Frage von caro232,

Tiel der Nebentätigkeit Im falschen Jahr versteuert - was nun?

Ich habe eine Nebentätigkeit als Dozentin. Bereits in der Steuererklärung 2011 habe ich meine Einkünfte für das Sommersemester 2011 und Wintersemester 11/12 angegeben und versteuert. Die Abrechnung für das WiSe 11/12 ging natürlich erst in 2012 ein, und wurde folglich auch von der Hochschule erst im 2012 an die Finanzbehörde gemeldet. Was mache ich denn nun, damit ich das WiSe11/12 nicht nochmal bei der Steuererklärung 2012 versteuern muss? Reicht hier eine formlose Notiz bei den Nebeneinkünften, dass ich hier das falsche Jahr erwischt habe? Das Finanzamt sieht ja, dass der Betrag nicht stimmt... Vielen Dank im Voraus!

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Expertenantwort
von gandalf94305, Community-Experte für Steuern,

Die wesentliche Frage ist doch hier eher, wann die Auszahlung der Honorare erfolgte. Diejenigen Einkünfte, die nachgewiesenermaßen in 2011 auf Dein Konto gelangten, gehören auch zum Veranlagungszeitraum 2011. Wenn die detaillierte Abrechnung dafür erst in 2012 eingeht, dann ist das kein Problem, denn so wie Du das schilderst, wurden sie ja nicht von der Hochschule versteuert. Wenn sie versteuert wurden, dann hätte die Hochschule auch eine Jahresabrechnung schicken müssen.

Wenn der Bescheid für die Einkommensteuererklärung 2011 noch nicht rechtskräftig ist, dann reichst Du die entsprechenden Daten nun dem Finanzamt nach und korrigierst die Zuordnung der Einkünfte auf die Jahre.

Wenn der Bescheid für die Einkommensteuererklärung 2012 schon rechtskräftig ist, dann stellst Du kurz und formlos den Sachverhalt in 2012 dar. Dabei wird insbesondere der Betrag, den Du für 2011 zu viel angegeben hattest, nun nach 2012 verschoben. Das Finanzamt hätte - wie Du schreibst - wohl anhand der eingereichten Daten offensichtlich den Rechenfehler feststellen können und wird daher eine nachträgliche Abänderung des Bescheid für 2011 durchführen können.

Antwort
von EnnoBecker,

Da müssen wir erst mal prüfen, was überhaupt getan werden kann:

Ist denn der Einkommensteuerbescheid 2011 schon da und wenn ja, von wann ist er.

Und falls länger als ein Monat her: Steht auf dem Bescheid ganz vorn, vor dem Rechenteil, etwas von "Vorbehalt der Nachprüfung"?

Wie hast du das bei der Umsatzsteuererklärung gehandhabt?

Kommentar von caro232 ,

Ich bin noch in der Einspruchsfrist. Aber wie sieht dann der Einspruch aus? Kann ich das formlos machen und einfach nur die Abrechnung der Hochschule mit einreichen, die den niedrigeren Betrag belegt? Oder muss ich nochmal eine komplette, korrigierte Steuererklärung einreichen?

Kommentar von EnnoBecker ,

Na das ist doch eine greifbare und noch dazu positive Aussage.

Ja, der Einspruch wird formlos, aber schriftlich eingelegt. Eine komplette Steuererklärung musst du nicht einreichen; es genügt wenn du ausführst, warum der Bescheid materiell-rechtlich falsch ist.

Sofern aus dem Bescheid eine Nachzahlung resultiert, solltest du jedoch die richtige Steuer selbst berechnen und in Höhe des Unterschiedsbetrages Aussetzung der Vollziehung beantragen.

Das Schreiben könnte so aussehen:


Sehr geehrte Damen und Herren,

gegen den Bescheid für 2011 über Einkommensteuer vom..... lege ich Einspruch ein.

Begründung:
Ich habe versehentlich die Einkünfte aus 2012 dem Jahr 2011 zugeordnet. Den beiliegenden Belegen können Sie entnehmen, dass für das Jahr nicht 100.000 Euro an Einnahmen anzusetzen sind, sondern lediglich 80.000 Euro.

Anträge:
Ich beantrage die Änderung der Festsetzung unter Berücksichtigung des hier Vorgetragenen.

Außerdem beantrage ich, die Vollziehung von 5.000 Euro auszusetzen. Der Betrag entspricht dem Unterschiedsbetrag zwischen der bisher festgesetzten und der richtigen Einkommensteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer.

Darüber hinaus beantrage ich die Herabsetzung der Vorauszahlungen zur Einkommensteuer auf der Basis der zutreffend zu ermittelnden Einkommensteuer 2011.

Mit freundlichen Grüßen

Kommentar von caro232 ,

Wow, vielen Dank für die ausführliche Antwort!

Auch wenn solche Beträge sicher nur die Steinbrücks dieser Welt betrifft :-) Als Hochschuldozentin wird man mit 35,- Eur/Std. abgefrühstückt...

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