Frage von Angie1354,

Tochter ist vor 20 Jahren ausgezogen,muss sie bei Wohnungskündigung unterschreiben ?

Ich habe meinen Wohnung gekündigt. Meine Tochter hat vor 21 Jahren den Mietvertrag mit unterschrieben, ist aber vor 20 Jahren ausgezogen. Jetzt macht der Vermieter Ärger, weil sie die Kündigung nicht mit unterschrieben hat. Alle Schreiben des ehemaligen Vermieters waren ausschliesslich an mich gerichtet, auch die Mieterhöhungen. Hätten diese nicht an Beide gerichtet werden müssen ?

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Antwort
von Gaenseliesel,

ja, so würde ich das nach den 20 Jahren auch sehen. Wie es rechtlich aussieht ? Will er deinen Kündigungstermin manipulieren mit der Aktion ? K.

Kommentar von Angie1354 ,

Ja klar...das ist pure Schikane...

Antwort
von gammoncrack,

Ich würde den Vermieter darauf hinweisen, dass seine Mieterhöhungen alle nicht rechtwirksam waren, da sie nicht auch an die Tochter gerichtet waren. Ich vermute sehr stark, dass er bezüglich der Nichtanerkennung der Kündigung einlenken wird. Ob das tatsächlich die letzte Konsequenz ist, kann nur ein Mietrechtspezialist beurteilen. Zumindest im Internet findet man diese Bestimmung, aber natürlich können erstens Verjährungsfristen greifen, zweitens kann möglicherweise auch eine Anerkennung durch Zahlung erfolgt sein.

Auch könnte ein Gericht im Streitfall entscheiden, dass das Verhalten des Vermieters dazu geführt hat, dass auch die Kündigung ohne Unterschrift der Tochter wirksam geworden ist. Das bedeutet allerdings, dass eine Klärung über einen Rechtsstreit erfolgt.

Ansonsten besteht der Mietvertrag für die Tochter fort.

Antwort
von LittleArrow,

Hier gibt es die Details zum gemeinsamen Vertragsabschluss und zu dessen Kündigung:

http://www.mieterverein-hamburg.de/tl_files/dokumente/merkblaetter/merkblatt-05-...

Kommentar von LittleArrow ,

Und hier noch zur möglicherweise unwirksamen Mieterhöhungen:

http://www.bmgev.de/uploads/media/Mieterhoehung.pdf

Guck mal in Deinen Mietvertrag, was dort zu Mieterhöhungen und zu Schreiben an den Mieter steht.

Antwort
von Privatier59,

Offengestanden frage ich mich, wieso Du nicht vorher in den Vertrag geschaut und dann Deine Tochter angerúfen hast zur Unterschriftsleistung. Dann brauchten wir alle uns nicht Gedanken über die Sache zu machen.

Meine dringende Empfehlung ist, umgehend nachzubessern. Schick dem Vermieter eine von Euch beiden unterschriebene Kündigung, bei der Du aber unmißverständlich klarstellst, dass die zweite Kündigung NUR ÄUßERST HILFSWEISE für den Fall erklärt wird, dass die erste Kündigung unwirksam ist. Du kannst dabei auf den bisherigen Vertragsverlauf verweisen und die Sache mit den Mieterhöhungen erwähnen. Das Drohen mit der Rückabwicklung der Mieterhöhungen aber würde ich mir verkneifen, denn damit hätte der jetzige Eigentümer nichts zu tun und es würde ihn deshalb nicht beeindrucken

Vielleicht ist das Ganze auch nur ein Mißverständnis und beruht darauf, dass Dein jetziger Vermieter die Lebensverhältnisse nicht kennt.

Kommentar von Primus ,

vielleicht besteht auch der Kontakt zur Tochter nicht mehr und die gute Frau hat nun aus diesem Grund ein Problem....

Kommentar von Privatier59 ,

Das erinnert mich an selige Studententage. Wieso? Da habe ich Wort "Sachverhaltsquetsche" kennengelernt:

http://kuerzer.de/eJKXoBWgC

Kommentar von gammoncrack ,

DH!

Stark! Echt was dazugelernt! (Ich!)

