Frage von topictoday,

Um die Künstlergage betrogen, was kann man tun?

Hallo,

ich habe vor 3 Wochen mit meiner Coverband bei einer Kneipennacht gespielt, welche jährlich stattfindet. Wir haben wie vereinbart von 19 Uhr bis 23.30 Uhr und auf Drängen der Restaurantbesitzerin sogar bis 24 Uhr fast ohne Pausen durchgespielt. Das Restaurant war die ganze Zeit über sehr gut besucht und es herrschte eine gute Stimmung.

Nach dem Konzert verlangten wir die vertraglich festlegegte Gage und bekamen von der Restaurantleiterin nur dreist die Antwort, dass wir schlecht gespielt hätten und ihr die Musik überhaupt nicht gefallen habe. Außerdem hätten die Leute scharrenweise das Lokal verlassen. Wir sollen uns bitte die Gage beim Organisator der Veranstaltung abholen. Entweder muss sie blind sein oder Tomaten auf den Augen gehabt haben. Die Organisatoren wiederum meinen, dass das Restaurant hätte uns die Gage bezahlen müssen. Bis jetzt haben wir noch keinen Cent der vereinbarten Gage erhalten und Kneipe und Organisator schieben die Sache hin und her.

Uns ist der Betrag der Gage dann doch zu gering, um das ganze vor Gericht auszutragen. Trotzdem wollen wir nochmals ein Schreiben an das Restaurant/Veranstalter fertig machen, in dem wir sagen, dass wir unseren Teil des Vertrages ordnungsgemäß erfüllt haben und der Partner auch bei persönlichem Nichtgefallen zur Zahlung der Leistung verpflichtet ist. Meine Frage ist es, ob jemand geeignete Paragraphen und Gesetzestexte kennt, mit denen ich das Schreiben untermauern kann?

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Antwort
von Gigi2,

Hallo topictoday,

deine Frage beantworte ich sehr gerne.

In der Literatur und Rechtsprechung wird diskutiert, ob es sich bei einer Musikveranstaltung um einen Werkvertrag nach § 631 BGB oder um einen Dienstvertrag nach § 611 BGB handelt.

Bei einem Werkvertrag gemäß § 631 Abs. 1 BGB handelt es sich um einen gegenseitigen Vertrag, in dem sich der eine Vertragspartner zur Herstellung eines mangelfreien Werkes und der andere Vertragspartner zur Entrichtung der vereinbarten Vergütung verpflichtet. Bei einem Dienstvertrag gemäß § 611 Abs. 1 BGB ist der eine Vertragspartner zur Leistung der versprochenen Dienste und der andere Vertragspartner zur Gewährung der vereinbarten Vergütung verpflichtet.

Die Rechtssprechung geht bei musikalischen Darbietungen zunehmend von einem Dienstvertrag aus. Begründet wird die Auffassung damit, dass die Darbietung einer musikalischen Leistung zu keinem bestimmten Erfolg oder Werk führt, sondern eine bloße Dienstleistung darstellt (AG Münster, Urteil v. 7.3.2008 – 60 C 4365/07). Der Musiker schuldet nicht die erfolgsabhängige Herstellung eines bestimmten Werkes, sondern hat bei Proben und Aufführungen künstlerisch tätig zu werden.

Bei Vertragsstörungen sind demnach die Vorschriften der §§ 611 ff BGB einschlägig.

Ob Du ein Mahnverfahren einleitest, ein außergerichtliches Mahnschreiben oder eine Klage einreichst, ist Deine Entscheidung. Wichtig ist, dass Du den Vertragsabschluss beweisen kannst.

Ich hoffe, hiermit ist Deine Frage beantwortet.

Antwort
von Meandor,

Ihr habt mit den Organisatoren einen Vertrag geschlossen, indem steht, dass die Kneipenwirte Euch cash zu bezahlen haben. Ihr musstest davon ausgehen, dass die Organisatoren im Auftrag der Kneipenwirte tätig sind, also ist Euer Geldgeber der Kneipenwirt.

Wenn der Kneipenwirt damit nicht zufrieden ist, dann muss er die Organisatoren zur Kasse bitten.

Antwort
von hildefeuer,

Ich habe solche Situationen öfters erlebt. Da gibt es nur eins. Sofort nach Ende des Auftritts bares fordern, bevor Verstärker abgebaut werden. Falls nicht gezahlt wird, Mikrofon einschalten und Besucher informieren und anschließend dort Spenden sammeln. Nachher kann man meist nix machen. Nachträglich könnt Ihr Euch nur an die Organisatoren der Kneipennacht wenden, damit die Druck machen.

