Frage von SollBuerge, 173

Tochter nimmt Wohnung, Vermieter will Mietkaution und Bürgschaftserklärung von den Eltern, geht das?

Guten Abend, unsere Tochter nimmt ihre erste Wohnung, ihr Vermieter will eine Mietkaution und eine Bürgschaftserklärung von uns Eltern, Wir finden das ganz schön übertrieben, 3 Monate Mietkaution verlangen und noch eine Bürgschaft von uns, da unsere Tochter Berufsanfänger ist. Ist das alles so in Ordnung? Geht hier nicht schon Mietwucher los? Danke für Euren Rat.

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von williamsson, 173

Der Vermieter will auf absolut Nummer Sicher gehen. Die 3 Mieten Kaution dienen nicht nur der Mietausfallsicherheit sondern auch um etwaige Schäden zu decken. Die Mietbürgschaft sichert über die Kaution hinausgehende Mietausfälle ab. Wenn der Vermieter anders keinen Mietvertrag ausstellen will, bleibt das die einzige Lösung .Rechtlich gesehen ist dagegen nichts einzuwenden. Die Höhe der Bürgschaft könnte man begrenzen auf eine bestimmte Summe.

Antwort
von Kevin1905, 161

Ich gehe mal davon aus, dass die Ausbildungsvergütung unter dem Pfändungsfreibetrag liegt, womit der Vermieter im Falle eines Zahlungsausfalls zwar einen Titel erwirken könnte aber auch unbestimmte Zeit nichts pfänden dürfte um seine Ansprüche zu befriedigen.

Durch die Bürgschaft hätte er die Möglichkeit bei euch zu pfänden im Fall der Fälle.

Kommentar von vulkanismus ,

Und so verbreiten sich diese leidlichen Halbwahrheiten immer weiter und der wirkliche Profi kann sich dann mit den Leuten rumschlagen, die damit auftrumpfen. Schließlich wissen sie es ja von einem Experten, und der ist sogar Gold-Fragant (ein Titel mit dem Wert eines Blattes Klopapier). Erstens darf der Vermieter überhaupt nicht pfänden. Das macht der Gerichtsvollzieher. Und der darf sehr wohl pfänden, auch wenn die Pfändung vorerst ins Leere gehen würde.

Kommentar von Helge001 ,

Kaffesatzleserei, vulkanismus. Du erwähnst "Erstens", wo ist "Zweitens"? Wenn wir schon mal dabei sind. :-))

Kommentar von vulkanismus ,

Nix Kaffesatz - schon mal in der Beitreibung bei Zoll/Finanzamt/Krankenkasse gearbeitet? Da hast du den Mist täglich. "Zweitens" hab´ich vergessen, na und, den Sinn hast sogar Du verstanden.

Antwort
von RatsucherZYX, 145

Wenn du schon ungern oder gar nicht für deine Tochter bürgen möchtest, was erwartest du denn von dem Vermieter.

Nun sag nicht, es geht dir nur um die rechtliche Seite. Entweder will deine Tochter die Wohnung mieten weil sie gefällt und geeignet ist, oder eben nicht. Eine Bürgschaft für die Leistungsfähigkeit der Tochter sollte dann wirklöich kein Problem sein. Gute Wohnungen sind eben Mangelware und dann ist der Vermieter am längeren Hebel.

Antwort
von Kalli77, 130

So eine Sicherheit verlangen sehr viele Vermieter und das ist nicht selten. Die Mietkaution gibt es ja nach dem Auszug wieder. Zusätzliche Bürgschaften sind auch nicht unüblich. Meiner Meinung nach ist das völlig in Ordnung was der Vermieter verlangt. Wenn es eine gute Wohnung ist und die restlichen Kosten angemessen sind würde ich dem Vermieter einfach diese Sicherheiten geben.

Antwort
von Gaenseliesel, 110

Hallo, Mietwucher würde ich nicht gerade behaupten aber:

Die Tochter ist Berufsanfängerin, ok aber das ist doch kein Grund, zusätzlich zur Kaution noch eine Bürgschaft von den Eltern zu verlangen. Die Tochter ist über 18 Jahre alt ( ? ) und somit voll geschäftsfähig. Sie kann ihr Leben jetzt mit ihrem Arbeitseinkommen selbst in die Hand nehmen.

Die Sicherheit über künftige Einkommensnachweise sowie der hinterlegten Kaution sollte ausreichend sein. Manche Vermieter haben schlechte Erfahrungen gemacht und greifen eben zu diesen zusätzlichen Absicherungen.

Es liegt nun an euch, auf diesen Mietvertrag so wie vom Vermieter gewünscht einzugehen oder nach einer anderen Wohnung suchen.

Gruß ! K.

Antwort
von Helge001, 111

Was hat das mit Mietwucher zu tun? Ist sie Azubi und wie alt ist deine Tochter? Ich sehe dies als Vorsichtsmaßnahme, um sicher zu gehen, dass die Miete auch regelmäßig kommt. Es gibt Vermieter, die vermieten an Azubis gar nicht. Ihr müsst die Wohnung auch nicht nehmen. Die Entscheidung steht euch frei, entweder akzeptiert ihr oder geht weiter auf die Suche.

Antwort
von althaus, 108

Das ist doch völlig in Ordnung. Mit MIetwucher hat das nichts zu tun. Denn wenn die Miete stimmt, sehe ich keinen Grund zur Beanstandung. Gib dem Vermieter doch die Sicherheit. Ich wäre auch nicht gerade froh einen Berufsanfänger als Mieter zu haben. Wie kommst Du auf Mietwucher? Ich glaube Du hast gar keine Ahnung.

