Frage von trulla81,

Umsatzssteuerbefreite Einnahmen, Vorsteuererstattung bei Ausgaben?

Hi, ich betreibe eine kleine Schwimmschule im Nebenerwerb. Ich biete lediglich reine Schwimmkurse für Kinder an, die als Vorbereitung für den Schwimmunterricht in Schulen dienen. Aktuell mache ich von der Kleinunternehmerregelung gebrauch.

Da ich aber bei weiterem Ausbau meines Umsatzes (Einstellung eines Mitarbeiters, deutlich mehr Kurse) die 17500 EUR überschreiten werde, muss ich überlegen, ob ich etwas dagegen tun werde (sprich nicht wachsen) oder mir eine Bescheinigung hole, dass § 4 nr. 21 bb UStG für mich in Betracht kommt. Laut Google soll das wohl funktionieren, da diese Kurse auf den Unterricht in Schulen vorbereiten. Andere Kurse biete ich nicht an.

Jetzt kommt aber die Frage, die mir das FA nicht beantworten konnte (ich bin mit meinem Sachbearbeiter zu seinem Chef, der ist mit mir zur Umsatzsteuerstelle und die 3 hatten keine Antwort auf die Frage): Was ist mit der Vorsteuer? Wenn meine Einnahmen Umsatzsteuerfrei sind (keine Kleinunternehmerregelung), kann ich dann die Vorsteuer zurückfordern?

Wie sieht es mit der Umsatzsteuerbefreiung aus? Wer kann mir dort Rechtssicherheit geben? Es scheint ja wohl die Wilkür des FA zu sein, je nachdem, wie der Sachbearbeiter gerade drauf ist.

Das FG Köln hat mal entschieden, dass diese in jedem Fall gem. Artikel 132 Absatz 1 Buchstabe j der Richtlinie 2006/112/EG (Mehrwertsteuersystemrichtlinie) steuerfrei seien.

Kann ich zum FA gehen und sagen "befreit mir die Umsätze von der Umsatzsteuer"? Und ich habe dann Rechtssicherheit?

VG

Antwort vom Steuerberater online erhalten
Anzeige

Schnelle und günstige Hilfe für Ihre Steuerfrage. Kompetent, von geprüften Steuerberatern.

Experten fragen

Antwort
von Holodoc79,

Komisch, dass das Finanzamt die Antwort nicht geben konnte. Die steht doch genau so im Gesetz drin:

§15 Abs. 2+3 UStG

(2) Vom Vorsteuerabzug ausgeschlossen ist die Steuer für die Lieferungen, die Einfuhr und den innergemeinschaftlichen Erwerb von Gegenständen sowie für die sonstigen Leistungen, die der Unternehmer zur Ausführung folgender Umsätze verwendet:

  1. steuerfreie Umsätze;
  2. Umsätze im Ausland, die steuerfrei wären, wenn sie im Inland ausgeführt würden.

(3) Der Ausschluss vom Vorsteuerabzug nach Absatz 2 tritt nicht ein, wenn die Umsätze

  1. in den Fällen des Absatzes 2 Nr. 1> a) nach § 4 Nr. 1 bis 7, § 25 Abs. 2 oder nach den in § 26 Abs. 5 bezeichneten > > > > Vorschriften steuerfrei sind oder b) nach § 4 Nr. 8 Buchstabe a bis g oder Nr. 10 Buchstabe a steuerfrei sind und sich unmittelbar auf Gegenstände beziehen, die in das Drittlandsgebiet ausgeführt werden;

  2. in den Fällen des Absatzes 2 Satz 1 Nr. 2 a) nach § 4 Nr. 1 bis 7, § 25 Abs. 2 oder nach den in § 26 Abs. 5 bezeichneten Vorschriften steuerfrei wären oder b) nach § 4 Nr. 8 Buchstabe a bis g oder Nr. 10 Buchstabe a steuerfrei wären und der Leistungsempfänger im Drittlandsgebiet ansässig ist.

Du kannst also keine Vorsteuer ziehen. Geht nur bei steuerfreienUmsätzen nach §4, Nr. 1-7 und noch ein paar andere.

Kommentar von EnnoBecker ,

Viellicht war er i Robinekhausen beim Finanzamt. Dann wäre das verständlich.

DH - besser hätte man das nicht darstellen können.

Antwort
von Meandor,

Sicher das Du auf dem Finanzamt warst und nicht beim Gewerbeamt oder bei Haus und Grund oder bei der IHK?

§ 15 Abs. 2 UStG sagt, dass es keinen Vorsteuerabzug gibt, wenn man steuerfreie Umsätze tätig. Und das lernt jeder Finanzler egal in welcher Laufbahn in den ersten sechs Monaten der Ausbildung.

Ich hingegen glaube nicht, dass Deine Umsätze steuerfrei sind, da Du nicht an einer Schule tätig bist.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten