Frage von cocobello, 18

Thesaurierender Fonds - wie ist das mit derVersteuerung der Kapitalerträge?

Wenn man einen Investmentsfonds hat, der die Erträge nicht ausschüttet, wie ist das mit der Versteuerung. Muss man dieses Kapitalerträge erst mit Verkauf versteuern? Danke für Antworten!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von gandalf94305, Community-Experte für Fonds, 13

Nein. Man muß sich diese selbst heraussuchen, wenn Deine Bank Dir die Daten nicht in einer Aufstellung ohnehin gibt. Die Daten finden sich im bundesanzeiger.de, wo nach Eingabe der ISIN und Auswahl von Kapitalmärkte -> Besteuerungsgrundlagen dann die jeweiligen Berichte zu finden sind. Nimm alle Berichte aus dem jeweiligen Steuerjahr. Relevant sind darin die Positionen für "ausschüttungsgleiche Erträge" und "anrechenbare Quellensteuer". Diese multiplizierst Du mit der Zahl der zum Geschäftsjahresende des Fonds gehaltenen Anteile. Die ausschüttungsgleichen Erträge sind zu versteuern, die anrechenbare Quellensteuer mindert die Besteuerung.

Wenn als ausschüttungsgleiche Erträge nur Nullen drinstehen, dann hat dieser Fonds nur Kursgewinne bzw. Swapgewinne und keine Dividenden oder Zinsen erhalten, d.h. es ist vom Anleger nichts zu versteuern.

Beim Verkauf erfolgt nochmals eine Besteuerung der haltezeitanteiligen ausschüttungsgleichen Erträge durch die Bank. Diese zuviel gezahlten Steuern bekommst Du allerdings mit der Einkommensteuererklärung wieder zurück, wenn die korrekte Besteuerung der Vorjahre nachgewiesen werden kann.

Die jährliche Besteuerung hilft Dir, das in einem etwa noch nicht ganz in Anspruch genommenen Freistellungsauftrag bzw. unter Anrechnung anrechenbarer Quellensteuer günstig besteuern zu lassen. Würdest Du mit einem Fonds die Erträge nicht jährlich deklarieren (und würden sie 801 EUR) betragen, sondern versteuerst erst mit Verkauf (nach 11 Jahren wären das 8811 EUR), dann hättest Du bei der jährlichen Versteuerung keine Steuern zu zahlen, bei der abschließenden jedoch auf 8.010 EUR, d.h. gut über 2.000 EUR zusätzlich. Abgesehen davon verschenkt man ggf. anrechenbare Quellensteuer.

Es lohnt sich also durchaus, die Daten herauszusuchen und die über die Haltejahre verteilte Besteuerung korrekt durchzuführen.

Antwort
von Niklaus, 10

Ein Fonds hat von Natur aus zwei Ertragskomponenten. Das ist zum einen der Kursgewinn, der ist erst bei Verkauf mit der Abgeltungssteuer zu versteuern. Die zweite Ertragskomponente ist der Ertrag des Fonds. Denn die kompletten Dividenden und Zinsen die in dem Fonds zufließen, gehören den Anteilseignern. Diese sind auch jährlich zu versteuern. Dafür kannst du den Freistellungsauftrag von 801 € nutzen. Dies hilft natürlich nicht, wenn dieser schon durch andere Kapitaleinkünfte ausgeschöpft ist.

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