Frage von rosenkohl,

Testament, Erbmasse Pflichtteil

Wir führen eine Ehe mit Zugewinngemeinschaft. Mann Man hat aus 1. Ehe 2 Kinder, ich keine. Die gemeinsam gekaufte Wohnung lautet auf meinen Namen.

Frage: Wenn kein Testament von Seiten meines Mannes gemacht wird und er zuerst stirbt, fällt die Wohnung dann in die Erbmasse, bzw. haben die Kinder ein Recht auf den Pflichtteil der Wohnung? Ich möchte gerne die Wohnung behalten, da ich 15 Jahre jünger bin und sie für meine Altersversorgung benötige.

Ein Hinweis zur Frage Support

Lieber rosenkohl,

es ist vollkommen ausreichend deine Frage einmal zu stellen und etwas geduldig zu sein. Sollten nach einiger Zeit nicht alle Aspekte beantwortet worden sein, so kannst du die "noch eine Antwort bitte" Funktion nutzen um die Antwortenden erneut auf deine Frage aufmerksam zu machen.

Herzliche Grüße,

Jürgen vom finanzfrage.net-Support

Antwort von Guppy194,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Wenn du Alleineigentümerin der Wohnung bist, bleibst Du immer Alleineigentümerin der Wohnung; sie fällt unter keinen Umständen in die Erbmasse. Grundsätzlich ist bei gesetzlicher Erbfolge folgende Reihenfolge der Erben gegeben: der überlebende Ehegatte erhält 1/4; ein weiteres Viertel erhält er als pauschalen Zugewinnausgleich; die beiden Kinder aus der 1. Ehe erhalten den Rest zu gleichen Teilen, hier also jeweils 1/4. Die Kinder haben keinerlei Pflichtteilsansprüche hinsichtlich der allein Dir gehörenden Wohnung.

Antwort von MadRampage,

ja, weil die Immobilie in der Ehe gekauft wurde und somit den Wert (nämlich Zeitwert-Darlehen) des Erbes erhöht. Wobei hier vermutlich nur 50% des Immobilienwertes als Erbmasse des Mannes anrechenbar sind ...

Aber erstmal vorweg:

  1. wenn kein Testament gemacht wird, so greift die gesetzliche Erbfolge: Hier sind 3 Erben des ersten Ranges, also bekommt jeder 1/3

  2. Wenn ein Testament gemacht werden würde indem steht, dass die ehefrau aleinerbin ist, so ist der Pflichtteil für die Kinder (50% des gesetzlichen Teils) trotzdem zu zahlen, Sie würden also immer noch einen Anspruch auf je 1/6 haben

Vom Zugewinn gehören den Ehepaar je 50%: Also 50% der Imobile und 50% des sonstigen Vermögens gehören Dir sowieso, es geht nur um die anderen 50% + das vor der Ehe eingebrachte eigene Vermögen des Mannes, was nach obriger Regel zu verteilen ist: Nur Davon müssen entweder 2 x 1/3 oder 2 x 1/6 an die Kinder "ausbezahlt" werden

Hoffe geholfen zu haben :)

(Wenn nicht: einfach meine Antwort kommentieren)

Kommentar von Guppy194,

oh hier irrst Du; die Ehefrau ist und bleibt Alleineigentümerin der Wohnung; sie fällt mit keine´m Anteil in die Erbmasse; wie sollte sie denn auch da reinfallen, wenn der Ehemann nicht Eigentümer ist und war.

Hinsichtlich der gesetzlichen Erbfolge gilt folgendes: da die Ehe keine Verwandtschaft begründet, ist die überlebende Ehefrau ja nicht mit dem Erblasser verwandt und somit aufgrund Verwandtschaftsverhältnmis nicht erbberechtigt. Aber der Gesetzgeber hat dem überlebenden Ehegatten daher gesondert ein Erbrecht zugesprochen und zwar zu 1/4. Als pauschalen Zugewinnausgleich kann er ein weiteres Viertel geltend machen, also bekommt der überlebende Ehegatte die Hälfte. Die andere Hälfte müssen sich die Abkämmlinge zu gleichen Teilen (hier je 1/4) aufteilen.

Die Ehefrau kann aber auch den Zugewinnausgleich durchführen lassen und bekommt dann ihr 1/4 aus Erbrecht plus den errechneten Zugewinn.

Sie muss eben schauen, welche Lösung für sie bessser ist. Den Rest bekommen dann die Kinder aus erster Ehe.

Kommentar von MadRampage,

danke für die Info!

Also auch wenn das Haus quasi von dem Gehalt des Mannes gezahlt wurde, weil Sie z.B. auf Kariere und Beruf verzichtet hat, bekommt Sie das Schenkungssteuer & Erbsteuerfrei? Gleichzeit werden doch dadurch die Erben benachteiligt ....

Kommentar von Guppy194,

Die Freibeträge bei Schenkungs- und Erbschaftssteuer sind so hoch, dass bei einem "Normalbürger" keine Steuerzahlungen anfallen werden. Natürlich müsste noch geklärt werden zwischen den Erben in welchem Maße der Mann selber Leistungen zum Erwerb des Haus- und Grundbesitzes getätigt hat, um diese bei der Berechnung des Zugewinnausgleiches einzubringen; in diesem Falle halte ich einen gesonderten Zugewinnausgleich für besser;

Kommentar von Guppy194,

noch eine Anmerkung: wenn Sie auf Karriere und Beruf, also letztendlich auf eigene finanzielle Absicherung (Rente ist wohl weg) verzichtet hat, hat sie doch dadurch, dass sie ihm die volle Berufstätigkeit ermöglicht hat etc. ihren Teil zum Einkommen bzw. hier besser: Vermögen beigetragen und sollte davon auch profitieren; wenn der Mann seine beiden Kinder aus 1. Ehe absichern will, dann müsste er gerade für sie Vorsorge treffen, was offensichtlich nicht der Fall war; Gruß

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