Antwort
von Privatier59, 99

Mit Mietwucher hat das ja nun überhaupt nichts zu tun, eher damit, dass nach dem Gesetz die maximale Höhe der Mietsicherheit 3 Kaltmieten betragen darf und nicht mehr. Wenn also zur maximal zulässigen Kaution noch eine vom Vermieter (!!!) verlangte Bürgschaft hinzu tritt, ist das einfach zu viel des Guten. Folge: Der Bürge kann nicht in Anspruch genommen werden:

http://www.juraforum.de/recht-gesetz/unzulaessige-uebersicherung-beim-mietvertra...

Ich weiß also garnicht, was Du Dich da anstellst: Die Bürgschaft würde Dich ohnehin zu nichts verpflichten.

Kommentar von imager761 ,

Wenn also zur maximal zulässigen Kaution noch eine vom Vermieter (!!!) verlangte Bürgschaft hinzu tritt, ist das einfach zu viel des Guten. Folge: Der Bürge kann nicht in Anspruch genommen werden:

Das ist unzutreffend :-(

Vielmehr darf der Vermieter den Abschluss eines Mietvertrages von einer freiwilligen, zusätzlich beigebrachten Bürgschaft der Eltern abhängig machen.

Eine demnach unaufgefordert abgegebenen Bürgschaftserklärung entspräche nicht einer Übersicherung gem. § 551 (1), (4) BGB.

G imager761

Kommentar von Privatier59 ,

Du solltest Dir mal Pillen gegen die Sachverhaltsquetsche verschreiben lassen. Das ist ein bei Jurastudenten im Anfangssemester häufig vorkommendes Syndrom. Die einen werden davon kuriert und die anderen beschließen was leichteres zu studieren (z.B.Medizin) oder ins Handwerk zu gehen (also z.B. Zahnmedizin zu studieren).

Hier hat der Vermieter die zusätzliche Sicherheit verlangt und nur dieser Fall war hier zu behandeln. Daher auch die 3 Ausrufezeichen.

Kommentar von ffsupport ,

Lieber Privatier59,

bitte bleibe bei deinen Beiträgen sachlich.

Freundliche Grüße

Jürgen vom finanzfrage.net Support

Kommentar von imager761 ,

Hier hat der Vermieter die zusätzliche Sicherheit verlangt

Genau diese Mutmaßung kann ich dem geschilderten Sachverhalt "Vermieter will eine Mietkaution und eine Bürgschaftserklärung von uns Eltern" nun nicht entnehmen :-(

Vielmehr dürfte Mietvertrag mit der geringverdienenden Tochter nur unter dieser Voraussetzung einer freiwiliigen Absicherung angeboten worden sein.

Da würden die Eltern dumm aus der Wäsche gucken, wenn sie - ggf. um Prozesskosten erhöht - die Bürgschaft leisten müßten, nur weil sie deinem rechtsirrigen Rat "Ich weiß also garnicht, was Du Dich da anstellst: Die Bürgschaft würde Dich ohnehin zu nichts verpflichten" folgten :-(

G imager761

Kommentar von Privatier59 ,

nun nicht entnehmen :-(

Jeder andere hier schon, nur imager nicht. Auf der Autobahn nennt man so was einen Geisterfahrer.

Kommentar von LittleArrow ,

@imager761: Der Fragesteller schrieb - gut leserlich - : "Vermieter will eine Mietkaution und eine Bürgschaftserklärung". Das kann man nun nicht als freiwilliges Angebot der Bürgen verstehen.

Sei's drum, wenn der Vermieter nun noch so ungeschickt ist, die Freiwilligkeit der Bürgschaftshergabe nicht in den MV aufzunehmen, dann kann man getrost den MV unterzeichnen und "in Gang setzen". Der Bürge hat hinterher einen guten Grund zum Einwand gemäß § 551 BGB.

http://www.juraforum.de/jura/news/news/p/4/id/85041/f/106/

Kommentar von imager761 ,

@imager761: Der Fragesteller schrieb - gut leserlich - : "Vermieter will eine Mietkaution und eine Bürgschaftserklärung".

Er schrieb vielmehr: "unsere Tochter nimmt ihre erste Wohnung, ihr Vermieter will eine Mietkaution und eine Bürgschaftserklärung von uns Eltern".

Meint: Lehnen die Eltern das ab, bekommt die Tochter mit offenbar geringem Einkommen keinen Mietvertrag. Da die Bürgschaft von den Eltern, nicht der Mieterin, demnach freiwillig übernommen wäre, liegt eine Übersicherung n. § 551 BGB gerade nicht vor.

G imager761

Kommentar von LittleArrow ,

Eine Bürgschaft der Tochter wäre für den Vermieter keine zusätzliche Sicherheit, sondern diese bleibt ein akzessorisches Schuldversprechen der bereits im MV übernommenen Verpflichtungen.

Die rechtlich bedenkliche Übersicherung erfolgt erst durch die Elternbürgschaft, die offenbar vom Vermieter "gewollt" wird. Sie wird ja nicht freiwillig von den Eltern dem Vermieter aufgedrängt.

M.E. können die Eltern ruhig die Bürgschaft im Vertrauen auf die Übersicherung abgeben. Im Zweifel wird der Vermieter nur noch staunen.

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