Antwort
von Privatier59,

Uns ist der Betrag der Gage dann doch zu gering, um das ganze vor Gericht auszutragen.

Humor ist, wenn man trotzdem lacht! Was soll denn das? Da will jemand nicht zahlen und Ihr hofft den mit einem Schreiben zu erweichen? Wer ist denn überhaupt Euer Vertragspartner? Angeblich habt Ihr doch einen Vertrag und den hoffentlich schriftlich. Der, der da als Auftraggeber steht, ist zur Zahlung verpflichtet. So einfach isses. Da braucht man keine Gesetzestexte.

Antwort
von alfalfa,

Kurz und bündig: Ihr habt einen Vertrag? Und den Vertragspartner auch zweimal schriftlich nebst Fristsetzung angeschrieben?

Wenn ja, dann als nächstes das gerichtliche Mahnvrrfahren einleiten. Das kannst Du gleich für kleines Geld online erledigen.

https://www.online-mahnantrag.de

Wenn das nichts hilft, braucht ihr einen Anwalt. Punkt und EOM.

Antwort
von EnnoBecker,

scharrenweise

Sowas springt natürlich unangenehm ins Auge. Flohen früher die Leute in Scharen, tun sie es heutzutage wohl in Scharren.

Was ich an der Sache nicht verstehe: Du bist doch derjenige, der den Vertrag vorliegen hat. Du bist derjenige, der in den Vertrag gucken kann und sagen kann, was drin steht.

Was genau willst du von uns wissen?

ob jemand geeignete Paragraphen und Gesetzestexte kennt

Was für eine Denkart steht dahinter? Du meinst doch nicht ernsthaft, dass die Nennung von irgendwelchen Parasit^^^^graphen deine Wirtin zur Umkehr bewegt?

Was also steht im Vertrag?

Kommentar von topictoday ,

Kauf dir ne Brille, dann prallts daran ab. Meine Fresse, wie seid ihr denn drauf?

Im Vertrag steht, dass die Gage vom Veranstalter direkt nach dem Auftritt in bar an die Band zu zahlen ist. Problem daran ist, dass die Organisatoren des Events, mit denen wir den Vertrag geschlossen haben garnicht der Veranstalter sind. Laut den Werbeflyern sind die Teilnehmenden Restaurants die Veranstalter. Die Organisatoren haben nur die Bands an die Kneipen vermittelt. Jetzt stehen wir zwischen zwei Fronten.

Ist mir schon klar, dass die Paragraphen die Wirtin nicht bekehren werden. Sie sollen lediglich das Schreiben untermauern. Bei Nichtgefallen einer Leistung muss diese ja trotzdem bezahlt werden. Wenn ich zu einem was weiß ich Konzert z.B. von Depeche Mode gehe, muss ich trotzdem bezahlen oder habe trotzdem bezahlt, auch wenn es mir nicht gefallen hat oder? Ich hab doch keine Ahnung von sowas, deswegen frag ich hier nach, ob es da nicht irgendwas gibt, was man mit reinschreiben kann.

Kommentar von EnnoBecker ,

Kauf dir ne Brille, dann prallts daran ab. Meine Fresse, wie seid ihr denn drauf?

Weiter musste ich nicht lesen.

Und tschüss.

Es gibt auch angenehme Fragesteller.

Kommentar von topictoday ,

Gleichfalls.

Kommentar von gammoncrack ,

Meine Fresse, wie seid ihr denn drauf?

Wenn Eure Musik genau so wie Deine Ausdrucksweise hier ist - ich hätte als Veranstalter auch nichts bezahlt und als Gast die Flucht ergriffen!

Kommentar von Primus ,

D.H. Gut gekontert :-)

Kommentar von topictoday ,

Ja nein, mich regts nur auf, das man gleich das Haar in der Suppe sucht und das gleich als erstes anbringt. Ich habe keine Zeit für solche Nichtigkeiten. Ich wollte nur einen Kurzen Rat auf meine Frage und keine orthographische Belehrung, zumal das jedem passieren kann, auch das man mal eine Taste zu lange gedrückt hält.

Kommentar von Fragfreund ,

Na ja, Berufsgruppen, die mit Finanzen zu tun haben, drücken zwar auch oft die eine oder andere Taste zu lange aber meist nur, wenns zum eignen Vorteil ist. Ansonsten hat das meist ungeahnte Folgen, zumindest bei Ziffern. Nun ist Enno ein ganz genauer, der nie Schreibfehler macht.

Es sei denn hier :

Aber ich hab leider zu viel Arbeit, als dass ich im Moment die dahinter stehende Frage hineininterpretiren möchte.

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