dass sie beabsichtigen den Vorsteuerabzug anteilig zu versagen.

Klär es mit einem Steuerberater, bevor es zu spät ist.

Kommentar von FREDL2 ,

@Meandor: na, für das Fleischläsweckle könnte man doch eine Ausnahme machen. ;-))))))))

Kommentar von Meandor ,

Wie kommt da "l" da rein? Da gehört ein "k" rein. Ich hasse Leute die einen schönen Fleischkäse als Leberkäse bezeichnen.

Antwort
von hildefeuer, 4

zurückfordern ist nicht möglich, zumal ja die jährlichen Umsatzsteuererklärungen bindend sind. Für die Zukunft: Der Nachweis ist durch eine Bestätigung der Bildungseinrichtung zu führen. Das heist, wenn diese Bescheinigung in Zukunft vorliegt, ist auf den Rechnungen darauf hinzuweisen als Begründung für das nicht berechnen der MWST und die Bescheinigung beizulegen.

Kommentar von Poggemil ,

Vielen Dank, hildefeuer :)

Kommentar von EnnoBecker ,

zurückfordern ist nicht möglich, zumal ja die jährlichen Umsatzsteuererklärungen bindend sind

Warum Zurückfordern eine ganz schlechte Idee ist, habe ich dargelegt.

Im Übrigen erfolgen Festsetzungen der Umsatzsteuer stets unter Vorbehalt der Nachprüfung, und dieser läuft mit dem Ende der regulären Festsetzungsfrist aus.

Eine Umsatzsteuerfestsetzung ist also stets noch mindestens 5 Jahre nach Ende des jeweiligen Kalenderjahrs angreifbar. Und zum Schaden für den Fragesteller gilt dies auch für das Finanzamt.

Für die Zukunft: Der Nachweis

Einzig hier könnte die Rettung für den Fragesteller liegen, nämlich wenn genau dieser Nachweis nicht erbracht wird und somit die Steuerfreiheit ausscheidet. Alles andere wird irgendwann ziemlich teuer.

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