Frage von MLoreley, 945

Trotz Pfändungsfreigrenze wurde ein Teil meiner Rente gepfändet. Was kann ich machen?

Hallo, ich brauche dringend einen Ratschlag! Wer kann mir helfen?

Ich beziehe seit 2011 Erwerbungsfähigkeitsrente; eine Gesamtrente von 850 Euro. Im September 2013 wurde mir mitgeteilt, dass die BKK für Heilberufe (die nicht mehr existiert) eine Pfändung gegen mich bei der DRV eingereicht hat. Nunmehr beziehe ich eine Rente, die unter der Pfändungsfreigrenze liegt (1.028 Euro) liegt. Dies hatte ich der DRV auch mitgeteilt. Ferner hatte ich die Unterlagen meinem Rechtsanwalt (der bis 2015 noch mein Betreuer ist) zwecks Erledigung übersandt. Der Anwalt sagte mir zu, die Sache zu erledigen. Heute wurde mir nur 525,00 Euro an Rente von der DRV überwiesen (genau 220,00 Euro zu wenig).

Ich habe sofort die DRV angemailt und um Auskunft gebeten; ebenfalls habe ich meinen Anwalt (leider nur telefonisch bisher) unterreichtet (auf AB). Ich brauche das Geld dringend um meine Unkosten zu decken. Was kann ich nun machen? Bitte helft mir.

Ich bedanke mich schon vorab bei allen, die sich die Zeit zum lesen und nachdenken genommen haben.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von imager761, 945

Ich brauche das Geld dringend um meine Unkosten zu decken. Was kann ich nun machen?

Die Sozialkasse auch - daher darf sie AFAIK auch unterhalb der Pfändungsfreigrenze direkt beim Rentenversicherungsträger bis zum persönlichen und sachlichen Existenzmimimum pfänden und damit ein evtl. P-Konto umgehen :-O

Was kann ich nun machen?

Nun nichts mehr, vorher wäre eine Übereinkunft mit leistbarer Ratenzahlung zielführender gewesen als mit Hinweis auf eine IMHO nicht anwendbare Pfändungstabelle schlicht Zahlungverweigerung zu erklären.

Dies stellt nur meine Einschätzung der Fallschilderung nach dar - dein Betreuer und Anwalt wird dir am Montag sicher die Rechtslage belastbarer erläutern können, da er alle konkreten Umstände besser kennt :-)

G imager761

Antwort
von Primus, 772

Es ist möglich, gegen einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluss Einwand zu erheben. Dazu muss der Schuldner zuerst beim zuständigen Amtsgericht Erinnerung einlegen.

Hiernach muss ein Antrag auf einstweilige Anordnung der Einstellung der Zwangsvollstreckung gestellt werden. Darin muss begründet werden, warum man sich gegen die teilweise Pfändung der Rente wendet.

Also mach Deinem Anwalt Dampf unter dem Hintern, damit Du Dein Geld erhältst und das Dilemma nicht am letzten des Monats wieder von vorn losgeht.

Kommentar von MLoreley ,

Danke für die hilfreiche Antwort, Ich habe schon in Erfahrung gebracht (und einen entsprechenden Bescheid der DRV erhalten), dass die Pfändung nur einmal war und ich ab dem 01.04. wieder meine normale Rente bekomme. Der Anwalt hat eindeutig "verpennt", entsprechend Deiner Antwort zu handeln. Das wird aber nich Folgen für ihn haben. Die Betreuung ist heute vom Gericht aufgehoben worden; nicht mehr nötig.

Danke und ein schönes Wochenende

Antwort
von Knoerf, 733

Ich denke deinem "Anwalt" ist es schei* egal was du für belangen hast. So kommt es mir vor. Falls der Typ aber dein gesetzlicher Vormund ist, siehts düster aus. Ich würde aufjedenfall einen anderen Anwalt nehmen.

Kommentar von MLoreley ,

Ich hatte vor, diese Angelegenheit beim Amtsgericht kundig zu machen. Er hat schon einige "Patzer" in meinen Angelegenheiten sich geleistet. Vielen Dank für Deine Antwort und ein schönes Wochenende

Antwort
von Rentenfrau, 598

Hallo MLoreley, ein Einkommen unter der Pfändungsgrenze schützt schon länger nicht mehr vor einer Pfändung, Du hättest hierzu ein P-Konto haben müssen (= Pfändungsschutzkonto). Melde Dich bei Deinem Betreuer, evtl. hat Deine Bank das Geld noch separiert und kann (bei Nachweis, daß die Rente unter der Pfändungsgrenze liegt) wieder freigegeben werden, ich wünsche es Dir - und wichtig mach schnell ein P-Konto.

Antwort
von alfalfa, 538

Nun, da tun sich einige Fragen auf:

  • Woher kommen die Schulden bei der BKK Heilberufe? Rückständige GKV Beiträge?
  • Was hat Dein Anwalt unternommen

Bei Pfändung durch die Sozialbehörden sitzt man am kürzeren Hebel. Dein Anwalt sollte tunlichst aktiv werden, die § 850,851 ZPO dürften ihm wohl geläufig sein...

Kommentar von MLoreley ,

Danke für die Antwort. Ich selbst habe dem Anwalt diesen § 850, 851 ZPO als Hinweis mitgeteilt. !!!

Tjaaa.....Um was es sich bei der Pfändung genau handelt, ist mir gar nicht bekannt. Ich hatte seinerzeit die Krankenkasse (BKK f. Heilberufe) wechseln müssen, weil diese in Konkurs gegangen ist. Rückständige Beiträge habe ich nicht. Meine Beiträge sind immer - damals durch das Arbeitsamt und vorher durch meinen Arbeitgeber, der Stadt Düsseldorf - pünktlich bezahlt worden. Ich bat meinen Anwalt um Nachforschung hierrüber; kein Kommentar seinerseits!

Vielen Dank und ein schönes Wochenende

Antwort
von blnsteglitz, 498

Grübel....

Verstehe ich richtig, dass du einen Betreuer hast?

Wenn der auch für den Bereich der "Vermögenssorge/Finanzen" zuständig ist - dann ist das seine Aufgabe......

Damit hättest du deinen Part erfüllt.....

Kommentar von MLoreley ,

Ab heute bin ich wieder "Betreuungsfrei".

Tjaa....für den Anwalt ist die Sache erledigt.

Ich bedanke mich und wünsche ein schönes Wochenende

Antwort
von qtbasket, 460

Ähm - kein P-Konto ???

Wenn nein, darf nämlich auch gepfändet werden. Im Prinzip musst du jetzt zu Gericht und dem Rechtspfleger deine Lage erklären..., aber du hast ja einen Betreuer ???


.....ziemlich undurchsichtig, irgendwer hat da etwas verpennt !!!!

Kommentar von alfalfa ,

Bei Rückständen bei den Sozialkassen wird auf kleinem Dienstweg direkt bei der DRV gepfändet, noch vor der Auszahlung. und es geht auch unter die Pfändungsgrenze..Da hilft ein P Konto nicht!

Kommentar von MLoreley ,

Vielen Dank für die Antwort. Ich habe ein P.-Konto, also keine Pfändung vom Konto. Diese besagte Pfändung ist direkt an die DRV gegangen, bereits im September 2013, aber es ist erst jetzt (März 2014) der Betrag gepfändet worden.

Danke und schönes Wochenende

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