Frage von Bruchlandung, 11

Die Übernahme-Fantasie ist offenbar vorbei - soll ich meine K+S-Aktien jetzt verkaufen?

Ein kgv von 14 scheint teuer angesichts der Risiken eines wegen des überangebots verfallende kalipreises und der steigenden Verschuldung von k+s durch projektrisiken in Canada. oder seht ihr das anders wie ich?

Antwort
von gandalf94305, 10

Investments erfordern ein Risikomanagement. Also solltest Du Dir klar werden, was denn die Risiken überhaupt sind.

Ich nehme an, Du befürchtest, daß die K+S Aktie wieder auf den Bereich von 28 EUR oder sogar 24 EUR zurückhüpfen könnte, wenn die Luft raus ist. Nun ist die Übernahmeschlacht aber noch nicht vorbei, wie Du ja erkennen kannst.

Da Du nicht sagst, bei welchem Einstandskurs Du gekauft hast, kann man nur genauso pauschal antworten: das Grundprinzip heißt, Verluste zu vermeiden bzw. zumindest zu begrenzen.

Glaubst Du also, daß die jetzt im Versuch befindliche, feindliche Übernahme nicht verhindert werden kann und damit der Kurs weiter in Richtung 40 EUR und darüber steigen wird, behältst Du die Aktie. Wir haben jetzt ja einfach das Niveau von 2012/2013 wieder erreicht. Vielleicht wird noch mit einem Trailing-Stop-Loss im Abstand von max. ca. 2 EUR abgesichert.

Glaubst Du, daß hier das Ende der Fahnenstange erreicht ist und mit Kursrückgängen oder zumindest keinen wesentlichen Steigerungen mehr zu rechnen wäre, d.h. es vielversprechendere Anlagen gibt, verkaufst Du sofort und streichst den Gewinn ein. Von Gewinnmitnahmen ist noch keiner arm geworden. Nächstes Investment. K+S interessiert dann erst mal nicht mehr.

Glaubst Du, daß jetzt eine Seitwärtsbewegung einsetzt und die Aktie aufgrund guter Dividende weiterhin interessant ist, kannst Du den Wert langfristig halten.

Egal wie Du Dich entscheidest - Fragen wie "was wäre gewesen, wenn ich noch länger gehalten hätte" ersetzt Du durch "das Jetzt interessiert, nicht die mögliche Zukunft". Niemand kann immer recht haben. Darum geht es bei Investments auch nicht. Man muß jedoch nach hinreichend fundierten Kriterien sich bemühen, die Wahrscheinlichkeiten von Gewinnen gegenüber einem Affen mit Dartboard, auf dem das WSJ hängt, zu erhöhen. Dann begrenzt man die Verluste auf ein vor dem Kauf definiertes Maß und realisiert Gewinne idealerweise nicht zu früh. Sind die Risiken für Verluste höher als die Chancen auf Gewinne, ist das Zocken, nicht Investieren. Daher ist es auch Unsinn, bei einem Rückgang auf z.B. 24 EUR zu hoffen, daß es jetzt bald wieder auf 40 EUR hoch geht. Kompletter Unsinn und sehr wahrscheinlich geht es Dir dann wie den Deutsche Telekom Anlegern, die bei über 100 EUR kauften, bei 80 EUR auf den Kursanstieg hofften, ebenso noch bei 50 EUR und bei 20 EUR. Unsinn. Wer bei 100 EUR gekauft hat, hätte bei spätestens 80 EUR verkaufen sollen. Und dann kann man jetzt bei 8-9 EUR kaufen und sich inzwischen wieder über eine Verdopplung freuen. Emotionales Hängen an Unternehmen und Aktien ist nicht zielführend.

Daher: beurteile die Risiken aus Deiner Sicht. Deckle ggf. das Verlustrisiko durch Stops. Wenn das Ergebnis stimmt, kannst Du aber auch einfach verkaufen und den Gewinn realisieren. Move on.

Antwort
von althaus, 7

Ich hätte die K&S Aktie schon am ersten Tag des Übernahmeangebots verkauft, also um die 40€. 

Antwort
von muellerina, 8

Interessante Frage

Kommentar von gandalf94305 ,

Interessante Antwort... so minimalistisch polyinterpretativ.

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