Frage von Martin223, 18

Umsatzsteuer bei Verkauf eigener Ware über jemand anderen

Guten Abend!

Ich habe ein für mich (kompliziertes) Anliegen: Es kommen bei mir regelmäßig Kunden in den Laden, die gebrauchte Ware verkaufen wollen. Nun habe ich selbst nicht die Zeit, diese im Internet (z.B. eBay) zu verkaufen, möchte aber den Ankauf als Serviceleistung nutzen. Ich würde diese gebrauchten Sachen einem Privatmann geben, der sie dann für mich weiter verkaufen kann und sich etwas Geld nebenbei verdient. Ich nehme mal ein Beispiel: Ich kaufe 50 Kinder-T-Shirts in der Woche von privat an und habe dafür 25 € bezahlt. Die Ausgabe habe ich in meiner Kasse verbucht, kann davon natürlich keine Vorsteuer abziehen. Diese T-Shirts gebe ich nun einem Freund, der sich die Mühe macht und alle bei eBay reinsetzt. Nach 2 Wochen kommt der Freund dann zu mir in den Laden und gibt mir 35 €. Er hat die Shirts für 50 € bei eBay verkauft. Davon 5 € Gebühren bezahlt und (wie ausgemacht) die Hälfte vom Gewinn für sich behalten. 50€ - 5 € Gebühren = 45€ - 25€ Warenwert = 20€ : 2 = 10 € Wie sieht nun die steuerliche Lage für mich aus? Muss ich von seinen an mich gezahlten 35 € die Umsatzsteuer bezahlen oder gar von den 50 €? Er könnte mich natürlich auch anlügen und in Wirklichkeit 70 € verdient haben. Deshalb die Frage, ob es für mich relevant ist, für wie viel er die Sachen bei eBay verkauft hat oder wie viel ich tatsächlich von ihm ausgezahlt bekomme.

Vielen Dank!

Antwort
von HarryBu, 17

Hallo Martin223,

gerne möchte ich Ihre Frage beantworten. Zunächst einmal finde ich es sehr gut, dass Sie Ihr Anliegen klären wollen, bevor es richtig losgeht. Das ist wichtig, denn im vorliegenden Fall ist die Finanzbehörde nicht weit. Und bekanntlich gehört diese zu den deutschen Institutionen, die wenig Spaß verstehen.

Es gibt hier gleich zwei Teilprobleme, die gelöst sein wollen:

  1. Ein- und Verkauf von Gebrauchtware: SInd Sie vorsteuerabzugsberechtigt? Kaufen Sie ausschließlich von Privatpersonen? Verkaufen Sie ausschließlich an Privatpersonen?

  2. Der Einsatz einer weiteren Person für den Verkauf: Verkauft diese auf eigene Rechnung (eigener ebay-Account) oder nutzt sie Ihren ebay-Account? In welchem Umfang ist diese Person voraussichtlich für Sie tätig?

Bitte geben Sie mir Anworten auf diese Fragen, damit wir eine korrekte Lösung finden.

Mit freundlichen Grüßen

HarryBu

Kommentar von Meandor ,

Für was sind diese Fragen wichtig?

Kommentar von Martin223 ,

Vielen Dank für Eure Antworten!

  1. Ja, ich bin vorsteuerabzugsberechtigt. Ich kaufe und verkaufe ausschließlich an Privatpersonen.
  2. Die Person verkauft auf eigene Rechnung, mit eigenem eBay-Account. In welchem Umfang diese Person tätig wird, kann ich im Moment nur schätzen. Es könnten aber zur Hochsaison vielleicht 1000 - 2000 € Umsatz im Monat sein.

Zur Info: Ich habe dieser Person auch geraten, dann ein Kleingewerbe anzumelden. Für mich ist allerdings nur wichtig, dass ich alles richtig mache.

Antwort
von Meandor, 14

Du kaufst die T-Shirts für 25 Euro und hast damit eine Betriebsausgabe. Vorsteuerabzug hast Du mangels Rechnung keinen, Das stimmt so weit.

Der Freund verkauft die Sache vermutlich in eigenem Namen, also ist es ein Kommissionsgeschäft. Das heißt, der Freund muss den kompletten Verkauf der Umsatzsteuer unterwerfen, falls er der Regelversteuerung unterliegt.

Du Du der Regelversteuerung unterliegst musst Du eine Lieferung an ihn versteuern und zwar in Höhe von dem was Du ihm bezahlst, also 35 Euro.

Da in den 35 Euro die USt schon drin ist, wirst Du sie rausrechnen müssen. Sie beträgt 5,59 Euro.

Beim Kommissionsgeschäft ist es für Dich egal, für was er es letztlich verkauft. Du versteuerst nur den Betrag, den er von Dir erhält.

Kommentar von EnnoBecker ,

Ich hab in Zeile 2 aufgehört zu lesen.

Aber du schreibst ja nichts Falsches, deshalb DH!

Kommentar von EnnoBecker ,

Nochmal angefasst.

Richtig erkannt hast du, dass im Moment des Verkaufs an den Endkunden ein Doppelumsatz entsteht, der zweimal Umsatzsteuer auslöst:

  1. Der Verkauf durch den Kommissionär an den Endkunden
  2. Die Lieferung durch den Fragesteller an den Kommisionär.

On jetzt wirklich Umsatzsteuer erhoben wird, hängt natürlich von den persönlichen Merkmalen der Beteiligten ab.

Antwort
von qtbasket, 12
  • Ich würde diese gebrauchten Sachen einem Privatmann geben, der sie dann für mich weiter verkaufen kann und sich etwas Geld nebenbei verdient.

Das ist gewerbliche Tätigkeit mit allen steuerlichen Konsequenzen. Da muss es natürlich auch eine Umsatzsteueranmeldung geben von dir und dem "Privatmann", der natürlich ein Gewerbe betreibt.

Der Fiskus lässt sich da nicht austricksen. Ansonsten würden alle großen Händler über private Personen ihren Remittenten etc verkaufen, nur um Steuern zu sparen. Geht nicht !!!

Kommentar von Martin223 ,

Das ich meine Einnahmen versteuern muss, ist mir schon klar und werde ich dann auch ohne wenn und aber machen. Was die Privatperson macht, kann ich nicht beurteilen. Ich habe ihm nahegelegt, dann auch ein Kleingewerbe anzumelden, um auf der sicheren Seite zu sein. Wenn ich die Kommentare hier richtig deute, sieht es für mich so aus: Ich kaufe von privat an und kann natürlich keine Vorsteuer abziehen. Gebe die Sachen zum Weiterverkauf an einen Privatmann (Kleingewerbe) weiter. Dieser verkauft die Sachen und bringt mir den Erlös abzüglich seines Gewinns abzüglich seiner Kosten. Diesen Betrag muss ich dann voll versteuern. Sehe ich das so richtig? Da er ja auf eigene Rechnung und mit eigenem eBay-Account verkauft, denke ich mal, dass ich nicht seinen erzielten Betrag versteuern muss. Den weiss ich ja auch gar nicht, sondern muss mich da auf seine Angaben verlassen.

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