Frage von billyjean,

Übergabeprotokoll, Frist Mietschäden Recht?!

Hallo, wir sind im August letzten Jahres aus unserer Wohnung ausgezogen. Die Wohnungsübergabe wurde mit einem Übergabeprotokoll festgehalten. Darin steht das Schäden am Parkett in Esszimmer und Wohnzimmer "geprüft werden müssten"- darüber hinaus erklärten wir uns einverstanden Farbe bis max 300 Euro zu zahlen....unser Vermieter bestand darauf, das die Nachmieter selber streichen sollten, wir die Farbe übernehmen sollten. Zur Farbe: Unsere Nachmieter haben nicht gestrichen ( sie sind mittlerweile wieder ausgezogen und auf den Bildern immoscout sah man klar und deutlich unsere Farben) Nun fordern die Vermieter aber die 300 Euro..... Zum Parkett: Bei unserem Einzug befanden sich Kratzer im Wohnzimmerbereich auf dem Boden...wir baten darum, dies Festzuhalten...wollten sie aber nicht weil man das schon mit unseren Vormietern schriftlich festgehalten habe...wäre doppelt gemoppelt und sie wüssten ja, das die Kratzer da waren. Bei unserem Auszug wurden 3 Kitscher bemängelt. 1 Pfennigsabsatzabdruch, und 2 etwa 1 cm lange Dellen im Bereich des Esstischs...ist uns ein Glas runtergefallen oder Teller oder .....Ja, jetzt sollen wir...14 Monate später rund 2000 Euro zahlen für den bereits abgeschliffenen Boden...Nachdem unsere Nachmieter vor 2 Monaten ausgezogen sind wurde das wohl gemacht laut Vermieterin Am Tag unserer Übergabe baten wir ein Parkettunternehmung mit der beseitigung der Kratzer. Herr Parkett kam, und sagte er bräuchte da nichts zu kitten, dies seinen Normale Gebrauchsspuren und es wäre lächerlich das wir ihn dafür bezahlen wollen. Die Wohnung wurde insgesammt 7 Jahre bewohnt....und da seien Gebrauchsspuren beim Eichenparkett normal. Nunja, jetzt haben wir den Salat. Wir haben vor Auszug den Boden neu geölt, 100 Zeugen dafür, das immer nur auf Socken gelaufen wurde und nun haben wir ein Schreiben geschickt bekommen über unsachgemäße Pflege und man hätte die Kratzer vermeiden können durch anheben der Gegenstände. Wir glauben, die wollen uns die alten Kratzer der Vormieter unter die Schuhe jubeln. Wir haben bis jetzt noch nicht den Namen der Vormieter rausbekommen. Bitte helft mir, und sagt mir ob die ein e Chance haben. Unser Vermieter hat im gleichen Haus 4 weitere Wohnungen. Mit fast ALLEN ausgezogenen ging es vor Gericht wg Kratzern am Parkett.

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo billyjean,

Schau mal bitte hier:
Mietrecht Mietkaution

Antwort
von williamsson,

Also da hat Euch Euer Ex-Vermieter gehörig ins Bockshorn gejagt. Alles unhaltbat was er fordert. Die ca. 300,-- Euro für Farbe ist nicht belegt und damit auch nicht fällig. Scheint mir auch eine unwirksame Vereinbarung zu sein, weil für Euch die Kosten nicht klar sind. Parkett ist Verschleiß unterworfen, sehen die Gericht auch so. Dieser Verschleiß ist in der Regel mit der Miete abgegolten. Eine darüberhinaus gehende Beschädigung müsste festgehalten sein. Ist aber inzwischen sowieso nicht mehr nachweisbar. Lasst Euch auf nichts, aber auf garnichts ein, Ihr seid sowas von im Recht. Ob das Verlangen des Vermieters evtl eine Betrugsabsicht darstellt, wäre noch zu prüfen. Für Euch frohe Weihnachten!

Kommentar von billyjean ,

Vielen Dank für die hilfreiche Antwort!!!

Antwort
von TopJob,

Zur Farbe: Die Frage ist, was im Mietprotokoll vereinbart wurde. An wen sollten die 300 EUR gezahlt werden? An die ehemaligen Nachmieter? Dann ist eure Schuldigkeit getan. Die 300 EUR könnten höchstens diese einfordern, nicht jedoch dein ehemaliger Vermieter.

Zum Parkett. Der Vermieter kann nicht eine Prüfung ankündigen, dann das Parkett abschleifen und Monate später unverhältnismäßige Kosten in Rechnung stellen. Für 2.000 EUR kann ich ja fast einen komplett neuen Boden verlegen. Vor allem nicht, wenn die Vormieter schon darin gewohnt haben. Ich würde mal behaupten, dass hier eine Entscheidung durch Nichthandeln entstanden ist. Soll heißen. Der Vermieter hat euch nicht mehr informiert und daher wollte er ursprünglich die Schäden nicht erstattet haben. Theoretisch könntet ihr die Kosten auch eurer Haftpflichversicherung melden. Dieser würde für solche Mietschäden i. d. R. aufkommen und garantiert die 2.000 EUR ebenfalls ablegen. Wenn ein Fachmann aber sogar bestätigt, dass es sich um normale Gebrauchsspuren handelte, dann soll der Exvermieter erstmal das Gegenteil beweisen.

Lasst euch erstmal nicht einschüchtern! Teil ihm mit, dass es sich damals um normale Gebrauchsspruren gehandelt hat. Die Sache mit der Farbe erklärt ihr wie oben genannt. Ich wüsste beim besten Willen nicht, wie er mit diesen Forderungen vor Gericht durch kommen will...

Kommentar von billyjean ,

Ersteinmal Danke für die Antwort. Im Übergabeprotokoll ist nicht festgehalten, an wen die 300 max. Euro gezahlt werden sollen.

Antwort
von Privatier59,

Das glaube ich gerne, dass Euer Vermieter das Abschleifen des Parketts am liebsten auf Mieterkosten durchführen lassen will. Wenn er allerdings versucht, das gerichtlich geltend zu machen, dann scheint es eindeutig Geld zu viel zu haben. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass er auch nur einen dieser Prozesse gewonnen hat.

Und wenn er schon vollendete Tatsachen geschaffen hat, dann kann ich nur sagen: Herzlichen Glückwunsch und zwar an Euch. Damit hat der Vermieter Beweismittel für seinen eigenen -angeblichen- Anspruch vernichtet. Was macht Ihr Euch denn da Sorgen? Besser kann das für Euch doch garnicht laufen.

Und was die Farbe betrifft, so sollte der Anspruch doch nur nach nachgewiesenem Aufwand sein. An Eurer Stelle würde ich die Internetanzeige gut sichern, also sowohl auf dem Computer wie durch Ausdruck. Das ist nämlich ein wertvolles Beweismittel für Euch. Euer Vermieter sollte sich "warm anziehen" wenn er diesen Anspruch gerichtlich geltend macht. Zivilrechtlich ist das aussichtslos, könnte für den Vermieter unter dem Gesichtspunkt des vesuchten Betrugs erhebliche Konsequenzen haben.

Kommentar von billyjean ,

Vielen Dank für Eure lieben und hilfreichen, beruhigenden Antworten.

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