Kommentar von Angie1354 ,

Da hat sich keiner von uns Beiden Gedanken zu gemacht. Mein Ex Vermieter wollte mich als Mieterin behalten, denn so einen Trottel wie mich findet er nicht mehr. Abgesehen davon, muss er die Wohnung sanieren, es ist alles darin 40 Jahre. Ich hab, auf Anraten des DMB, ohne Anerkennung seiner Rechtsauffassung, erneut gekündigt, mit Unterschrift meiner Tochter. Mein Ex Vermieter kam aber erst am Tag der Besichtung, 2 Wochen vor Auszug um die Ecke...die Kündigung wäre unwirksam, da meine Tochter nicht mit unterschrieben habe.

Das Ganze ist kein Missverständnis, sondern reine Schikane.

Was er mit mir macht, damit werd ich fertig, aber meine Tochter damit einzubeziehen, das ist eine bodenlose Frechheit. Wäre wirklich für einen brauchbaren Rat dankbar.

Ich habe dort 21 Jahre gewohnt,ohne das auch nur ein böses Wort gefallen ist allerdings bin ich durch Zufall darauf gekommen, das ich seit 21 Jahren, hatte keine eigene Wasseruhr, jährlich über 100 Kubik Wasser bezahlt habe. Die Warmwasserversorgung hat er, ohne Absprache, auf seine Bedürfnisse eingestellt.....war noch mehr, könnte einen Roman schreiben

Primus...mal nur am Rande bemerkt....ich hab zu meiner Tochter ein seht inniges Verhältnis !!!

Kommentar von Privatier59 ,

Auch der DMB bestätigt Dir, was ich gesagt habe. Das Problem ist hier, dass die Tochter niemals schriftlich aus dem Vertrag entlassen wurde. Man müßte also eine stillschweigende Vertragsänderung konstruieren. Ich habe von der Ausbildung her mit Rechtssachen zu tun und schon seit Jahrzehnten mit Mietsachen. Ich sage Dir: Das ist nicht unmöglich, ist aber im Verlauf und im Ergebnis nicht abzuschätzen. Wenn Du über den DMB rechtsschutzversichert bist, dann können Dir die Prozeßkosten egal sein, dann kannst Du ein Gerichtsverfahren riskieren. Falls nicht, dann überschlage Dir lieber mal mit einem Prozeßkostenrechner das Kostenrisiko. Streitwert sind die 3 zusätzlichen Mieten.

Ich weiß ja nicht, wo Du wohnst. In den Großstädten jedenfalls kann man derzeit bei Neuvermietungen kräftig aufschlagen. Rein wirtschaftlich gesehen ist es für den Vermieter eine Dummheit, wenn er sich so anstellt wie in diesem Fall.

Kommentar von Angie1354 ,

Nein, schriftlich nicht... aber...sämtliche Anschreiben...Nebenkostenabrechnung...Mieterhöhung...gingen ausschiesslich an mich. Natürlich bin ich durch den DMB abgesichert... es kriegt sich um meine Tochter...sie ist es nicht und hat auch keine Rechtschutzversicherung. Was ist mit den Kosten ???

Antwort
von obelix,

ich sehe die Kündigung durch beide, die ihr ja im Vertrag steht.

Woher weiss der Vermieter denn, dass er nur dich anschreiben muss? Hat er von dem Auszug gewusst? Oder ist das neu für ihn?

Wenn er davon gewusst hatte, dann könnte man auf konkludentes Verhalten pochen.

Doch andererseits: wo ist das Problem mit der Tochter, die ausgezogen ist? Die soll das Papier mit unterschreiben oder selbst eines verfassen, dass auch sie kündigt.

Dass der Vermieter nun mit den Schreiben einen Fehler machte, du nach 20 Jahren daher kommst.... Wo ist hier die Verjährung? Du magst die letzten 3 Jahre in Frage stellen. Der Vermieter kann sich bei Aussenständen an beiden wenden - und zwar einzeln.

Kommentar von Angie1354 ,

Ich hab in einem 2 Familienhaus gewohnt.. meine Tochter hat sich vor 20 Jahren abgemeldet... klar wusste er davon, zumal auch die Gemeindeabgaben nur für eine Person in Rechnung gestellt wurden weder meine Tochter, noch ich, haben uns darüber Gedanken gemacht. Es ist pure Schikane, er hat gesagt, er wolle mich als Mieter nicht verlieren... klar, so einen Trottel findet er nicht mehr und er muss die Hütte komplett sanieren, alles ist 40Jahre..

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