Frage von Wu123,

"Überschuss" aus 400 €-Job als Einnahme aus selbstständiger Tätigkeit - welche Folgen?

Hallo! Ich bin arbeitslos gemeldet (bekomme aber weder ALG I oder II) und habe einen 400 € - Job. Nun würde mein Gehalt im Juni allerdings eigentlich über 1100 € betragen und mein Arbeitgeber hat vorgeschlagen, dass ich ihm eine Rechnung ausstelle und dass dieser Betrag einmalig als Einnahme aus selbstständiger Tätigkeit ausgezahlt wird anstatt ihn auf mehrere Monate zu verteilen. Ist das für mich sehr nachteilhaft? Was geht von den 1100 € runter und wo muss ich mich melden, wenn das Geld auf meinem Konto ist? Außerdem: Darf ich überhaupt Einnahmen aus selbstständiger Tätigkeit haben, wenn ich arbeitslos gemeldet bin? Fragen über Fragen... ich danke im Voraus für die Antworten:o)!!! Wu

Antwort von DervomFinanzamt,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Hallo,

aus steuerrechtlichr Sicht ist das ganze eher zweifelhaft anzusehen. Ein 400 €-Job wird bei der Knappschaft gemeldet und dort pauschal versteuert.

Einnahmen aus einer selbständigen - in dem Fall eher gewerblichen - Tätigkeit sind mit einer Einnahme-Überschuss-Rechnung zu erfassen und der Gewinn dann entsprechend zu versteuern, sofern der den Grundfreibetrag von 8.001 € im Jahr übersteigt.

Allerdings handelst du eben nicht gewerblich, weil du Arbeitnehmer bist. Du handelst im Namen und für Rechnung deines Arbeitgebers. Das ganze jetzt als Honorar darzustellen könnte als Hinterziehung von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen ausgelegt werden!!! Wobei die steuerliche Auswirkung eher gering bis 0 € ist!

Aber wenn der Lohn von 1.100 € normal als Arbeitslohn angerechnet wird, dann fallen halt Sozialversicherungsbeiträge an. Diese Beiträge fallen nicht an, wenn du das auf Honorarbasis machst. Du würdest die Beträge als wegen Vortäuschung falscher Tatsachen hinterziehen.

Sei da bitte sehr vorsichtig!!! Es gibt tausende Fälle von 400 €-Jobbern, die "schwarz" mehr verdienen. Wenn das aber mal rauskommt, dann muss man ein Haufen Geld nachzahlen und evlt. mit weiteren Strafen rechnen.

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